Politische Linke

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Die geballte Faust vor knallrotem Hintergrund ist ein klassisches Symbol der Politischen Linken
Der Begriff politischen Linken bezeichnet einen sehr heterogen zusammengesetzten Teil des politischen Spektrums. Die mitunter stark unterschiedlichen Strömungen der politischen Linken eint dabei, dass sie von einer Gleichheit der Menschen ausgehen.[1][2][3] Extrem linke Weltanschauungen werden als Linksextremismus bezeichnet.

Mit linker Politik werden sehr unterschiedliche Umsetzungsversuche jener ideologischen Ansätze bezeichnet, welche die Aufhebung von Ungleichheit und als Unterdrückung begriffenen Herrschafts- und Sozialstrukturen, zugunsten der wirtschaftlich oder gesellschaftlich Benachteiligten, zum Ziel haben.[3]

1 Wirtschaftspolitische Linke

Linke Politik, die sich auf die wirtschaftspolitische Ebene bezieht, geht oft von sogenannten Klassenunterschieden bzw. einer Klassengesellschaft im Sinne des Marxismus aus. Dabei setzen sich die Linken in der Regel für die wirtschaftlich und finanziell Schwächeren ein. Beispiele für solche Politikthemen sind Arbeitnehmerrechte, Forderungen nach einem Mindestlohn, staatliche Krankenversicherung, kostenfreie Bildung, Grundeinkommen u.a. Der Teil der politischen Linken, der sich für die wirtschaftlich Benachteiligten einsetzt, hat in den ärmeren Entwicklungsländern Dritten Welt eine wesentlich größere Bedeutung als in den reichen, westlichen Industriestaaten. Vielfach wird dabei der Neidfaktor der finanziell armen gegenüber den reichen Menschen ausgenutzt. Im Gegensatz zu den meisten anderen politischen Richtungen sieht die Linke alle Formen der Marktwirtschaft kritisch und befürwortet die Stärkung des Staates, wozu auch Steuererhöhungen zählen, während im Widerspruch dazu eine Staatsverschuldung nicht kritisch gesehen wird.

2 Verdrängung wirtschaftspolitischer Themen durch gesellschaftspolitische Themen

Die wirtschaftpolitische Linke wurde in den westlichen Industriestaaten seit den 1960ern durch die gesellschaftspolitische Linke und deren Politik zunehmend verdrängt. So hat sich z.B. die Partei Bündnis 90/Die Grünen inzwischen weitgehend von wirtschaftspolitisch linken Positionen entfernt und vertritt die Interessen ihrer einkommensstarken Klientel (Beamte, Pädagogen, Beschäftigte des sozialen Dienstleistungsgewerbes usw.) mit kultur- bzw. gesellschaftspolitischen Forderungen. Zugleich werden ökologische Forderungen teilweise ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Interessen der Unterschicht und unteren Mittelschichten erhoben. Infolge der Zustimmung zur Agenda 2010 durch die rot-grüne Regierungskoalition gibt es bei wirtschaftspolitischen Themen sehr viele unterschiedliche Gruppierungen, die sich teilweise dem wirtschaftsliberalen Lager zuordnen lassen.

3 Gesellschaftspolitische Linke / Kulturelle Linke

Der Kampf gegen echte oder vermeintliche Neonazis, Neofaschisten, Rechtsextremisten oder Rechtspopulisten (hier auf einer Demo im Jahr 2013) gehört zum festen Ritual der heute überwiegend gesellschaftspolitisch Linken

Linke Politik, die sich auf die gesellschaftspolitische Ebene bezieht, arbeitet auf die Beseitigung bestimmter, gesellschaftlicher Strukturen hin. Strukturen, die der „Gleichheit“ im Wege stehen, werden von ihr als „soziale Konstrukte“ eingestuft und bekämpft. So gelten beispielsweise Völker und Nationen als „soziale Konstrukte“. Ähnliches gilt für heimische Religion, Kultur, Tradition und Familie. Wenn es dagegen um die Unabhängigkeit von Regionen und kleinen Staaten geht, werden die traditionellen Werte oft unterstützt, um den Kampf gegen den Imperialismus zu unterstützen. Weitere Beispiele sind die Beseitigung der geschlechtlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau durch Gender Mainstreaming. Die Linken bezeichnen dies als „Emanzipation“. Frank Decker schreibt dazu u.a.:

"Das Thema, das in allen Variationen wiederkehrt, ist das des Gegensatzes zwischen horizontaler oder egalitärer Vision der Gesellschaft und vertikaler oder nicht-egalitärer Vision. Dieser Gegensatz wird bisweilen auch an dem Ziel der Emanzipation festgemacht, das die Linke verfolgt, während die Rechte für Bewahrung der Tradition eintritt. Emanzipation meint die (Selbst-)Befreiung von Abhängigkeiten, die dem Menschen durch Rassen-, Klassen-, oder Standesprivilegien entstehen." [4]

Widerstand gegen diese Politik wird von ihnen als „reaktionär“ und „ewiggestrig“ bezeichnet. Personen, die sich gegen die Beseitigung des Nationalstaates und gegen eine multikulturelle Gesellschaft einsetzen, werden von den Linken als „Rechtsextremisten“, „Neonazis“, „Neo-Faschisten“ oder „Rechte Populisten“ bezeichnet. Laut der gesellschaftspolitisch-linken Auslegung der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung, die in der Bundesrepublik Deutschland weitgehend tonangebend ist, verstößt Patriotismus gegen die Menschenwürde, weil dadurch Menschen benachteiligt würden, die Angehörige anderer Nationen sind. Gesellschaftspolitisch-Linke tabuisieren ihnen unliebsame Meinungen häufig durch eine Politische Korrektheit, die festlegt, welche Themen im öffentlichen Diskurs debattiert werden dürfen und welche nicht. Der Schriftsteller Martin Walser, der 1989 mit Überlegungen zum Begriff „Nation“ den Unwillen der Linken erregte, meinte zu deren Tabuisierung u.a.:

"Eine Zeit lang habe ich gehofft, meine Schwierigkeit mit dem von mir aus gesehen unempfindlich groben Umgang der Linken mit Nationalem werde an meiner Plazierung auf der Links-Rechts-Skala nichts ändern. (...) Aber die Reaktionen verschiedenster Linker auf meinen Umgang mit Traditionen wie Nation haben mir gezeigt, daß es linke Tabus gibt und was es heißt, dagegen zu verstoßen. Sollen sie mit ihren Tabus leben. Links - das sehe ich jetzt als ein jeweils modisch sich zusammenfindendes Credosortiment, dem ich nicht entsprechen kann. Ein ebenso schicker wie skurriler Fundamentalismus." [5]

Die gesellschaftspolitische Linke ist hauptsächlich in den reichen Industriestaaten der westlichen Welt vertreten. Im Gegensatz dazu sind die Linken in der Dritten Welt nicht selten nationalisisch eingestellt.

Eine in der Regel abwertende Bezeichnung für die gesellschaftspolitische Linke, insbesondere deren Ideologie, ist Kulturmarxismus.

4 Verhältnis zum Staat

Der ständige Ausbau des Versorgungsstaates und die Bevormundung und Reglementierung des Bürgers durch Behörden als Folge linker Weltanschauungen kostet viel Geld und erfordert immer wieder Steuererhöhungen
Kennzeichnend für linke Politik ist die Delegierung von Verantwortlichkeit vom Einzelnen hin zum Staat im Rahmen einer etatistischen und (staats-)interventionistischen Grundhaltung.

Die wirtschaftspolitische Linke treibt seit jeher den Ausbau des Versorgungsstaates (Sozialstaat) voran. Dazu wären Steuererhöhungen unumgänglich. Die umfassendste und kostspieligste staatliche Versorgung des Bürgers fordern die Linkspartei und Teile der Grünen mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen.

Die gesellschaftspolitische Linke betreibt eine Stärkung des staatlichen Einflusses, um dadurch bei den Bürgern Verhaltensänderungen zu bewirken. Dazu gehören beispielsweise die Einführung eines Tempolimit auf Autobahnen, Frauenquote, Ökosteuer, verschärfte Antiraucher- und Antidiskriminierungsgesetzgebung. Gemeinsam ist den Bemühungen eine Ausweitung staatlicher Kompetenzen und daraus folgend eine Schwächung der Eigeninitiative und eine Bevormundung des Bürgers sowie eine Einschränkung seiner Freiheitsrechte. Damit ist die Politische Linke klassischer Gegner des Liberalismus und trifft sich in ihren Forderungen nach einem allumfassenden Staat teilweise mit den Forderungen der Rechten.

Die politische Linke überfordert den Staat durch übersteigerte Forderungen an die soziale Sicherheit, die Rechte durch paranoide Vorstellungen hinsichtlich der sogenannten „inneren Sicherheit“, die oft in Überwachungsphantasien münden. Für Liberale zeichnet sich der Rechtsstaat vor allem durch das aus, was er unterlässt, um niemanden zu bevormunden - nur so ist die Freiheit des Bürgers möglich.[6]

In Sachsen fordert die Linkspartei z.B. ein staatlich finanziertes Umerziehungszentrum für die Gender Mainstreaming-Ideologie.[7] Auch die SPD setzt in der Familienpolitik auf eine staatliche Umerziehung der Eltern. [8]

Linke Politikvorstellung begreift den Staat nicht als unabhängige und neutrale Instanz, sondern erwartet eine eindeutige politische Haltung des Staates im Sinne ihrer Ideologien, sowie eine staaliche Förderung entsprechender Umerziehungsmaßnahmen. Ein Beispiel hierfür ist der staatlich suventionierte Kampf gegen Rechts. Auch im Themenfeld Migration beziehen linke Minister eine ebenso dezidiert wie pauschal einwanderungsbefürwortende Position, anstatt die Entscheidung dafür oder dagegen jedem einzelnen, mündigen Bürger zu überlassen. In einer Broschüre der SPD-Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, Birgit Hesse, in Mecklenburg-Vorpommern wird eindeutig pro Migration Stellung bezogen und es heißt u.a.:

"Mit ihren individuellen Potenzialen können sie die Wirtschaft des Landes stärken, Kunst und Kultur bereichern und ihre Kompetenz in vielen verschiedenen Bereichen einbringen. Unser von Abwanderung stark betroffenes Bundesland profitiert vom langsam aber stetig anwachsenden Anteil der dauerhaft im Land lebenden Zuwanderinnen und Zuwanderer. Die Landesregierung betrachtet Zuwanderung nach Mecklenburg-Vorpommern als Bereicherung der Gesellschaft." [9]

Der FDP-Generalsekretär Patrick Döring warnte im Jahr 2013 vor dieser zunehmenden staatlichen Bevormundung des Bürgers durch Grüne, SPD und Linkspartei mit folgenden Worten:

"Grüne Tugendwächter und Umerzieher bei den linken Parteien versuchen, über Verbote oder Steuern der Bevölkerung das bessere Leben aufzuzwingen. Sei es durch eine Steuer auf Plastiktüten oder das Verbot von Heizpilzen."

Michael Meister von der CDU sieht dies ähnlich und meinte u.a.:

"Wer wie Rot-Grün ein Grundmisstrauen gegenüber mündigen Menschen hegt, der wird die Regeln immer weiter verschärfen und Freiheiten einschränken wollen. Unsere Bürger benötigen nicht die Heilsversprechungen von Rot-Grün nach Schutz, sie benötigen den Schutz vor rot-grüner besserwisserischer Bevormundung." [10]

5 „Freiheit und Gleichheit“

Der Kampf des kubanischen Revolutionärs Che Guevara, einer Ikone der Politischen Linken, hat, wie in allen anderen sozialistischen Ländern, auch in Kuba zu mehr Armut, Unfreiheit und Diktatur geführt
Soziale Gleichheit und individuelle Freiheit stehen in einem Gegensatz, was Max Horkheimer folgendermaßen formuliert:
"Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, das ist eine wundervolle Parole. Aber wenn sie die Gleichheit erhalten wollen, dann müssen sie die Freiheit einschränken, und wenn sie den Menschen die Freiheit lassen, wollen, dann kann es keine Gleichheit geben." [11]

Das zeigte sich schon in der Französischen Revolution, als vom Grundsatz "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" die Freiheit und Brüderlichkeit als erste auf der Strecke blieben und linke Jakobiner mit der Guillotine blutig und rücksichtslos regierten. Linke sind im Konfliktfall zwischen Freiheit und Gleichheit eher geneigt die Freiheit des Einzelnen bereitwillig einzuschränken und/oder aufzugeben. Robert Misik schreibt dazu u.a.:

"Der zentrale linke Wert seit jeher ist aber die Gleichheit, der "Polarstern" der Linken, (...) Mehr soziale Gerechtigkeit hat sich in der Geschichte nur dann verwirklicht, wenn sich Menschen zusammentaten, um für sie einzutreten, und das ging umso besser, wenn sie sich als ihresgleichen begegneten - zu viel Vielfalt ist aber der Feind solcher Begegnungen. Insofern sind Gleichheit und Freiheit schon auch wieder Antipoden, weil soziale Gleichheit eine gewisse soziale Homogenisierung bedingt." [12]

Diese theoretische Position hat sich auch in der Praxis verwirklicht. In allen sozialistischen Staaten (Sowjetunion, Ostblock, Nordkorea, Kuba, China, Kambodscha unter Pol Pot) wurde und wird eine radikale Gleichheit der Menschen auf sehr niedrigem sozialen Niveau (in sozialistischen Staaten hatten und haben fast alle Menschen einen niedrigeren Lebensstandard als Hartz-IV-Empfänger in Deutschland) bei gleichzeitiger Einschränkung jeglicher Freiheit auf diktatorischem Wege und durch Ermordung der politischen Gegner verwirklicht. In einem Land wie den USA, das großen Wert auf die Freiheit des Einzelnen legt, konnten dagegen linksextreme Ideen, Theorien, Konzepte und Ideologie sowie Parteien, Organisationen und Gruppierungen mit ihrem kollektivistischen Egalitarismus kaum Fuß fassen.

6 Gemeinsamkeiten zwischen der Politischen Linken und dem Nationalsozialismus

Die Politische Linke ist heutzutage die Gruppierung, die sich am deutlichsten vom Nationalsozialismus distanziert und die "Braunen" im sogenannten Kampf gegen Rechts am vehementesten bekämpft. Einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Inhalten des Nationalsozialismus hat sie sich aber nie gestellt. Dies könnte daran liegen, dass es trotz äußerlich vehement vorgetragener Gegnerschaft mehr Gemeinsamkeiten zwischen der Politischen Linken und dem Nationalsozialismus gibt, als man sich auf linker Seite eingestehen möchte. Hitler hat z.B. die soziale Gleichmacherei ebenso wie die Politische Linke aggressiv vorangetrieben. [13] [14] Ludwig von Mises schrieb dazu u.a.:

"Man verkennt den Nationalsozialismus, wenn man nicht beachtet, dass er Sozialismus sein will. Im Kommunistischen Manifest werden zehn Programmpunkte entwickelt. Acht von diesen zehn Forderungen sind von den Nationalsozialisten im Dritten Recih entwickelt worden." [15]
Der deutsche Volkswirt und Publizist Roland Baader meinte dazu u.a.:
Viele klassisch linke Positionen finden sich auch im Nationalsozialismus
"Der Nationalsozialismus war Sozialismus, Sozialismus, Sozialismus! Das kann man nicht oft genug wiederholen, um dem Täuschungsmanöver entgegenzuwirken, welches besagt, der Sozialismus sei eine radikale Antipode zum Nationalsozialismus gewesen. Die ideologischen und quasitheologischen Strickmuster waren oder sind identisch: Beide waren oder sind kollektivistisch, etatistisch, totalitär, echatologisch, utopistisch, antiindividualistisch, religionsfeindlich, antibürgerlich, antikapitalistisch und antiliberal. Der moderne, angeblich aufgeklärte, demokratische und mit menschlichem Antlitz versehene Sozialismus, Sozialsozialismus, Sozialdemokratismus ist nicht – wie häufig angenommen – etwas völlig anderes, sondern eine Soft-Variante, eine geschmeidige Okulation, welcher die Tendenz zugrundeliegt, ins alte Holz zurückzuwuchern." [16]

Der deutsche Soziologe und Forsa-Chef Manfred Güllner sieht Parallelen zwischen der Anhängerschaft der Grünen und des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. Bündnis 90 / Die Grünen gefährden seiner Ansicht nach die Demokratie. Er meinte u.a.:

"Ich will die Grünen um Gottes willen nicht mit den Nazis vergleichen. Doch rein soziologisch betrachtet, entstammte der ursprüngliche Nukleus dieser Bewegung in der Weimarer Zeit und später der Grünen-Bewegung dem gleichen antimodernen Segment der Gesellschaft, einem radikalisierten Teil der deutschen Mittelschicht. (...) Die "grüne Diktatur" gefährdet den zweiten Versuch, die Demokratie in Deutschland dauerhaft zu etablieren." [17]

Der österreichische Publizist Erik von Kuehnelt-Leddihn beschreibt die Gemeinsamkeiten zwischen Linker Politik und dem Nationalsozialismus in folgenden Worten:

"Als in der Endzeit der Weimarer Republik die kommunistischen und die nationalsozialistischen Schlägertrupps handgreiflich aneinandergerieten, ging es nicht um diametral gegensätzliche Ideologien, sondern um den Machtkampf zweier Gruppierungen, die sich in vielen wichtigen Punkten ähnlich waren. (...) Goebbels erklärte am 6. Dezember 1931 im "Angriff", daß die NSDAP die "deutsche Linke" verkörpere und den "bürgerlichen Nationalismus" verachte. Kann das deutlicher gesagt werden?" [18]

7 Die Linken und die Toleranz

Den politischen Gegner als ignorant, dumm und blind zu diffamieren (hier auf einem Wahlplakat der Grünen aus dem Jahr 2006) ist fester Bestandteil linker Politikkultur
Obwohl Toleranz offiziell als wesentlicher Kern linker Politik propagiert wird, ist das Verhalten linker Politiker gegenüber dem politischen Gegner und Andersdenkenden oft von großer Intoleranz geprägt. Dies kann man an Pöbeleien und Diffamierungen Andersdenkender durch Politiker von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und der Linkspartei festmachen. In einer Bundestagsdebatte zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften meinte Volker Beck von Bündnis 90/Die Grünen zum Redebeitrag von Ute Granold (CDU) u.a.:
"Wollen Sie allen Ernstes dieses blöde diskriminierende Geschwätz, das mich in meiner Kindheit schon genervt hat, weiter aufrechterhalten?"

Barbara Höll von der Linkspartei kommentierte Redebeiträge von der CDU und CSU u.a. mit folgenden Worten:

"Das, was die CDU/CSU hier abliefert, ist nicht lächerlich, sondern bösartig."

Sie hätte der CDU in bester DDR-Manier am liebsten das Rederecht ganz entzogen. Barbara Höll meinte später u.a.:

"Ich finde es skandalös, dass Herr Geis hier wieder sprechen darf, nach dem, was er in der letzten Sitzungswoche hier abgeliefert hat."

Andere linke Politiker störten die Redebeiträge von CDU und CSU durch Buhrufe, Gelächter und Geräusche. [19]

Die Toleranz der Politischen Linken im religiösen Umfeld ist meist nur auf nichtchristliche Religionen insbesondere den Islam begrenzt. Dem Christentum selber begegnen linke Politiker eher mit Intoleranz. Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU/CSU warf der Partei Bündnis 90/Die Grünen z.B. eine antikirchliche und intolearante Haltung vor. Sie offenbarten „entgegen ihrem stetig vorgetragenen multikulturellen Toleranzappell eine tiefsitzende Haltung der Intoleranz gegenüber den eigenen historisch-kulturellen Traditionen und religiös-ethischen (d. h. jüdisch-christlichen) Wertequellen“.[20]

Das politische Weltbild vieler Autoren im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich der deutschsprachigen Wikipedia.

Wer es wie Thilo Sarrazin,[21] Eva Herman, Bernd Lucke oder Martin Walser wagt, aus dem bis in Teile der CDU reichenden linken Mainstream auszubrechen und linke Dogmen (Befürwortung der gleichgeschlechtlichen Ehe, Gender Mainstreaming, Befürwortung einer unkontrollierten Masseneinwanderung, Schuldkult) in Frage stellt, wird mit einem medialen Shitstorm überzogen und teilweise bis in das Privatleben hinein angegriffen und diffamiert.

Als Markus Lanz es wagte, der neostalinistischen Kommunistin Sahra Wagenknecht in seiner Fernsehsendung hartnäckig kritische Fragen zu stellen, wurde er anschließend mit einem von diversen linken Verbänden gesteuerten Shitstorm überzogen.[22]

Diese Intoleranz und Missachtung der Meinungsfreiheit des Andersdenkenden durch Linke zeigt sich nicht nur im Verhalten prominenter linker Politiker, sondern auch im Gebaren vieler Autoren der mehrheitlich links orientierten deutschsprachigen Wikipedia. Artikel- und Diskussionsbeiträge jenseits des linken Mainstream werden meist gelöscht, und Andersdenkende von linken Politaktivisten beschimpft, diffamiert und gesperrt.

8 Unterschiede innerhalb des linken Spektrums

Das linke Spektrum weist eine starke Binnendifferenzierung auf. Folglich sind unterschiedliche Grundpositionen sowohl zwischen den Hauptströmungen als auch innerhalb derselben zwischen den diversen Untergliederungen zu beobachten.
Der sowjetische Diktator und Massenmörder Josef Stalin wird in Teilen der Linkspartei, besonders der sogenannten "Stalinistischen Plattform", immer noch verehrt

Am weitesten links stehen sowohl wirtschafts- wie gesellschaftspolitisch die kommunistischen Kleinparteien und die Linkspartei. Einige Teile von ihr sind noch immer marxistisch-leninistisch bis neostalinistisch ausgerichtet und und lehnen sowohl freie Marktwirtschaft als auch die demokratische Grundordnung ab. Das erklärt ihre extrem linken Positionen im wirtschaftspolitischen Feld inklusive ihres sehr stark ausgeprägten Umverteilungspopulismus und ihrer Utopie vom Bedingungslosen Grundeinkommen.[23] Die Linkspartei stellt sich als Partei der Geringverdiener und Arbeitslosen dar. Im Gegensatz zur alten SED, die eine reine wirtschaftspolitisch-linke Partei war, hat die PDS nach der Wende auch gesellschaftspolitisch-linke Positionen/Ideologien übernommen. Verstärkt wurde diese Hinwendung zur gesellschaftspolitischen Linken durch die Ausdehnung nach Westen und die Aufnahme bzw. den Eintritt überwiegend kulturell-linker Gruppierungen und Einzelpersonen, die in der PDS eine neue politische Heimat fanden.

Die Grünen stehen gesellschaftspolitisch genauso links wie die Linkspartei. Wirtschaftspolitisch sind sie weniger links positioniert als die Linkspartei und oft sogar als Teile der SPD. Der typische Grünenwähler ist nach Studien überdurchschnittlich gut ausgebildet und wohlhabend. Er ist an einer allzu umfassenden Umverteilungspolitik von Oben nach Unten also aus purem Eigeninteresse weniger interessiert als bsp. Wähler der SPD oder Linkspartei, die einen höheren Anteil von Wählern aus einkommensschwächeren Schichten haben. [24] In der Landespolitik vertreten die Grünen i.A. linkere Positionen als im Bund.

Die SPD ist wirtschaftspolitisch linker als die Grünen, aber weniger links als die Linkspartei aufgestellt. Gesellschaftspolitisch positioniert sie sich i.A. weniger links als die Grünen. In den Ländern ist sie allerdings weitaus linker aufgestellt. [25]

CDU und FDP gelten nicht als primär linke Parteien. Allerdings haben diese Parteien [26] in Teilen auch ursprünglich linke Positionen übernommen. Die FDP ist gesellschaftspolitisch weiter links positioniert als die CDU. Wirtschaftspolitisch dagegen ist die CDU weiter links positioniert.

9 Siehe auch

9.1 Weblinks

9.2 Literatur

  • Wolfgang Endemann: LINKS – Aktualisierung eines politischen Schlüsselbegriffs, epubli GmbH, Berlin, 2013
  • Axel Lochner: Linke Politik in Deutschland, Verlag Galgenberg, 1990
  • Jörn Lamla: Grüne Politik zwischen Macht und Moral, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2002
  • Stéphane Courtois u.a.: Das Schwarzbuch des Kommunismus – Unterdrückung, Verbrechen und Terror, Piper Verlag, München, 2004

10 Einzelnachweise

  1. Smith, T. Alexander and Raymond Tatalovich, Cultures at War: Moral Conflicts in Western Democracies (Toronto, Canada: Broadview Press, Ltd., 2003) p. 30.
  2. Bobbio, Norberto and Allan Cameron, Left and Right: The Significance of a Political Distinction (University of Chicago Press, 1997) p. 37.
  3. 3,0 3,1 Lukes, Steven. 'Epilogue: The Grand Dichotomy of the Twentieth Century' (PDF; 240 kB): concluding chapter to T. Ball and R. Bellamy (eds.), The Cambridge History of Twentieth-Century Political Thought.
  4. Frank Decker: Wenn die Populisten kommen - Beiträge zum Zustand der Demokratie und des Parteiensystems, Springer Fachmedien, Wiesbaden, 2013, S. 293
  5. Martin Walser: Deutsche Sorgen; in Der Spiegel 26/1993
  6. Till Mansmann, Frank Sürmann, Roland von Hunnius, Hans Manschke und Martina Daubenthaler: Freiheit, die wir meinen - Warum wir Liberale sind und eine poltische Heimat brauchen, Books on Demand, Norderstedt, 2011, S. 24
  7. LINKE will Kompetenzzentrum Gender Mainstreaming für Umerziehung der sächsischen Bürger
  8. Der SPD geht es um eine Umerziehung der Eltern auf www.welt.de
  9. Leitlinien zur Integration von Migrantinnen und Migranten in Mecklenburg-Vorpommern
  10. KOALITION WARNT VOR BEVORMUNDUNG - Die rot-grüne Spaßbremse
  11. Zitiert nach Helmut Thielen: Eingedenken und Erlösung - Walter Benjamin, Verlag Königshausen & Neuman GmbH, Würzburg, 2005, S. 54
  12. Robert Misik: Genial dagegen - Kritisches Denken von Marx bis Michael Moore, Aufbau Verlag, Berlin, 2010
  13. Karl Schär: Der zweite Blick / Linke Politik - der Wolf im Schafspelz, Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2010, S. 13 ff.
  14. Tobias Symansk: Die Mittelstandsorientierung in der Konzeption der sozialen Marktwirtschaft, Tectum Verlag, Marburg, 1999, S. 30 ff.
  15. Zitiert nach: Karl Schär: Der zweite Blick / Linke Politik - der Wolf im Schafspelz, Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2010, S. 13
  16. Ein Zwischenruf von Apo, basierend auf den Gedanken Roland Baaders: Gemeinwohl-Sozialismus
  17. Forsa-Chef Güllner sieht im Erfolg der Grünen eine Gefahr für die Demokratie
  18. Erik von Kuehnelt-Leddihn: Der linke Etikettenschwindel - Kein Gegensatz, sondern eher Konkurrenzkampf
  19. Pöbelei, Diffamierung und Intoleranz bei Grünen, Sozialdemokraten und Linken im Bundestag
  20. Die antikirchliche Haltung von Bündnis 90 / Die Grünen
  21. Diskussion mit Thilo Sarrazin im Berliner Ensemble nach Protesten abgebrochen
  22. Nachtrag zum Shitstorm gegen Markus Lanz - Was Medien uns verschweigen
  23. Tim Spier, Felix Butzlaff, Matthias Micus und Franz Walter: Die Linkspartei - Zeitgemäße Idee oder Bündnis ohne Zukunft?, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2007, S. 326 ff.
  24. Christoph Ruf: Was ist links?, C.H. Beck, München, 2011, S. 72
  25. Uwe Jung, Melanie Haas und Oskar Niedermayer: Parteien und Parteiensysteme in den Deutschen Ländern, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2008, S. 65 ff.
  26. BUNDESTAGSWAHL / Alle rücken nach links – außer der FDP