Nordkorea

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Nordkorea (offiziell: „Demokratische Volksrepublik Korea“) ist Staat ein Ostasien mit rund 25 Millionen Einwohnern. Der Staat ist mit seinen 120.000 km² etwa ein Drittel so groß wie Deutschland. Die Hauptstadt ist Pjöngyang mit rund 2,5 Millionen Einwohnern. Nordkorea ist ein totalitärer Einparteienstaat mit einem neostalinistischen Regierungssystem.

Weibliche Rekruten in Nordkorea.

1 Politik und Ökonomie

1.1 Geschichte

Nordkorea entstand 1948 infolge des Zweiten Weltkieges, als die koreanische Halbinsel - ebenso wie Deutschland - entlang des 38. Breitengrades geteilt wurde: in einen von der Sowjetunion unterstützten und protegierten kommunistischen Staat im Norden und einen von den USA unterstützen und protegierten kapitalistischen Staat im Süden.

1.2 Wirtschaft

Von der Gründung der beiden koreanischen Staaten bis ungefähr 1975 war Nordkorea aufgrund seines höheren Industrialisierungsgrades und der größeren Menge an verschiedenen Bodenschatzvorkommen der wohlhabendere der beiden Staaten. Durch eine inkompetente und völlig verfehlte Politik kommunistischen Musters wirtschafteten die Machthaber Nordkorea in den Ruin, bis es schließlich zu Hungersnöten kam. Heute ist das Land eines der ärmsten der Welt.

1.3 Gesellschaft

Die nordkoreanische Zivilgesellschaft unterliegt im globalen Vergleich der restriktivsten staatlichen Kontrolle. Menschenrechtsverletzungen extremsten Ausmaßes sind laut Amnesty International und Human Rights Watch an der Tagesordnung. Es besteht weder Reise-, Meinungs-, Presse- noch Informationsfreiheit. Die nordkoreanische Bevölkerung ist permanenter Manipulation durch staatliche Propaganda ausgesetzt und unterliegt einer intensiven Indoktrination in staatlich kontrollierten Erziehungs- und Bildungseinrichtungen.

1.4 Politik

Nordkorea ist das einzige Land, dessen (de jure) amtierender Präsident tot ist. Der bereits 1994 verstorbene Diktator Kim Il-sung ist trotz seines Ablebens formal Präsident des Landes bis in alle Ewigkeit. Zunächst wurde sein Sohn, dann sein Enkel Kim Jong-un (der dritte Sohn des letzten Potentaten Kim Jong-il) nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2011 zum „Führer“ ernannt. Er ist damit Oberbefehlshaber der Streitkräfte und im Besitz der gesamten politischen Entscheidungsgewalt im Staat. Präsident ist jedoch formal-rechtlich weiterhin sein toter Großvater.[1] Nordkorea ist laut Verfassung zwar ein „sozialistischer Staat“, der Marxismus-Leninismus wurde jedoch im Jahr 1977 durch die vom Staatsgründer Kim Il-sung erfundene Chuche-Ideologie ersetzt, deren Fixpunkte das Streben nach Autarkie und eine damit einhergehende isolationistische Ausrichtung des Staates sowie die Setzung Nordkoreas als „Mittelpunkt der Welt" sind.

1.5 Atomprogramm

Seine wenigen wirtschaftlichen Ressourcen und Devisen investiert das nordkoreanische Regime vor allem in sein Atomprogramm, das bis zur Testzündung selbstgebauter Atomwaffen gereift ist. Auch an Interkontinentalraketen als Trägersysteme baut das Land. Regelmäßig drohen nordkoreanische Offizielle und der Staatsrundfunk Südkorea als auch den USA mit Krieg.

2 Lage

Nordkorea befindet sich auf dem Nordteil der koreanischen Halbinsel in Nachbarschaft zu China und Russland. Im Süden grenzt der Staat an das westlich geprägte Südkorea. Beide Koreas sind kulturell zusammengehörig. Das koreanische Volk ist eines der letzten zwangsgetrennten Völker der Welt.

3 Kulturelle Besonderheiten

Die Religionsausübung in Nordkorea unterliegt staatlicherseits permanenter Überwachung und Gängelung sowie starken Restriktionen. Die funktionale Rolle der Religion nimmt der groteske, staatlich organisierte Personenkult um Kim il-Sung und Kim Jong-il ein. Die nordkoreanische Kultur ist somit fast vollständig von der Verherrlichung des verstorbenen Großvaters des gegenwärtigen Diktators geprägt. Militärparaden und kollektive Gymnastikübungen bestimmen den Alltag. Nach dem Tode Kim Il-sungs wurde in Nordkorea eine neue Zeitrechnung eingeführt, die nach der offiziellen Staatsideologie benannt ist und als Chuche-Kalender bezeichnet wird. Er unterscheidet sich vom westlichen und südkoreanischen Kalender dadurch, dass die Jahreszählung mit dem Geburtsjahr des Staatsgründers 1912 beginnt. Das Jahr 2017 entspricht in Nordkorea dem Jahr 106 nach Chuche.

4 Literatur

  • Martin Fritz: Schauplatz Nordkorea. Das Pulverfass im Fernen Osten. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2004
  • Michael Breen: Kim Jong-il: Nordkoreas „Geliebter Führer“. Europäische Verlagsanstalt, 2004
  • Jasper Becker: Rogue Regime: Kim Jong Il and the Looming Threat of North Korea. Oxford University Press 2004
  • Paul French: North Korea. The Paranoid Peninsula. A Modern History. Zed Books, London/New York 2005
  • Rüdiger Frank: Nordkorea. Innenansichten eines totalen Staates. DVA, München 2014

5 Siehe auch

6 Quellen

  1. Auswärtiges Amt - Länderinformation Nordkorea