Kapitalismus

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Kapitalismus ist eine Ideologie und Grundposition in der Wirtschaftspolitik und Gesellschaftsordnung, welche das Unternehmer-Kapital und dessen Vermehrung in den Mittelpunkt einer Wirtschaftsordnung stellt. Zugleich ist es eine Epoche in der Geschichte, die aus marxistischer Sicht auf den Feudalismus folgt und die aufgrund ihres volkswirtschaftlichen Nicht-Funktionierens in den Sozialismus führen müsse. Als Begründer des Kapitalismus in der Wirtschaft Europas gilt u.a. Jakob Fugger (1459-1525).

Im Kapitalismus geht es um Geld und Gewinnmaximierung

Der Begriff Kapitalismus leitet sich ab von Kapital (lat. capitalis = „den Kopf“ oder „das Leben betreffend“). Ab dem 16. Jahrhundert[1] findet sich das italienische Lehnwort capitale im Sinne der Kopfzahl eines Viehbestandes als Gegensatz zu den frisch geworfenen Tieren als „Zinsen“.[2][3] Nach anderen Quellen gab es schon im Lateinischen den Begriff „Summa capitalis“ (Hauptsumme) in Wirtschaftsrechnungen, woraus das Wort „Kapital“ entstanden sei. Davon ausgehend wurden Worte wie „Kapital“ und „kapitalistisch“ bereits im 18. und vor allem 19. Jahrhundert gebraucht, jedoch mit unklarer Bedeutung.[4] Das Wort capitaliste ist erstmals 1753 in Frankreich belegt und meint hier eine Person, die Güter besitzt.[5] Dieser Begriff findet sich auch in der spanischen Sprache. Julius von Soden verwendete in seiner National-Oekonomie 1805 den Begriff „kapitalistisch“, um einen „Überschuss an Genußstoff, ein[en] Vorrat“ zu bezeichnen.[4] Theodor Mommsen verwendet „Kapital“ in seiner Römischen Geschichte (1854–1856).[4] Max Weber erklärt den Kapitalismus als Ergebnis einer kulturellen Entwicklung in der westlichen Welt, wobei das in allen Gesellschaftsebenen umgreifende Rationalitätsstreben in den Mittelpunkt rückt.[6] Die Wortendung ismus wird ähnlich wie in den Begriffen Liberalismus und Sozialismus für eine bestimmte Grundposition verwendet. Als Selbstbezeichnung wird der Begriff von den Vertretern der wirtschaftspolitischen Lehre weniger benutzt, stattdessen wird der Begriff Marktwirtschaft verwendet, der jedoch von den wirtschaftlichen Zielen ablenkt.

1 Einzelnachweise

  1.  Wolfgang Schweicker: Zwifach Buchhalten. Petreius, Nürnberg 1549.
  2.  Gerhard Köbler: Deutsches Etymologisches Wörterbuch. 1995 (www.koeblergerhard.de).
  3.  Friedrich Kluge, Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 22. Auflage. Walter de Gruyter, 2002, ISBN 3-11-017472-3 (books.google.de).
  4. 4,0 4,1 4,2  Ingomar Bog: Kapitalismus. In: Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaften. Band IV, Gustav Fischer u. a., Stuttgart/New York u. a. 1978, S. 419–432.
  5.  Dictionnaire historique de la langue française. Dictionnaire Le Robert, Paris 1992, ISBN 978-2-84902-236-8.
  6. In: Hans-Peter Müller, Max Weber. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2007.

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