Revolution

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Eine Revolution ist ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel eines oder mehrerer Systeme, der in relativ kurzer Zeit erfolgt. Er kann friedlich oder gewaltsam, teilweise auch mit kriegerischen Auseinandersetzungen vor sich gehen. Revolutionen gibt es in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens sowie in der Technik. Dagegen stehen die Begriffe Evolution und Reform für langsamer ablaufende Entwicklungen beziehungsweise für Änderungen ohne radikalen Wandel. Die genaue Definition ist oft umstritten, eine umfassende und allgemein anerkannte Theorie über die notwendigen und hinreichenden Bedingungen für die Entstehung einer Revolution, die Phasen ihres Verlaufs und ihre kurzfristigen und langfristigen Folgen, gibt es bisher nicht. Weitgehend unstrittig ist heute die Verwendung des Revolutionsbegriffs für gravierende Kontinuitätsbrüche, die nicht nur Technik und Wirtschaft berühren, sondern alle Lebensbereiche umwälzen.

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1 Begriffsverständnis

Das Begriffsverständnis wurde besonders durch den Marxismus geprägt, der in den Revolutionen die treibenden Kräfte in der Menschheitsgeschichte sieht. So schrieb zum Beispiel Friedrich Engels über die industrielle Revolution: Sie sei eine „Revolution, die zugleich die ganze bürgerliche Gesellschaft umwandelte“.[1] Leo Trotzki entwickelte eine Theorie der „permanenten Revolution“, das heißt die Revolution als weltweiter, ständiger Prozess

Weitere spezielle Begriffsbildungen dienen meist dazu, die marxistischen Theorien zu unterstützen.

2 Wissenschaftliche Diskussion

Die Anwendung des Revolutionsbegriffs ist im Fall der Machtergreifung des Nationalsozialismus in Deutschland umstritten.[2][3] Insbesondere am Begriff Frühbürgerliche Revolution zeigt sich das unklare und widersprüchliche Begriffsverständnis. So reichte in der deutschsprachigen Wikipedia die Zeit „für revolutionäre Bewegungen vom Ende des Mittelalters bis zum Beginn der Neuzeit in Europa“,[4] wobei sich jeder Leser fragen müsste, was denn zwischen Mittelalter und Neuzeit stattfand.[5]

Die Wende in der DDR 1989/1990 wird oft als friedliche Revolution bezeichnet, obwohl seitens der SED-Führung zeitweise mit Gewalt dagegen vorgegangen wurde. Eine Islamische Revolution fand zum Beispiel 1979 im Iran statt.

Aktuell diskutiert wird vor allem der Begriff Digitale Revolution.

Folgende Beispiele und Sichtweisen sind unter anderem im Geschichtsbild der DDR zu finden:

  • Revolutionen „von unten“ - diese gehen von großen Teilen der Bevölkerung bzw. von Gesellschaftsschichten aus, die im Sinne des Marxismus als „unterdrückt“ gelten, beispielsweise
    • die als Bauernkriege bezeichneten Aufstände, die vom 14. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert hinein immer wieder in Europa aufflammten;
    • der erste als „Revolution“ bezeichnete Umsturz war die Emder Revolution von 1595 in Ostfriesland.
  • Revolutionen „von oben“ - diese gehen von der Regierung oder einer herrschenden Minderheit aus, beispielsweise
  • die Frühbürgerliche Revolution für revolutionäre Bewegungen in Europa zu unterschiedlichen Zeiten

Der Begriff Konservative Revolution entstand bereits 1848.[6]

3 Siehe auch

4 Andere Lexika



5 Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. (1845). In: MEW. Band 2, Berlin 1976, S. 237.
  2. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 4: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. C.H. Beck, München 2003, S. S. 601 f. und 619 ff.
  3. Horst Möller: Die nationalsozialistische Machtergreifung. Konterrevolution oder Revolution? (1983) [1] bei ifz.muenchen.de
  4. Version bis 22. Dezember 2019
  5. Auch die Jahreszahl 1850 war eher willkürlich gewählt und orientiert sich offenbar am Erscheinungsjahr der Schrift Das Kommunistische Manifest
  6. Karl Marx, Friedrich Engels: Reden auf der Gedenkfeier in Brüssel am 22. Februar 1848 zum 2. Jahrestag des Krakauer Aufstandes von 1846.

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