Digitale Revolution

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Auch Geheimdienste sind eine treibende Kraft bei der Digitalen Revolution - hier eine Kundgebung gegen das geplante Staatsschutzgesetz in Österreich

Der Begriff Digitale Revolution (oft auch nur kurz Digitalisierung) bezeichnet zusammenfassend die durch Digitaltechnik und Computer ausgelösten Veränderungen seit Ausgang des 20. Jahrhunderts in nahezu allen Lebensbereichen. Es ist nach Ansicht von Stengel, Looy und Wallaschkowski nach der Neolithischen Revolution und der Industriellen Revolution als dritte große Umwälzung der Menschheitsgeschichte dar. Der deutsche Kybernetiker Karl Steinbuch formulierte bereits 1966: „Information ist Anfang und Grundlage der Gesellschaft.“[1] Er prognostizierte ein System wie das Internet ebenso wie der Gordon-Helmer-Bericht von 1964 für die 1980er Jahre.[2] Das Unternehmen IBM gehörte zeitweise zu den führenden Treibern der Entwicklung.

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1 Kritik

Weitgehend unstrittig ist heute die Verwendung des Begriffs Revolution für grundlegende Umbrüche, die nicht nur Technik und Wirtschaft berühren, sondern die gesamte Gesellschaft verändern. So schrieb zum Beispiel Friedrich Engels über die industrielle Revolution, es sei eine „Revolution, die zugleich die ganze bürgerliche Gesellschaft umwandelte“.[3] Doch während die industrielle Revolution durch eine lange Periode außergewöhnlichen wirtschaftlichen Wachstums gekennzeichnet ist,[4] gingen die Wachstumsraten in wichtigen OECD-Ländern und weltweit seit den 1970er Jahren und verstärkt seit 1995 zurück.[5] Iyad Rahwan, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung vergleicht in einem Interview die Verantwortung der Internetunternehmen mit den Problemen der Umweltverschmutzung und sieht Handlungsbedarf bei Staat und Gesellschaft.[6] Gleichwohl handelt es sich wie die industrielle Revolution vorwiegend um eine technische Revolution, die noch nicht abgeschlossen ist.

Kritisiert wird dabei, dass viele Leistungen der digitalen Wirtschaft nicht vollständig in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung abgebildet werden, u. a. die Arbeit der Kunden, die durch Lieferung von Daten immer stärker kostenlos mitwirken (z. B. bei einer Flugbuchung, bei Umfragen oder bei der Konfiguration von Produkten). Hinzu kommen die sinkenden Distributionskosten für digitale Produkte über Netze.[7] Alle diese Faktoren tragen zur Erhöhung der Unternehmensgewinne trotz relativ sinkender Wachstumsraten bei.[8]

2 Literatur

  • Karl Steinbuch: Die informierte Gesellschaft. Geschichte und Zukunft der Nachrichtentechnik, Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1966
  • Oliver Stengel, Alexander van Looy, Stephan Wallaschkowski (Hrsg.): Digitalzeitalter – Digitalgesellschaft: Das Ende des Industriezeitalters und der Beginn einer neuen Epoche. Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-16508-6.

3 Andere Lexika




4 Siehe auch

5 Einzelnachweise

  1. Steinbuch 1966, Seite 5.
  2. Steinbuch 1966, Seite 293.
  3. Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. (1845) MEW 2, Berlin 1976, S. 237.
  4. Walt Whitman Rostow: The Stages of Economic Growth. Cambridge University Press, 3. Auflage 1990.
  5. Harm Bandholz, Gebhard Flaig, Johannes MaWachstum und Konjunktur in OECD-Ländern: Eine langfristige Perspektive. In: ifo Schnelldienst 58. Jahrgang, H. 4 (2005); Weltbankdaten auf google.de
  6. "Onlineplattformen wissen mehr über uns als die Stasi", Interview in Der Spiegel vom 14. Juni 2019
  7. Erik Brynjolfsson: Some estimates of the contribution of information technology to consumer welfare. Leopold Classic Library, 2015.
  8. Thomas Piketty: Le capital au XXI siècle. Paris 2013.

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