Neolithische Revolution

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Der Fruchtbare Halbmond (Fertile Crescent)

Neolithische Revolution bezeichnet das erstmalige Aufkommen erzeugender (produzierender) Wirtschaftsweisen (Ackerbau, Viehzucht), der Vorratshaltung und der Sesshaftigkeit in der Geschichte der Menschheit. Mit ihr endet die Lebensweise als reine Jäger und Sammler und es beginnt die Epoche der Jungsteinzeit (Neolithikum).[1] Die Bezeichnung wurde 1936[2] von Vere Gordon Childe geprägt.

Nach derzeitiger Kenntnis entstand der Ackerbau weltweit dreimal unabhängig voneinander: im Fruchtbaren Halbmond des Nahen Ostens, in China sowie in Mittelamerika. Von diesen Keimzentren aus wurde er durch Landnahme oder soziale Prozesse verbreitet.

Stand der Forschung ist, dass bereits im 7. Jahrtausend v. Chr. im Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds intensiv Ackerbau betrieben wurde. Der fruchtbare Halbmond erstreckte sich von Jordanien, Israel/Palästina, Libanon und Syrien bis in die Türkei und zum Zāgros-Gebirge (Irak/Iran). Angebaut wurden Getreide (Gerste, Einkorn, Emmer) und Hülsenfrüchte; die domestizierten Tiere waren Ziegen, gefolgt von Schafen und später Rindern und Schweinen.[3] Der Fruchtbare Halbmond lag im Verbreitungsgebiet von Wildrindern. Spätestens Anfang des 6. Jahrtausends züchteten sesshafte Ackerbauern die ersten Hausrinder.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Haak (2006): Populationsgenetik der ersten Bauern Mitteleuropa – Eine aDNA-Studie an neolithischem Skelettmaterial; Inauguraldissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Dr. phil. an der Johannes Gutenberg Universität, Mainz; Online (PDF; 7,4 MB)
  2. V. Gordon Childe: Man Makes Himself. (New Thinker’s Library), Reprint von 1936, Spokesman Books, Nottingham (UK) 2003, ISBN 0-8512-4649-4
  3. Melinda A. Zeder: The Origins of Agriculture in the Near East. In: Current Anthropology, Vol. 52, No. 4 (The Origins of Agriculture: New Data, New Ideas) Oktober 2011, S. 221–235, hier S. 222.
  4. Kunz Dittmer: Zur Entstehung des Rinderhirtennomadismus. In: Paideuma, Band 11, 1965, S. 8–23, hier S. 11.