Palästina (Region)

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Die Region Palästina umfasst das Gebiet des heutigen Israel einschließlich Gazastreifen, Teile von Jordanien, Libanon und Syrien. Historisch gab es im Zeitraum zwischen dem Eintritt der Israeliten in die Menschheitsgeschichte vor über 3000 Jahren und der Gründung des modernen Staates Israel im Jahr 1948 keine klaren Grenzen. Insbesondere die Beschreibungen, die auf Angaben in der Bibel beruhen, sind historisch unklar.[1]

Britisches Mandatsgebiet Palästina

Syria Palaestina war der Name einer Provinz des Römischen Reiches, die im Jahre 135 gebildet wurde. 193/194 wurde diese Provinz in Syria Coele, Syria Phoenice und Palaestina aufgeteilt. Nach der Reichsteilung von 395 wurden diese Gebiete neu aufgeteilt und Palaestina I, Palaestina II und Palaestina III genannt.

1920 wurde die Region britisches Völkerbundsmandat (Vorgängerorganisation der UNO). Das Völkerbundsmandat für Palästina bestand bis 1948, wobei sich die Grenzen im Laufe der Zeit veränderten.

Die heutigen Palästinenser sind Nachkommen der Beduinen in jener Gegend und erhielten ihre Identität als eigenständiges Volk erst in Abgrenzung zu den jüdischen Rücksiedlern in das historische Israel ab dem späten 19. Jahrhundert (siehe auch Zionismus). Die Region war vor der Rückkehr jüdischer Siedler in ihre historische Heimat von Nomaden dünn besiedelt. Teile des Gebiete werden historisch auch als Kanaan (z.B. im Tanach, "Gelobtes Land" oder "Heiliges Land" benannt. „Palästina“ als Landesname erscheint erstmals in der um 200 v. Chr. entstandenen griechischen Bibelübersetzung, der Septuaginta. Der Name geht auch zurück auf das historische Philistia, das sich im Bereich des heutigen Gazastreifens befand.

Zunächst galten alle als Palästinenser, die im Völkerbundsmandat für Palästina wohnten. Später wurde diese Bezeichnung auf die Arabisch sprechenden Bewohner eingeschränkt. Auch viele anti-israelische Organisationen wie die PLO beriefen sich auf die Bezeichnung der Region. Am 15. November 1988 wurde in Algier ein Staat Palästina ausgerufen, weitere Ausrufungen erfolgten durch die Palästinensische Autonomiebehörde.

Im Jahr 1993 "schlossen die PLO unter ihrem Vorsitzenden Yassir Arafat und Israel unter Ministerpräsident Yitzhak Rabin in Oslo ein Abkommen, in dem sich beide Seiten auf eine friedliche Lösung ihres Konflikts verpflichteten. Die damit geweckten Hoffnungen, insbesondere seitens der der Autonomiebehörde erfüllten sich jedoch nicht. Im Jahr 2000 löste der Besuch Ariel Sharons auf dem Tempelberg in Jerusalem die zweite Intifada aus. Israel begann 2002 mit der Errichtung eines Grenzzauns, um das Eindringen palästinensischer Selbstmordattentäter in sein Kernland zu verhindern. Damit wurde jedoch die Bewegungsfreiheit auch der palästinens. Zivilbevölkerung weiter eingeschränkt. Nach dem Tod Arafats 2004 und der Wahl von Mahmud Abbas zum neuen Präsidenten der Palästinenser sind die Chancen für Verhandlungen mit der israel. Führung wieder gewachsen."[2]

Israel zog sich 2005 auf einseitigen Beschluß hin vollständig aus dem Gazastreifen zurück. Eine abschließende Friedens- und Territorialregelung mit Israel (Zweistaatenlösung) steht mit offenem Ende weiter zur Diskussion.[3]

Einzelnachweise

  1. Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho - Die archäologische Wahrheit über die Bibel, Deutscher Taschenbuch Verlag, 2004
  2. Bundeszentrale für politische Bildung: Palästina.
  3. BPB zum Beobachterstatus