Kommunismus

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Viva la revolución! - Die geballte linke Faust vor knallrotem Hintergrund ist ein beliebtes kommunistisches Symbol

Der Kommunismus ist ein fiktives Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Er wurde im Zusammenhang mit der materialistischen Philosophie und seinen Analysen des Kapitalismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts maßgeblich von Karl Marx entwickelt.

1 Ziele des Kommunismus

Eines der Ziele des Kommunismus ist eine gerechte und infolgedessen auch friedliche Gesellschaft. Jeder Mensch soll entsprechend seinen Neigungen und Fähigkeiten für die Gemeinschaft arbeiten und in entsprechendem Maße Nutznießer vom gemeinschaftlich erarbeiteten Mehrwert sein können. Privateigentum an Produktionsmitteln, wie z.B. Fabriken, soll der Theorie nach im Kommunismus abgeschafft werden, nicht aber - wie oft irrtümlich angenommen wird - persönliches Privateigentum. Die Produktionsmittel seien in Gemeineigentum zu überführen. Geld und alle anderen Mittel zur Herrschaft seien dann - so die Theorie - nicht mehr erforderlich und könnten ebenso abgeschafft werden.

2 Wege zum Kommunismus

Die Genossen Stalin und Mao Zedong

Unter Anhängern des Kommunismus ist der Weg dahin das Umstrittenste überhaupt. Vor allem deshalb gab und gibt es in vielen Ländern teilweise gleichzeitig mehrere kommunistische Parteien bzw. Gruppierungen. Auch in Deutschland wird im linken Spektrum darüber diskutiert bzw. gestritten (siehe zum Beispiel Gesine Lötzsch).

Der ursprünglich von Karl Marx vorgeschlagene Weg bestand darin, den Kapitalismus durch eine gewaltsame Revolution des arbeitenden Volkes in einem bewaffneten Kampf zu überwinden. Es solle dann eine Diktatur des Proletariats eingerichtet werden, in der eine einzige Partei, die Kommunistische Partei, die Macht übernehmen soll. Zunächst solle von dieser ein sozialistisches Gesellschaftssystem errichtet werden. Unter Ausschluss aller Gegner des Kommunismus solle dieses System ansonsten demokratische Strukturen mit gewählten Räten aufweisen. Das russische Wort für einen solchen Rat ist Sowjet. Im Sozialismus solle über Generationen eine Umerziehung der Menschen für die kommunistische Gesellschaft stattfinden, da der Kommunismus ansonsten am Egoismus scheitere, zu dem die Menschen im Kapitalismus erzogen worden seien.

Nach neueren Vorschlägen soll der Kommunismus auch über einen aus der kapitalistischen Demokratie aus Wahlen hervorgegangenen Sozialismus durch Einsicht der Menschen erreicht werden können, womit im übrigen Widersprüche mit der Verfassung bzw. dem Grundgesetz bei uns und in vielen anderen Ländern reduziert werden.

3 Kritik

Eine häufige Kritik am Kommunismus ist, dass er nicht realisierbar sei, da er an den Menschen selbst und ihren sozialen Schwächen scheitere. Diese scheint sich dadurch bestätigt, dass es auf unserem Globus zu keiner Zeit und in keinem Staat ein über längere Zeit funktionierendes sozialistisches, geschweige denn ein kommunistisches System gegeben hat. Die meisten Staaten mit kommunistischen Regierungen scheiterten bereits in der Phase des Sozialismus und oft schon sehr früh offenbar daran, dass sich in den Führungskreisen, insbesondere den oberen Parteiebenen, neue Eliten bildeten, welche ihre Macht zu ihrem eigenen Vorteil nutzten und folglich das wirkliche Interesse an der Einführung eines kommunistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems verloren. Einige Staaten wie die Volksrepublik China entwickelte ein eigenes Verständnis von Kommunismus, das sehr stark von dem Verständnis europäischer bzw. westlicher Ideologen abweicht und teilweise auch Elemente aus dem angeblich verhassten Kapitalismus übernimmt.

Eine andere Kritik, der Kommunismus wolle alle Menschen gleichmachen, lässt sich zumindestens aus den Veröffentlichungen von Karl Marx, insbesondere seinem Hauptwerk Das Kapital nicht unmittelbar belegen. Seine wissenschaftlich-ökonomisch geprägte Betrachtung der Menschen unterscheidet sich zunächst nicht von der aktuellen Betrachtungsweise der Volks- und Betriebswirtschaft, sondern sieht jede Person zunächst als Arbeits- und Kostenfaktor in der kapitalistischen Marktwirtschaft. Karl Marx lehnte aber neben Kapitalisten auch verschiedene Randgruppen ab. Im Grunde zumeist Verlierer des Kapitalismus, die mehr oder minder ihren eigenen Weg zu finden versuchten, bezeichnete er sie als Lumpenproletariat und sah sie als Gefahr für den kommunistischen Weg.

Die Indoktrination in sozialistischen Staaten hat teilweise faschistische Züge, weshalb viele Historiker die totalitären Staaten unterschiedlicher Richtung vergleichen und immer wieder Gemeinsamkeiten entdecken. Ein Indiz ist vor allem die menschenverachtende Sprache. So finden sich in einem „Kurzlehrgang“ von 1946, der u.a. während der Gründungszeit der DDR verbreitet wurde, folgende Formulierungen: „Das Jahr 1937 erbrachte neue Beweise gegen die Scheusale aus der bucharinschen-trotzkistischen Bande. ... Die Prozesse zeigten, daß dieser Abschaum der Menschheit gemeinsam mit den Volksfeinden Trotzki, Sinowjew und Kamenew bereits seit den ersten Tagen ... gegen den Sowjetstaat gestanden hatten.“[1]

Der Journalist Chri­stian Bommarius schrieb über die XVI. Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011: „Am vergangenen Wochenende haben rote Faschisten sich in Berlin zur Diskussion getroffen.“[2] Der FDP-Politiker Gerhart Baum, der dem linksliberalen Flügel seiner Partei zugerechnet wird und 1978 bis 1982 Bundesinnenminister war, verglich oft die Verletzung der Menschenrechte in nationalsozialistischen und kommunistischen Diktaturen.

4 Liste kommunistischer Regierungen

Diese Liste enthält Staaten, in denen eine kommunistische Partei regiert oder regiert hat.

In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bildete die SED nach der Zwangsvereinigung von der KPD (Kommunisten) und SPD (Sozialdemokraten) von 1949 bis 1989 die Regierung.

5 Zitate

6 Literatur

  • Karl Marx / Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei (erstmals erschienen 1848)
  • Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie (Band 1 erstmals erschienen 1867)

7 Links

7.1 Siehe auch

7.2 Weblinks

7.3 Einzelnachweise

  1. Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Verlag der sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, Berlin 1946, Seite 419
  2. http://www.rosa-luxemburg-konferenz.de/de/fruehere-konferenzen/konferenz-2011
  3. Aus www.zitate.net

8 Andere Lexika