Linksextremismus

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Linksextremismus ist ein Sammelbegriff für kommunistische und anarchistische Ideologien und politische Bewegungen. Im Zentrum dieser Ideologien steht die vehemente Ablehnung der parlamentarischen Demokratie, des Liberalismus und des Kapitalismus.

Die ideologischen Grundlagen der linksextremistischen Organisationen heute sind die beiden linksradikalen Grundströmungen des 19. Jahrhunderts: Marxismus und Anarchismus.[1] Es gibt eine Reihe Parteien bzw. Organisationen in der BRD, die durch den Verfassungsschutz als linksextremistisch eingeordnet werden. Als bedrohlichste Form des Linksextremismus für die Sicherheitsbehörden wird gegenwärtig das Spektrum der Autonomen und ähnlicher gewaltbereiter Linksextremisten angesehen.[2] Die Zahl der Gewalttaten mit zu vermutendem linksextremistischem Hintergrund ist während der letzten Jahre deutlich gestiegen.[3]

Trotz aller Differenzen gebe es auch eine Reihe gemeinsamer Merkmale des gegenwärtigen politischen Extremismus, so Hans-Gerd Jaschke,[4] womit der Linksextremismus teilweise mit Rechtsextremismus und religiösen Extremismen in Verbindung stehe. Diese Merkmale sind u.a. der Absolutheitsanspruch der eigenen Auffassungen, Dogmatismus, die Unterteilung der Welt in Freund- und Feindschemata, Verschwörungstheorien und Fanatismus. Infolge staatlicher Tolerierung ist der Linksextremismus in Deutschland immer dreister geworden, so Felix Krautkrämer. Wissenschaftler, die vor der Gefahr durch Linksextremisten warnen, erhalten Drohbriefe und können - nach Krautkrämer - ihre Vorträge oft nur unter Polizeischutz halten. Journalisten, die kritisch über die sogenannten „Antifaschisten“ berichten, werden ebenso Anfeindungen ausgesetzt.[5]

1 Aktuelles[Bearbeiten]

  • Deutsche Linksextremisten freuen sich darüber, dass London brennt, fragen sich, wann folgt „endlich“ Berlin und riefen dazu auf, die Ausschreitungen und Pöbeleien in Großbritannien zum Vorbild für den politischen Kampf in Deutschland zu nehmen.[6]

2 Zitate[Bearbeiten]

  • Günther Beckstein (CSU), ehemals Ministerpräsident des Freistaates Bayern: „Wir haben den Linksextremismus nach wie vor als Gefahr einzuschätzen. In der Öffentlichkeit aber ist diese nicht mehr in der ihr gebührenden Bedeutung gegenwärtig. Ich habe immer darauf hingewiesen, dass wir nicht nur den Rechtsextremismus, nicht nur den Ausländer-Extremismus, sondern auch den Linksextremismus als ernst zu nehmende Gefahr anzusehen haben.“[7]
  • Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU): „Immer noch besteht in unserer Gesellschaft die Tendenz, linke Gewalttäter zu verharmlosen. Ich habe nicht das geringste Verständnis dafür, wenn Politiker und Medien linke Gewalt und Straftaten als Ausdruck von zivilem Ungehorsam beschönigen. Was wir brauchen, ist eine bedingungslose Verurteilung und Ächtung jeglicher Gewalt, sei es von Linksextremisten oder Rechtsextremisten.“[8]

3 Verfassungsschutzbericht 2009[Bearbeiten]

Im Verfassungsschutzbericht 2009 des Bundesministeriums des Innern aufgeführte politisch linke Parteien und Organisationen:[9]

  • Die Linke
  • Kommunistische Plattform der Partei DIE LINKE (KPF)
  • Sozialistische Linke (SL)
  • Geraer Dialog/Sozialistischer Dialog (GD/SoD)
  • Marxistisches Forum (MF)
  • Arbeitsgemeinschaft Cuba Sí
  • Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
  • Organisationen im Umfeld der DKP:
    • Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ)
    • Marx-Engels-Stiftung e.V. (MES)
    • Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)
    • Trotzkisten
    • Rote Hilfe e.V. (RH)

4 Linksextremismus im Internet[Bearbeiten]

Laut Verfassungsschutz 2010 S. 134 „benutzen Linksextremisten die Mittel der modernen Informationsgesellschaft wie das Internet und Mobiltelefone“. Verbreitet sind Aufrufe zur Teilnahme linksextremistischer Demonstrationen, sowie „gewaltaffine Mobilisierungsvideos“, in dem die Linksextremisten ihre Gegner agressiv als „Nazis“ oder „staatlicher Unterdrückungsapparat“ brandmarken. Als eine auch von Linksextremisten benutzte Plattform wird u.a. Indymedia bezeichnet (S. 142).

5 Siehe auch[Bearbeiten]

6 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verfassungsschutzbericht 2009 des Bundesministeriums des Inneren, Seite 144
  2. http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=12275&article_id=54256&_psmand=30
  3. http://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af_linksextremismus
  4. Bundeszentrale für Politische Bildung: Rechtsextremismus
  5. Nicht nur am 1. Mai von Felix Krautkrämer - Junge Freiheit, 30. April 2011
  6. "London brennt, wann folgt endlich Berlin?". Vgl. "London+brennt!+-+Wann+folgt+endlich+Berlin%3F"&cd=2&hl=de&ct=clnk&gl=de&source=www.google.de London brennt! - Wann folgt endlich Berlin?! (Indymedia)
  7. Spiegel ONLINE, 23. März 2007
  8. Junge Freiheit vom 3. März 2011
  9. Verfassungsschutzbericht 2009 des Bundesministeriums des Inneren, Inhaltsverzeichnis Seite 11

7 Weblinks[Bearbeiten]

8 Literatur[Bearbeiten]

  • Patrick Moreau „Linksextremismus: eine unterschätzte Gefahr“ (zusammen mit Jürgen P. Lang) Bonn 1996.
  • Hans-Helmuth Knütter "Antifaschismus : der geistige Bürgerkrieg". Vorw. von Heinrich Lummer. Hamburg : Die Dt. Konservativen e.V. 2010.
  • Christian Jung / Torsten Groß "Der Links-Staat." 978-3864453694 Kopp Verlag 2016, 316 Seiten.