Extremismus

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Als Extremismus bezeichnet man eine übersteigerte und radikale Haltung,[1] die sich sowohl in Fragen der politischen Überzeugungen als auch in Fragen der religiösen-weltanschaulichen Fragen zeigen kann. Seine in Deutschland häufigsten Formen, der Links- oder Rechtsextremismus, sind Einstellungen, deren Absicht die Beseitigung der bestehenden Gesellschaftsordnung ist. [2] Eine andere extremistische Ideologie ist z.B. der Islamismus.

Kennzeichnend für politisch oder religiös-weltanschaulich motivierten Extremismus ist die Erscheinung, daß die die vermeintlichen Gegner entrechtet, entmenschlicht und entpersonalisiert werden. Insofern ist Extremismus nicht kritikfähig, da die potentiellen Gegner/Kritiker in den Augen der Anhänger der jeweiligen extremen Richtung bereits ihr Recht auf Meinungsäußerung und Kritik verloren haben.

1 Extremismusabwehr

Als Extremismusabwehr werden Bestrebungen bzw. Handlungen bezeichnet, die gegen eine Gefahr durch Extremisten gerichtet ist. Projekte die der Bekämpfung des Rechtsextremismus dienen sollen erhalten auch finanzielle Unterstützung seitens des Staats.[3].

Durch Steuergelder finanzierte Extremismusabwehr soll auch Bekämpfung von Linksextremismus und islamistischen Extremismus beinhaltet[4]. Vereine, die die Bekämpfung des Extremismus beabsichtigen, müssen sich künftig zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen. So warnt beispielsweise der Linkspartei-Unterstützer Christoph Butterwegge in seinem in der linksextremen Junge Welt veröffentlichten Artikel vor einer „...fatalen Gleichsetzung von Links und Rechts“[5]. An der Tatsache, dass nun die Bundesprogramme gegen den Rechtsextremismus laut Koalitionsvertrag »unter Berücksichtigung der Bekämpfung linksextremistischer und islamistischer Bestrebungen« ausgedehnt werden müssten, erkennt Butterwegge, der an der Universität zu Köln Politikwissenschaft lehrt, unmissverständlich die Gefahr, dass man nunmehr „die Gefahr des Rechtsextremismus“ „relativieren“ werde.

2 Linke Kritik am Extremismusbegriff

Linksgerichtete Sozial- und Politikwissenschaftler behaupten in der Regel, dass der Extremismusbegriff ungeeignet sei, demokratiefeindliche Bewegungen zu beschreiben. Besonders wehren sie sich dagegen, dass durch den Extremismusbegriff linker Extremismus und rechter Extremismus gleichbehandelt werden. Laut der linken Sozialwissenschaft gebe es nämlich gar keinen "Linksextremismus", sondern nur "Rechtsextremismus". Dies liege daran, dass alle Linken gemäß ihrem Selbstverständnis "Demokraten" seien, weil sie von einer Gleichheit der Menschen ausgehen. Alle Rechten seien dagegen Antidemokraten, beziehungsweise "Extremisten", weil sie von einer Verschiedenheit der Menschen ausgehen. Daher gebe es keine demokratische Rechte und Begriffe wie rechts, rechtsradikal oder rechtsextrem, können beliebig durcheinander verwendet werden. Weil laut linker Weltanschauung der Gedanke, von einer Verschiedenheit der Menschen auszugehen, verbrecherisch sei, dürfe sich die "Extremismusbekämpfung" einzig und allein gegen Rechts richten; niemals jedoch gegen Links.

3 Einzelnachweise

  1. Lexikon-Institut Bertelsmann: Bertelsmann Universallexikon, Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Gütersloh, 1995, Seite 252
  2. Neues Großes Schülerlexikon in Farbe, 1994, Seite 100
  3. http://www.tagesspiegel.de/berlin/millionen-fuer-den-kampf-gegen-rechts-studie-bescheinigt-berlin-erfolgreiche-projektarbeit/3798624.html
  4. Koalition im Kampf gegen Extremismus
  5. Text auf der linksgerichteten Indymedia-Website verfügbar

4 Weblinks

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