Christoph Butterwegge

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Profil.png Profil: Butterwegge, Christoph
Beruf deutscher Politikwissenschaftler
Persönliche Daten
26. Januar 1951
Albersloh, Westfalen


Christoph Butterwegge (* 26. Januar 1951 in Albersloh Westfalen) ist ein kulturell-links orientierter Politikwissenschaftler, der am Institut für vergleichende Bildungsforschung und als Sozialwissenschaftler an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln ist. Im Jahr 2016 hat ihn die linke Partei Die Linke als Kandidaten zur Wahl des Bundespräsidenten aufgestellt. [1]

1 Vita[Bearbeiten]

1.1 Privates[Bearbeiten]

1.1.1 Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Er ist Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien (FiSt). Butterwegge ist in mehreren marxistischen Organisationen tätig. Er wurde 1983 in den Beirat des Instituts für Marxistische Studien und Forschungen gewählt und gehörte von 1987 bis 1989 dem wissenschaftlichen Beirat des Zentrum für Marxistische Friedensforschung an. [2] Ferner vertritt er seine Positionen auch als Referent der Marx-Engels-Stiftung. [3]

1980 erklärte Butterwegge im Organ des Sozialistischen Hochschulbundes frontal, der Sozialismus sei „kein Pluralismus-Paradies, sondern das Gesellschaftssystem, wo die Arbeiterklasse ihre politische Macht errichtet, sie – unter Wahrung der sozialistischen Gesetzlichkeit, wenn es sein muß mit Gewalt – gegen ehemalige Kapitalisten und Konterrevolutionäre verteidigt und zur Umwälzung der herrschenden Eigentumsverhältnisse einsetzt.“ Auch die „Staatsmaschinerie der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie“ könne man in den Sozialismus nicht übernehmen, sondern „zerbrechen“. [4]

1.1.2 Ehrungen[Bearbeiten]

1.2 Ausbildung[Bearbeiten]

1.3 Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

1.4 Politische Tätigkeiten[Bearbeiten]

Christoph Butterwegge ist ein passionierter Kämpfer gegen Rechts. So warnt der Linkspartei-Unterstützer in seinem in der marxistisch-leninistischen Zeitung Junge Welt veröffentlichten Artikel vor einer „...fatalen Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus“[5]. In der im Koalitionsvertrag festgelegten Maßnahme, dass nun Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus »unter Berücksichtigung der Bekämpfung linksextremistischer und islamistischer Bestrebungen« entsprechend modifiziert werden müssen erkennt Butterwegge, der an der Universität zu Köln Politikwissenschaft lehrt, unmissverständlich die Gefahr, dass man nunmehr „die Gefahr des Rechtsextremismus“ „relativieren“ werde.

Dabei ist zu beachten, dass der Linkspartei-Unterstützer „Extremismus“ gleich in der Mitte der Gesellschaft sieht, so Tim Peters[6].

Linksextremismus gibt es nach Butterwegges Ansicht allerdings nicht. Den Begriff des Linksextremismus sieht Butterwegge als Instrument des Staates, linkes Gedankengut zu kriminalisieren, um es so leichter abwehren zu können. [7] Bereits 1987 schrieb Butterwegge für die DKP-nahen Marxistischen Blätter. In vielen Büchern, Aufsätzen und Sammelbänden legitimierte und/oder modernisierte Butterwegge marxistisch-leninistische Umsturztheorien gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung. [8]

In Nordrheinwestfalen gab es im Jahr 2003 parlamentarische Anfragen aus den Reihen der CDU und der FDP nicht zuletzt auch zum linksradikalen Hintergrund Butterwegges. [9]

Laut der Zeitschrift stern sorgte Butterwege in der Fernsehsendung Anne Will für einen „peinlichen Höhepunkt“, als er Rainer Brüderle vorwarf, „dessen Verständnis von Wirtschaftspolitik erinnere ihn an Hitlers ersten Wirtschaftsminister Alfred Hugenberg.“ Brüderle hatte sich geäußert, er halte es für die größte soziale Tat, wenn ein Staat Arbeitsplätze schafft.[10]

1.4.1 Verharmlosung von Gewalt[Bearbeiten]

Butterwegge hat öfters linke Gewalt verharmlost. So äußerte er sich u.a. zu angeblich legitimer und illegitimen Morden folgendermaßen:

“So sehr ich das verurteile und verabscheue, was die RAF gemacht hat, mit der ich nie in irgendeiner Form sympathisiert habe, aber einen Hanns-Martin Schleyer in einem gepanzerten Fahrzeug zu ermorden, ist trotzdem etwas anderes als einen wehrlosen Migranten und zwischen Gewalt und Gewalt gibt es gewaltige Unterschiede und man muss zur Kenntnis nehmen, wie sie politisch motiviert ist, und ich finde, zuallererst müsste man sich jetzt mal gegen die Gewalt wenden, die die Schwächsten im Lande betrifft, nämlich die Minderheiten ...” [11]

1.5 Rezeption[Bearbeiten]

Der konservative Soziologieprofessor Erwin Scheuch übte scharfe Kritik an Butterwegge. In einem Interview mit der rechtskonservativen Zeitung Junge Freiheit charakterisierte er Butterwegge als Postkommunisten mit eindeutig (neo-)stalinistischen Ansichten dessen einziges Thema die Verunglimpfung der Bundesrepublik Deutschland sei. Ferner bezeichnete er Butterwegge als eine „Fehlbesetzung“ und sprach ihm die wissenschaftliche Kompetenz ab.[12]

1.6 Karriere als Autor[Bearbeiten]

1.6.1 Schriften[Bearbeiten]

  • Christoph Butterwegge/Alexander Häusler Rechtsextremismus, Rassismus und Nationalismus: Randprobleme oder Phänomene der Mitte?
  • Armut in einem reichen Land. Campus Wissenschaft 2. Aufl. 2011. ISBN 978-3-593-39381-0. Dazu: Barbara Ketelhut: Rezension vom 15. Oktober 2009. In: socialnet Rezensionen. Datum des Zugriffs 3. November 2009.
  • Christoph Butterwegge/Michael Klundt/Matthias Belke-Zen: Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland. VS-Verlag, 2., aktualisierte und erweiterte Aufl., Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15915-7.
  • Neoliberalismus. Analysen und Alternativen, Christoph Butterwegge/Bettina Lösch/Ralf Ptak (Hrsg.), Wiesbaden: VS-Verlag 2008, ISBN 978-3-531-15186-1.
  • Kritik des Neoliberalismus, Christoph Butterwegge/Bettina Lösch/Ralf Ptak, Wiesbaden: VS-Verlag, 2., verbesserte Auflage 2008, ISBN 978-3-531-15809-9.
  • Rechtspopulismus, Arbeitswelt und Armut, Christoph Butterwegge/Gudrun Hentges (Hrsg.), Opladen/Farmington Hills: Verlag Barbara Budrich 2008, ISBN 978-3-86649-071-0.
  • Krise und Zukunft des Sozialstaates, Christoph Butterwegge, Wiesbaden: VS–Verlag 3. erweiterte Auflage 2006, ISBN 978-3-531-44848-0. Eine Rezension der ersten Auflage gibt es bei Forum Recht als PDF.
  • Zuwanderung im Zeichen der Globalisierung, Christoph Butterwegge/Gudrun Hentges (Hrsg.), Wiesbaden: VS-Verlag 3. überarbeitete und aktualisierte Auflage 2006, ISBN 3-531-14957-1
  • Massenmedien, Migration und Integration. Herausforderungen für Journalismus und politische Bildung. Wiesbaden: VS-Verlag 2. Aufl. 2006, ISBN 3-531-35047-1.
  • Armut und Kindheit. Ein regionaler, nationaler und internationaler Vergleich, Christoph Butterwegge u.a., 2. Aufl. Wiesbaden: VS–Verlag für Sozialwissenschaften 2004, ISBN 3-531-33707-6
  • Themen der Rechten – Themen der Mitte. Zuwanderung, demografischer Wandel und Nationalbewusstsein, Christoph Butterwegge u.a., Opladen: Leske und Budrich 2002.
  • Rechtsextremismus, Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 2002.
  • Wohlfahrtsstaat im Wandel. Probleme und Perspektiven der Sozialpolitik, 3. Aufl. Opladen: Leske & Budrich 2001.
  • Sozialstaat und neoliberale Hegemonie. Standortnationalismus als Gefahr für die Demokratie, Christoph Butterwegge/Rudolf Hickel/Ralf Ptak, Berlin: Elefanten Press 1998.
  • Rechtsextremisten in Parlamenten: Forschungsstand, Fallstudien, Gegenstrategien, Christoph Butterwegge u.a., Opladen: Leske & Budrich, 1997.
  • Rüstungskonversion in der Region. Studien zum Konversionsprozess im Unterweserraum, (zusammen mit Lothar Peter und Projektgruppe „Konversion in Betrieb und Gesellschaft“ an der Universität Bremen), Münster: Agenda Verlag 1997.
  • Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt: Erklärungsmodelle in der Diskussion, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1996.
  • Austromarxismus und Staat: Politiktheorie und Praxis der österreichischen Sozialdemokratie zwischen den beiden Weltkriegen, Mit einem Geleitwort von Dr. Bruno Kreisky, (Druckfassung der Habilitationsschrift von 1990), Marburg: Verlag Arbeit & Gesellschaft, 1991.
  • 30 Jahre Ostermarsch: Ein Beitrag zur politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland und ein Stück Bremer Stadtgeschichte, Mit einem Vorwort von Dr. Henning Scherf, Christoph Butterwegge/Joachim Dressel (Hrsg.), Bremen: Steintor, 1990.
  • SPD und Staat heute: ein Beitrag zur Staatstheorie und zur Geschichte der westdeutschen Sozialdemokratie (Druckfassung von Butterwegges Dissertation), Berlin: Verlag Das Europäische Buch, 1979.
  • Parteiordnungsverfahren in der SPD: zur Rolle der Parteigerichtsbarkeit in der SPD, Berlin: Demokrat. Verl.-Kooperative, 1975.


2 Auftritte[Bearbeiten]

3 Links und Quellen[Bearbeiten]

3.1 Siehe auch[Bearbeiten]

3.2 Weblinks[Bearbeiten]

3.3 Quellen[Bearbeiten]

3.4 Literatur[Bearbeiten]

3.5 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundespräsidentenwahl / Armutsforscher tritt für Die Linke an
  2. Ulrich Schacht: Attacke von links, Focus, Nr. 15. 1998 vom 6. April 1998 (abgerufen am 18. Oktober 2010)
  3. Tagung am 19./20. Juni 2010 in Dortmund (abgerufen am 18. Oktober 2010)
  4. Zitiert nach: Deutschland - Rückwärts immer, vorwärts nimmer; auf www.jungefreiheit.de
  5. Text auf der linksextremistischen Indymedia-Website verfügbar
  6. Der Antifaschismus der PDS aus antiextremistischer Sicht Von Tim Peters. S. 110
  7. Antonie Rietzschel: Was ist Linksextremismus und was unterscheidet ihn vom Rechtsextremismus? Ein Aufklärungsversuch
  8. Ulrich Schacht: Bundeswehr - Attacke von links; auf www.focus.de
  9. Holger Wartz: Endlich daheim Extremismus - Der Soziologe Christoph Butterwegge hat mit der SPD gebrochen und sieht die WASG als seine neue Heimat; auf www.jungefreiheit.de
  10. TV-Kritik „Anne Will“ stern.de, 17. Januar 2011
  11. [1]
  12. "Das ist ein Skandal". In: Junge Freiheit, 3. Oktober 2013.
  13. Betteln, schnorren, Spenden sammeln - wird unser Mitleid ausgenutzt? - ARD, 5. Dezember 2012
  14. Piraten im Aufwind, FDP am Abgrund – Wird die Schicksalswahl in NRW zur Weichenstellung für Berlin? - ARD, 29. März 2012
  15. Mein Auto, mein Büro, mein Zapfenstreich – Was hat Wulff verdient? - ARD, 7. März 2012
  16. Obdachlos – durchs soziale Netz gefallen - ARD, 16. Februar 2012
  17. Einmal unten, immer unten - Aufstieg nur für Reiche? - ARD - Sendung vom Mittwoch, 26.10.2011
  18. Wirtschaftsboom und Jobwunder – wer träumt da noch vom Kommunismus? - Das Erste, 16. Januar 2011
  19. Kommunismus-Debatte bei „Anne Will“ Vermeiden Sie Fremdwörter! - FAZ, 17, Januar 2011
  20. Hitzige Kommunismus-Diskussion bei Anne Will
  21. Deutschland - Rückwärts immer, vorwärts nimmer; auf www.jungefreiheit.de


4 Andere Lexika[Bearbeiten]