Thilo Sarrazin

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Profil.png Profil: Sarrazin, Thilo
Beruf Volkswirt, ehemaliger Finanzsenator in Berlin
Persönliche Daten
12. Februar 1945
Gera


Thilo Sarrazin (* 1945 in Gera) ist ein deutscher Politiker (SPD) und Buchautor. Seit 1975 war er im öffentlichen Dienst tätig. Er war zudem von 2000 bis 2001 bei der Deutschen Bahn AG beschäftigt. Von 2002 bis April 2009 war er Finanzsenator im Berliner Senat und war seit Mai 2009 bis Ende September 2010 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank.

1 Leben

Thilo Sarrazin soll nach unbestätigten Gerüchten einen Schlaganfall erlitten haben. 2004 musste sich Sarrazin einer Tumor-Operation unterziehen. Seitdem ist Sarrazins rechte Gesichtshälfte teilweise gelähmt.[1]

In der Sendung Hart aber fair unterstrich er, dass man schon stark sein müsse, um den Druck aushalten zu können. Er fühle sich jedoch stark genug. Sollte er diese Schlacht verlieren, wird er jedoch keine neue Partei gründen, obwohl er durchaus mit 20 % rechnen könne.

Er ist verheiratet mit der ehemaligen Grundschullehrerin Ursula Sarrazin.

Mely Kiyak nannte ihn in der Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau (DuMont Verlagsgruppe) eine „lispelnde, stotternde, zuckende Menschen-Karikatur“. Der Verlag entfernte die Passage aus den Online-Ausgaben der beiden Zeitungen, und Mely Kiyak entschuldigte sich für diese Äußerung. Der Verlag wurde wegen dieser Veröffentlichung vom Deutschen Presserat gerügt.[1]

Wegen Sarrazin wurde Deutschland durch die UN gerügt. Die Fronten sind also klar: politisch korrekte Eiferer gegen liberale Rechtsstaatsvertreter, Gedankenpolizei gegen Meinungsfreiheit, fügt die Zeitung hinzu.[2]

1.1 Dies und das

1.2 Politische Positionen

Zeitweise beherrschte er mit seinem Buch Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen die Schlagzeilen. Einige SPD-Genossen strebten ein Ausschlussverfahren gegen ihn an.[3] Bei der Bundesbank war er schon zuvor wegen seiner öffentlichen Äußerungen in Ungnade gefallen.[4] Das Parteiausschlussverfahren erstreckte sich bis in den März 2010. Es endete mit einer Erklärung Sarrazins, dass der Vorwand für das Verfahren nicht in seinem Buch zu finden sei. Er bleibt weiter Mitglied der SPD.

In einem Interview mit Henryk M. Broder für die taz ließ er sich über die vielen Meinungsmacher aus, die offensichtlich sein Buch gar nicht gelesen hatten, aber trotzdem kommentieren wollten.[5] Dort finden sich auch etliche Ausflüge in die Geschichte wie: Hätten die Indianer eine strikte Einwanderungspolitik betrieben und jeden Weißen unverzüglich wieder ins Meer geworfen, dann stünde es heute anders um die indianischen Nationen.

1.2.1 Veröffentlichungen (Auswahl)
  • Ökonomie und Logik der historischen Erklärung. Zur Wissenschaftslogik der New Economic History. Bonn 1974.
  • Reform der Finanzverfassung. Bonn 1998.
  • Der Euro. Bonn 1998.
  • Gestaltung der Zukunftsfähigkeit Berlins in Zeiten knapper Kassen. Berlin 2004.
  • Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen. DVA 2010
  • Europa braucht den Euro nicht. Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat. DVA 2012


2 Auftritte

3 Auszeichnung

Im November 2012 wurde Thilo Sarrazin mit dem von der Verlagsgruppe "Markt intern" gestifteten Deutschen Mittelstandspreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung erfolgte wegen seiner publizistischen Auseinandersetzung mit der Eurokrise, die auch vor unbequemen Wahrheiten und heftigen Repressalien seiner Partei SPD nicht zurückschreckte. Er habe die Konstruktionsfehler des Euro fundiert und allgemeinverständlich herausgearbeitet und klar formulierte Handlungsalternativen zur Lösung der Krise aufgezeigt.[12]

Im April 2013 erklärte die UN, dass die Aussagen von Sarrazin aus 2009 rassistisch waren.[13]

4 Links und Quellen

4.1 Siehe auch

4.2 Weblinks

4.2.1 Kommentare zu "Deutschland schafft sich ab"

4.2.2 Kommentare zu "Kopftuchmädchen produzieren"

4.2.3 Videos

4.3 Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 „lispelnde, stotternde, zuckende Menschen-Karikatur“ Diese Journalistin muss sich bei Sarrazin entschuldigen - bild,
  2. http://www.zeit.de/2013/18/un-ruege-deutschland-sarrazin
  3. Sarrazin darf in der SPD bleiben. In: Spiegel Online. 15. März 2010.
  4. Harald Schmidt, DPA: Umstrittenes stern-Interview. Sarrazin verärgert Bundesbank. In: Stern.de. 13. Mai 2009.
  5. Henryk M. Broder interviewt Thilo Sarrazin: "Es war ein langer und lauter Furz", taz 07.12.2010
  6. Markus Lanz Sendung - ZDF, 7. September 2011
  7. Flüchtlinge vor unseren Grenzen - wen wollen wir reinlassen? - Sendung vom Sonntag, 17.04.2011
  8. Markus Lanz Sendung - ZDF, 24. Februar 2011
  9. "Die Sarrazin-Debatte: Ist Deutschland wirklich in Gefahr?" - SENDUNG VOM DIENSTAG, 30. NOVEMBER 2010
  10. Rechthaber oder Rechtsausleger - Deutschland streitet über Sarrazin - WDR, 1. September 2010
  11. Lifeticker
  12. www.markt-intern.de/presse/newsdetails/datum/2012/11/06/deutscher-mittelstandspreis-thilo-sarrazin-und-lisa-fitz-ausgezeichnet/
  13. http://www.welt.de/politik/deutschland/article115421898/UN-finden-Sarrazins-Aeusserungen-rassistisch.html

5 Andere Lexika