Der Tagesspiegel

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Dieser Artikel behandelt eine Berliner Zeitung. Zum Begriff Tagesspiegel siehe auch Tagespolitik.
Der Tagesspiegel
Tagesspiegel-Logo
Beschreibung Tageszeitung
Sprache Deutsch
Verlag Verlag Der Tagesspiegel GmbH
Erstausgabe 27. September 1945
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage (IVW 4/2009, Mo–So) 133.653 Exemplare
Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff, Lorenz Maroldt
Herausgeber Sebastian Turner, Giovanni di Lorenzo
Weblink tagesspiegel.de
Artikelarchiv 1996 ff.


Der Tagesspiegel ist eine 1945 gegründete Berliner Abonnementzeitung, welche täglich erscheint. Die verkaufte Auflage beträgt 110.057 Exemplare, ein Minus von 17,1 Prozent seit 1998.[1] Damit ist der Tagesspiegel die Berliner Abonnementzeitung mit der dritthöchsten Auflage (nach Berliner Zeitung und Berliner Morgenpost). Der Tagespiegel wird im Unterschied zur Berliner Zeitung vor allem in den westlichen Bezirken der Stadt gelesen.


1 Geschichte

1.1 Anfänge

Die erste Ausgabe der von Erik Reger, Walther Karsch, Heinrich von Schweinichen und Edwin Redslob gegründeten Tageszeitung erschien nach dem Zweiten Weltkrieg am 27. September 1945 unter der Lizenz der Information Control Division der amerikanischen Militärregierung. Das Blatt war zunächst in Berlin und Brandenburg verbreitet, in der Sowjetischen Besatzungszone jedoch unerwünscht.[2] 1949 beschränkte die Berlin-Blockade den Vertrieb auf West-Berlin.

1.2 Ära Holzbrick ab 1992

Von den Alteigentümerfamilien F.K. Maier und Dannenberger wurde der Tagesspiegel ab 1992 sukzessive an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck verkauft.[3] Mit Wirkung zum 1. Juni 2009 übernahm die von Dieter von Holtzbrinck neu gegründete Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH (DvH Medien) alle Anteile der Tagesspiegel-Gruppe von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.[4]

Am 2. Oktober 2009 zog Tagesspiegel aus dem seit 1954 genutzten Verlagsgebäude an der Potsdamer Straße in ein neues Domizil am Askanischen Platz in Berlin-Kreuzberg umgezogen.[5]

1.3 Ziel: Überregionale Tageszeitung

Von den Verlagseigentümern wurde das Ziel verfolgt, den Tagesspiegel in eine Zeitung von überregionaler Bedeutung umzubauen. Dementsprechend wird der Tagesspiegel auf seiner Titelseite als „Zeitung für Berlin und Deutschland“ bezeichnet. Entgegen dieser Eigendarstellung, blieben die Bemühungen zum Umbau in eine überregionale Zeitung jedoch erfolglos. Verlagsintern wurde der Tagesspiegel bereits 2001 den überregionalen Zeitungen zugerechnet.[6] 2002 wurde anlässlich des schließlich abgelehnten Antrags beim Bundeskartellamt auf Zulassung des Zusammenschlusses der Verlagshäuser Holtzbrinck und Berliner Verlag geltend gemacht, eine marktbeherrschende Stellung auf dem Berliner Zeitungsmarkt sei durch den Zusammenschluss nicht zu erwarten. Der Tagesspiegel bediene einen anderen Markt, indem er einen höheren Qualitätsanspruch als die beiden anderen Berliner Abonnementzeitungen Berliner Zeitung und Morgenpost verfolge, und er stehe stärker als diese mit großen überregionalen Blättern im Wettbewerb.[7] Allerdings wurden damals außerhalb des Kernverbreitungsgebiets weniger als sieben Prozent der Auflage abgesetzt, wenngleich dieser Anteil höher lag als bei den anderen Berliner Abonnementzeitungen.[8] 2007 war der Tagesspiegel nach eigener Angabe die seit mehreren Jahren meistzitierte Hauptstadtzeitung. 2009 beteuerte der Verleger Dieter von Holtzbrinck öffentlich sein Bestreben, dem Tagesspiegel eine zunehmende überregionale Bedeutung zu verleihen.[9]. 2009 kündigte Verleger Dieter von Holtzbrinck an, dem Tagesspiegel langfristig weiter zunehmende überregionale Bedeutung zu verschaffen.[10]. Ende 2014 wurde der Tagesspiegel von der Jury der Branchenzeitschrift "medium magazin" immer noch in der Kategorie der regionalen Zeitungen mit einem Preis geehrt.[11]

2 Politische Linie

Die politische Linie vom Tagesspiegel ähnelt weitestgehend der politischen Ausrichtung ihrer Schwesterzeitung der ZEIT, also pro-amerikanisch, pro-zionistisch, und in gesellschaftspolitisch links. Teilweise werden dezidiert antieuropäisch-rassistische, bzw. antiweiß-rassistische Einstellungen vertreten. [12]

3 Auflagenentwicklung

Die verkaufte Auflage des Tagesspiegels beträgt im Wochenschnitt laut IVW knapp 140.000 Exemplare, mit fallender Tendenz. Der Tagesspiegel hat in den vergangenen Jahren an Auflage verloren, im Vergleich mit anderen Berliner Zeitungen wie der Berliner Zeitung, die B.Z. und der Berliner Kurier fiel der Rückgang jedoch geringer aus. Der Anteil der Abonnenten liegt bei etwas über 70 Prozent.


4 Einzelnachweise

  1. laut IVW, viertes Quartal 2014, Mo-So ([www.ivw.eu/aw/print/qa/titel/1006?quartal%5B20144%5D=20144&quartal%5B19984%5D=19984 Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu])
  2. Die New York Times vom 21. März 1946 beschreibt den Tagesspiegel als „independent journal printed in the American sector of Berlin - [...] suppressed in the Soviet zone and the Berlin sector.“
  3. Frank Kautter: Der Verleger als Erfolgsfaktor der Tageszeitung, Dissertation an der der FU Berlin, 2007, S. 87, 01. November 2009
  4. Machtwechsel in der Familie Holtzbrinck, meedia.de, 26. März 2009
  5. Der Tagesspiegel hat ab heute eine neue Adresse, Tagesspiegel vom 2. Oktober 2009, Abgerufen am 1. November 2009
  6. Siehe Pressemitteilungen http://www.presseportal.de/pm/52422/1377091/verlagsgruppe_georg_von_holtzbrinck_gmbh; http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=61824&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0&n_firmanr_=100515&pfach=1&detail=1&sektor=pm&popup_vorschau=0.
  7. Gutachten der Monopolkommission zur Ministererlaubnis nach Ablehnung durch das Bundeskartellamt (http://www.monopolkommission.de/sg_36/text_s36.pdf, Tz. 86, 121)
  8. http://www.bundeskartellamt.de/wDeutsch/download/pdf/Fusion/Fusion02/B6_98_02.pdf, S. 18
  9. http://www.dnv-online.net/medien/detail.php?rubric=Medien&nr=32196.
  10. http://www.dnv-online.net/medien/detail.php?rubric=Medien&nr=32196.
  11. Eigendarstellung auf tagesspiegel.de
  12. Anonym Das Feindbild der Andrea Dernbach. In: diskurskorrekt, 3. Januar 2013

5 Andere Lexika