Joachim Gauck

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Profil.png Profil: Gauck, Joachim
Ohne Flasche-Joachim Gauck 5.jpg
Beruf deutscher Pfarrer und Politiker (Neues Forum), MdV, erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
Persönliche Daten
24. Januar 1940
Rostock


Joachim Gauck (* 24. Januar 1940 in Rostock) ist ein evangelischer deutscher Publizist und Pastor.

Seit dem Abend des 19. Februar 2012 ist er Bundespräsident. Der bisherige Bundespräsident Christian Wulff war zwei Tage zuvor zurückgetreten.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vita

[Bearbeiten] Privates

[Bearbeiten] Mitgliedschaften

[Bearbeiten] Ehrungen

[Bearbeiten] Ausbildung

[Bearbeiten] Beruflicher Werdegang

[Bearbeiten] Veröffentlichungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Vorträge



[Bearbeiten] Auftritte

[Bearbeiten] Grundüberzeugungen

Gauck ist ein vehementer Verteidiger der individuellen Freiheitsrechte des Einzelnen, auch gegenüber den Interessen des Staates. So schreibt er in seinem Buch Freiheit - Ein Plädoyer:

"Es ist vielmehr meine tiefe Überzeugung, dass die Freiheit das Allerwichtigste im Zusammenleben ist und erst Freiheit unserer Gesellschaft Kultur, Substanz und Inhalt verleiht." [28]

Dennoch warnt er gleichzeitig vor den Exzessen anarchistischer, ethisch ungebundener Freiheitsbestrebungen:

"Auch wir schauen uns nach einer Variante von Freiheit um, die man nicht fürchten muss, weil sie anarchistisch ist, die nur die Ungebundenheit, den Aufruhr, nur die Freiheit von etwas kennt. Auch wir haben den Hang zu einer Freiheit, in der wir, wie es uns die Philosophen und Ethiker gelehrt haben, frei sind für etwas und zu etwas." [29]

Das beste staatliche System zur Garantierung der Freiheitsrechte ist für Gauck das westlich-abandländische Demokratiemodell und die soziale Marktwirtschaft. Sozialistische und antikapitalistische Vorstellungen sind für Gauck gänzlich ungeeignet das Wohl des Menschen zu fördern:

"Wenn wir politische Freiheit gestalten wollen, gibt es nicht allzu viele Varianten. Ich jedenfalls kenne keine, die den Grundsätzen dieser westlichen Variante von Eigenverantwortung vorzuziehen wäre. Es gab zwar Gegenentwürfe, in Europa etwas erwachsen aus dem Marxismus. der die Einzelnen im Kollektiv verschwinden ließ. Aber diese Entwürfe haben sich nicht behauptet. Wir haben bei diesen Entwürfen weniger Freiheit, weniger Lebensfreude, weniger Rechtssicherheit und weniger Wohlstand erlebt. Und deshalb gibt es keinen Grund für den alt-neuen Versuch, eine neue Variante von Antikapitalismus in die politische Debatte zu bringen." [30]

Sozialistische Vorstellungen sind nach Gauck ökonomisch und poltisch unbrauchbare Phantastereien:

"Eifrig schwadronieren die Phantasten über die Ideen des Sozialismus. Für mich bestand und besetht weder ökonomisch noch politisch eine realistische Chance für einen dritten Weg zwischen dem gescheiterten Sozialismus und dem düster beschworenen Kapitalismus." [31]

Bei den Bewohnern der ehemaligen DDR stellt Gauck ein deutliches Demokratiedefizit fest:

"Bei meinen Vorträgen begegnet mir, besonders im Osten, ein deutliches Defizit: Viele meiner Landsleute dort zeigen bei Umfragen zu den zentralen Werten der Demokratie eine überwiegend negative Einstellung. So ist das in Ostdeutschland, etwa wenn man nach der Bedeutung der Freiheit fragt, nach der Bedeutung der Rechtsordnung, nach der Bedeutung der Wirtschaftsordnung, wenn man fragt, ob die parlamentarische Demokratie geeignet sei, die vor uns liegenden Probleme zu bewältigen. Bei allen diesen Umfragen sagen über 50 Prozent der Ostdeutschen, daß sie nicht zufrieden sind. Sie glauben, daß die Demokratie das nicht kann: die Freiheit sehen sie nicht als zentral wichtig an." [32]

Den nach 1990 von der PDS und danach der Partei Die Linke fortgesetzten Versuch einer Reaktivierung des Sozialismus und seiner diktatorischen Herrschaftsformen sieht Gauck als Projekt der Gegenaufklärung und zeitweilige Randerscheinung:

"Sie ist die Partei des instutionalisierten Ressentiments und Teile der PDS wie die Kommunistische Plattform repräsentieren die instutionalisierte Gegenaufklärung. Insofern ist die PDS eine Randerscheinung. die uns wohl noch eine Zeitlang begleiten wird." [33]

Im Zuge seiner Kandidatur als Bundespräsident 2010 sprach sich Gauck für die Beobachtung der Partei Die Linke durch den Verfassungsschutz aus und betonte, er könne "noch immer keine Bindung der Linkspartei an das europäische Demokratieprojekt erkennen".

Toleranz ist für Gauck nicht eine indifferente Gleichgültigkeit ohne eigenen Standpunkt und eigene, besonders auch christlich-abandländische Werte:

"Es ist wichtig zu begreifen, dass wir der Toleranz nicht dienen, wenn wir unser Profil verwässern, sondern indem wir uns umgekehrt wieder unserer eigenen Werte vergewissern. (...) Wir sollten daher nicht der irrigen Meinung sein, dass wir der Toleranz etwas Böses antun, wenn wir noch einmal unsere christlich-jüdische Dogmatik anschauen, fragen, welche Werte für unsere Gesellschaft heilsam und wichtig sind, und sie neu zu schätzen lernen." [34]

Im interkulturellen Diskurs vermisst Gauck häufig die Betonung und Treue des Westens zu den eigenen Werten. So fragt Gauck z.B.:

"Warum ist ist im Diskurs zwischen unterschiedlichen Kulturen die Freude des Westens an einer bewahrenden und schützenden Freiheit kaum spürbar. Warum gehen wir oft in die nicht-demokratische Welt hinaus und tun so, als hätte unsere demokratische Welt "Nichtwerte", fühlen uns stattdessen betroffen von dem, was die Potentaten dort über uns behaupten?" [35]

[Bearbeiten] Links und Quellen

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Bilder / Fotos

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Literatur



[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. spiegel.de: Parteien einig: Joachim Gauck wird neuer Bundespräsident
  2. Neuer Bundespräsident - Politiker streiten über Gaucks "wilde Ehe" - Die Süddeutsche, 21. Februar 2012
  3. Heiratsdebatte um Gauck - Muss ein Bundespräsident den Trauschein haben? - Der Spiegel, 21. Februar 2012
  4. Das gab es noch nie - Ohne Trauschein im Schloss Bellevue - bild, 21. Februar 2012
  5. Hansi Gauck: Scheidung war nie ein Thema - bild, 22. Februar 2012
  6. Ehefrau des künftigen Präsidenten - Hansi Gauck will von Scheidung nichts wissen - Die Welt, 22. Februar 2012
  7. Preisträger des Hermann-Ehlers-Preises
  8. Preisträger des Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken
  9. Karl-Heinz Jügelt, Ehrenpromotionen der Theologischen Fakultät 1999, Joachim Gauck, Heinrich Rathke: akademischer Festakt in der Aula der Universität am 20. Januar 1999, Rostock 1999.
  10. Rede zum Dolf Sternberger-Preis 2000
  11. Verleihung an Joachim Gauck und den Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Forschung, Thomas Auerbach (Webseite der BStU).
  12. Preisträger des Cicero-Rednerpreises
  13. Preisträger Erich Kästner-Preis.
  14. Kurt Müller: Laudatio auf Joachim Gauck, in: Antrittsvorlesungen 18. Januar 2000 bis 27. November 2001: mit dem Festakt zur Ehrenpromotion von Joachim Gauck am 24. April 2001, von Christel Köhle-Hezinger. Jena 2005, S. 19–23. ISBN 3-932218-15-9.
  15. Goldenes Lot für Joachim Gauck
  16. 2002 Wittenberg Award Recipient (englisch)
  17. Gesellschaftspolitisches Engagement auf der Basis christlichen Glaubens, S. 37–42 (PDF; 1,16 MB)
  18. Verleihung des Thomas-Dehler-Preises 2008 an Joachim Gauck
  19. Bundespräsident - Gauck will keinen zweiten Versuch 10. Juli 2010
  20. Gespräche mit Joachim Gauck 1. März 2012
  21. Hochzeitsfieber - Braucht auch Deutschland neue Helden? - ZDF, 28. April 2011
  22. Auftritte, Fehltritte, Rücktritte - Das Jahr 2010 - Anne Will Sendung: 12.12.2010 um 21.45 Uhr
  23. Artikel in report-k.
  24. Im Palais in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  25. Nachtstudio in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  26. Im Palais in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  27. Anne Will in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  28. Joachim Gauck: Freiheit- Ein Plädoyer, Kösel-Verlag, München, 2002, S. 5
  29. Joachim Gauck: Freiheit- Ein Plädoyer, Kösel-Verlag, München, 2002, S. 16
  30. Joachim Gauck: Freiheit- Ein Plädoyer, Kösel-Verlag, München, 2002, S. 59 und 60
  31. Joachim Gauck zitiert nach Norbert Robers: Joachim Gauck, Verlag Henschel, 2000, S. 78
  32. Joachim Gauck: Warum Aufarbeitung kommunistischer Diktatur; in Dagmar Unverhau (Hrsg.): Lustration, Aktenöffnung, demokratischer Umbruch in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn, Verlag LIT, Münster, 2005, S. 3 und 4
  33. [1]
  34. Joachim Gauck: Freiheit- Ein Plädoyer, Kösel-Verlag, München, 2002, S. 49 und 51
  35. Joachim Gauck: Freiheit- Ein Plädoyer, Kösel-Verlag, München, 2002, S. 51 und 52


[Bearbeiten] Andere Lexika






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