Jakob Augstein

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Jakob Augstein (2010)
Profil.png Profil: Augstein, Jakob
Namen Augstein, Thomas Jakob
Beruf deutscher Journalist und Verleger
Persönliche Daten
28. Juli 1967
Hamburg


Thomas Jakob Augstein (* 28. Juli 1967 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist und Verleger. Er ist Herausgeber und seit 2013 Chefredakteur der von ihm 2008 gekauften, linken Wochenzeitung der Freitag. Augstein war 2012 laut dem Simon Wiesenthal Center bester Spieler der deutschen Antisemitismusnationalmannschaft.[1]

1 Vita[Bearbeiten]

1.1 Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

Jakob Augstein ist der anerkannte Sohn des Spiegel-Begründers Rudolf Augstein und der Übersetzerin Maria Carlsson.[2] Sein leiblicher Vater ist der Schriftsteller Martin Walser.[3] Erst nach dem Tod Rudolf Augsteins 2002 erfuhr er auf Nachfrage von seiner Mutter, dass Martin Walser sein leiblicher Vater ist.[4] was er im November 2009 in der Frankfurter Rundschau bekanntgab.[3] Die Journalistin Franziska Augstein, die Schauspielerin Franziska Walser, die Dramatikerin Theresia Walser sowie die Schriftstellerinnen Johanna Walser und Alissa Walser sind seine Halbschwestern.

Nach dem Abitur am Christianeum in Hamburg studierte Augstein von 1989 bis 1993 Politikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und am Institut d’études politiques de Paris (Sciences Po).[5]

1.2 Laufbahn als Journalist und Verleger[Bearbeiten]

1990 begann seine journalistische Tätigkeit bei verschiedenen linken Zeitungen. Bereits während des Studiums arbeitete er von 1990 bis 1993 freiberuflich für die Berliner Zeitung. Nach seinem Abschluss als Diplom-Politologe und sich anschließendem Volontariat arbeitete er von 1993 bis 2003 bei der Sueddeutschen Zeitung (SZ) nach München und Berlin. Von 1999 bis 2002 war er Chef der Berlin-Seite der SZ. 2004 übernahm er die Mehrheit am Verlag Rogner & Bernhard, dessen Anteile er 2011 an Haffmans & Tolkemitt verkaufte.[6] Nach 2005 arbeitete er auch als Autor im Parlamentsbüro der Wochenzeitung Die Zeit.

Am 26. Mai 2008 kaufte er die Wochenzeitung der Freitag, die er seither verlegt. Im Dezember 2011 trennte er sich von den bisherigen Herausgebern der Zeitung Daniela Dahn, György Dalos, Frithjof Schmidt und Friedrich Schorlemmer.

Seit Januar 2011 schreibt er für Spiegel Online die Kolumne S.P.O.N. – Im Zweifel links.[7]

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender Phoenix entwickelte das Format Augstein und Blome. Dort diskutieren Augstein und Nikolaus Blome, der bis 2013 als stellvertretender Chefredakteur bei Bild tätig war und seitdem Chefredakteur des Hauptstadtbüros des Spiegels ist über aktuelle Themen.[8]

Im Februar 2013 übernahm Augstein auch die Funktion des Chefredakteurs des Freitag, gemeinsam mit Philip Grassman und Jana Hensel.

2 Kontroverse[Bearbeiten]

Jakob Augstein kritisierte wiederholt die israelische Regierung Benjamin Netanjahua, die nukleare Bewaffnung Israels und die Rolle der jüdischen Interessenverbände in den USA und anderen bei der Beeinflussung us-amerikanischer Kriegspolitik.

Wegen dieser Kritik kam es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Publizisten Henrik M Broder. In deren Vorlauf warf Henrik M Broder Augstein unter anderem vor, ein „lupenreiner Antisemit“ zu sein, der judenfeindliche Ressentiments auf Israel projiziere.[9]

Das Simon Wiesenthal Zentrum in Los Angeles setze Augstein 2012 auf Anraten Henrik Broders auf Platz 9 seiner jährlich-veröffentlichten Liste der „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“. Die Liste – deutsch etwa: „Top-Ten der antisemitischen/antiisraelischen Verunglimpfungen“ – wurde von vielen deutschen Medien fälschlicherweise als „Liste der Top-Ten der Antisemiten“ dargestellt“.[10]

Die zionistische Anti-Defamation League (ADL) schloss sich der Argumentation des Simon-Wiesenthal-Zentrums an. ADL-Direktor Ken Jacobson erklärte gegenüber der der »Jerusalem Post«. Augsteins Kommentar über die jüdische Kontrolle der US-Außenpolitik „überschreitet die Grenze zu antisemitischen Verschwörungstheorien.“

Verschiedene deutsche Politiker darunter der jüdische Linken-Politiker Gregor Gysi und die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner, nahmen Augstein ausdrücklich gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz.[11]

Eine breites Bündnis deutscher Journalisten verteidige Augstein ebenfalls entschieden gegen Antisemitismusvorwürfe.[12][13][14]

3 Auftritte[Bearbeiten]

4 Links und Quellen[Bearbeiten]

4.1 Weblinks[Bearbeiten]


4.2 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wiesenthal ranks top 10 anti-Semites, Israel-haters
  2. Henryk M. Broder beschimpft Jakob Augstein „Er ist eine antisemitische Dreckschleuder“. In: FOCUS-Online 20. September 2012
  3. 3,0 3,1 Jobst-Ulrich Brand, Stephan Sattler. Friede, Freude, Großfamilie In: FOCUS, Nr.49 2009
  4. Alexander Cammann: Augstein-Walser Lebenslauf der Liebe, in: Die Zeit, 3. Dezember 2009, S. 66.
  5. Vorlage:Munzinger
  6. Haffmans & Tolkemitt übernimmt Mehrheit an Rogner & Bernhard. In: boersenblatt.net. 7. Oktober 2011. Abgerufen am 3. November 2011.
  7. S.P.O.N. – Im Zweifel links, Kolumne bei Spiegel Online
  8. [1]. In: PHOENIX: „Augstein und Blome“ für Grimme-Preis nominiert. 29. Januar 2013.
  9. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_lupenreiner_antisemit_eine_antisemitische_dreckschleuder/
  10. So in der FAZ von Feuilleton-Journalist Nils Minkmar Antisemitismus-Vorwurf: Eine offene Gesellschaft vom 1. Januar 2013: „Die Nominierung von Jakob Augstein auf Platz neun der Liste der zehn schlimmsten Antisemiten ist ein schwerer intellektueller und strategischer Fehler des Simon Wiesenthal Centers (SWC).“ in: Antisemitismus-Vorwurf: Eine offene Gesellschaft, FAZ, 1. Januar 2013 oder
    Christian Bommarius in der Frankfurter Rundschau im Leitartikel Broder diffamiert Augstein vom 2.2. 2013: „Das Simon-Wiesenthal-Center setzt Freitag-Herausgeber Jakob Augstein auf die internationale Liste der Antisemiten.“ in: , Frankfurter Rundschau, 2. Januar 2013
  11. Kritik an Antisemitismus-Vorwurf gegen Augstein In: Deutschlandradio, 3. Januar 2013
  12. Christian Bommarius. Broder diffamiert Augstein In: Berliner Zeitung, 2. Januar 2013
  13. Antisemitismus-Vorwurf: Eine offene Gesellschaft, FAZ, 1. Januar 2013
  14. Eine politische Groteske in: Junge Freiheit, 10. Januar 2013
  15. Vorsicht Kanzlerin! Wer traut sich zu regieren? - ARD, 29. September 2013
  16. "Deutschland hat gewählt - Wie geht's weiter?" - Phoenix, 23. September 2013
  17. Rot-rote Machtspiele - Schreckgespenst oder soziale Verheißung? - ARD, 11. September 2013
  18. Die besteuerte Republik - ZDF, 9. Mai 2013
  19. Millionen für wenige, zu wenig für Millionen - ZDF, 14. März 2013
  20. Rot-Grün zieht vorbei: Merkels Albtraum? - ARD, 22. Januar 2013
  21. "Überschuldet in die Rezession - Wohlstand ade?" - Phoenix, 19. November 2012
  22. Genosse Krösus - Steinbrücks Kanzler-Träume schon geplatzt? - ARD, 14. November 2012
  23. Total transparent – wollen wir den gläsernen Politiker? - ARD, 21. Oktober 2012
  24. Jubeltage für Helmut Kohl - zu viel der Ehre? - ARD, 26. September 2012
  25. Röttgens Rausschmiss - Merkel im Abstiegskampf? - ARD, 16. Mai 2012
  26. Will-Talk zu Merkels Röttgen-Rauswurf - "Sie hat diesen Mann benutzt" - Der Spiegel, 17. Mai 2012 - Autor: Mathias Zschaler
  27. "Piraten - Profiteure der Stimmungsdemokratie?" - Phoenix, 16. April 2012
  28. Der Blechtrommler - was ist dran an Grass' Israel-Kritik? - ARD, 15. April 2012
  29. Die Präsidentenmacher – drei Tage vor der Wahl des neuen Staatsoberhaupts - ARD, 15. März 2012
  30. Eurolust und Koalitionsfrust - Comeback der Kanzlerin? - WDR, 30.10.2011
  31. "Von Energiewende bis Euro-Rettung - Ist die Politik überfordert?" - Phoenix, 4. Juli 2011
  32. Die Welt außer Kontrolle? Der Schwabenstreich - Schicksalswahl für Merkel? - Sendung vom Sonntag, 26.03.2011
  33. Das Hartz-Theater - was bekommt die Politik noch gebacken? - Das Erste 12. Februar 2011

5 Andere Lexika[Bearbeiten]