Verschwörungstheorie

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Eine Verschwörungstheorie stellt den Versuch dar, Zustände oder Ereignisse durch Verschwörungen zu erklären. Dabei nehmen Verschwörungstheoretiker oft große Vereinfachungen auch komplizierter Sachverhalte vor oder lenken die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit durch eine ungewöhnliche Erklärung auf sich.

Bekannte Beispiele für Verschwörungstheorien bestehen zur Erstlandung der USA auf dem Mond, zu den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA, aber auch zur Ermordung des US-Präsidenten John F. Kennedy.

Prag, November 1952: „Verbrecherische trotzkistische und titoistische Clique, die zusammen mit Gestapoagenten und US-Imperialisten die Volksdemokratien stürzen wollte.“ (Fast alle Angeklag­ten waren jüdischer Abstammung)

Eine geschichtlich bedeutsame Verschwörungstheorie entstand um die sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“, die maßgeblich zur Verfolgung der Juden im Europa des 20. Jahrhunderts, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus beitrugen.

Einzelne Verschwörungstheorien haben sich später als wahr erwiesen. Dies gilt vor allem für Geheimdienstoperationen unter „falscher Flagge”.

Im Zusammenhang mit dem Syrienkrieg wurde z.B. behauptet, dass die USA bei ihrer Unterstützung von Aufständischen in Syrien nicht nur „moderate Rebellen“, sondern bewusst auch salafistische Terrororganisationen wie den „Islamischen Staat“ unterstützen, um den Präsidenten Baschar al-Assad zu bekämpfen. Mittlerweile ist erwiesen, dass die USA für die Entstehung des „IS" mitverantwortlich waren.[1]

1 Verschwörungstheorie als Arbeitshypothese

In der Kriminalistik ist eine Verschwörungstheorie eine ergebnisoffene Arbeitshypothese, bei der das Zusammenwirken mehrerer Täter als mögliche Erklärung untersucht wird. Wenn sich eine solche Verschwörungstheorie nicht bestätigt, so handelt es sich um einen Einzeltäter.

2 Verwendung als rhetorisches Mittel

Der Begriff Verschwörungstheorie wird inzwischen auch verwendet, um Erklärungen als unwissenschaftlich darzustellen oder Skeptiker einer offiziellen Darstellung eines Tathergangs während ihrer ergebnisoffenen Recherchen zu diskreditieren. Ein Beispiel ist die Rede des US-Präsidenten George W. Bush, der bereits zwei Monate nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in einer Rede vor der UNO die Bezeichnung „conspiracy theory“ (engl. für Verschwörungstheorie) verwendete, um mögliche Zweifel an der offiziellen Darstellung des Tathergangs und dessen Hintergründe schon im Vorfeld zu unterbinden:

„Let us never tolerate outrageous conspiracy theories concerning the attacks of September 11th - malicious lies that attempt to shift blame away from the terrorists themselves, away from the guilty.“[2]

Aufgrund seiner negativen Konnotation und fehlender Objektivität halten einige Wissenschaftler den Begriff Verschwörungstheorie im wissenschatlichen Diskurs mittlerweile für unbrauchbar.[3]

3 Einzelnachweise

  1. Nora Schareika: Pentagon-Bericht enthüllt: USA ließen den IS gewähren, N-TV am 27. Mai 2015
  2. Rede von Präsident Bush vor den Vereinten Nationen vom 10. November 2001 (Englisch)
  3. „Die dunkle Seite der Wikipedia“ Autor Markus Fiedler im Interview auf NachDenkSeiten.de vom 22. Oktober 2015

4 Externe Weblinks