1947

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1 Ereignisse

2 Januar 1947

  • 1. Januar: Gründung der „Bizone“: Die amerikanische und die britische Besatzungszone werden zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum zusammengefasst. Die französische Zone wird später angeschlossen.
  • 4. Januar: Die erste Ausgabe des Magazins „Der Spiegel“ erscheint.

3 Februar 1947

  • 3. Februar: Die CDU in Nordrhein-Westfalen verabschiedet ihr am christlichen Sozialismus orientiertes „Ahlener Programm“. Es wird in dieser Fassung nie in die Praxis umgesetzt, die "Soziale Marktwirtschaft" gewinnt zwei Jahre später die Oberhand.
  • 7. Februar: In der britischen Zone werden im Rahmen der Entnazifizierungsverfahren 1,5 Mio. Deutsche als Mitläufer amnestiert.
  • 8. Februar: Berlin-Hakenfelde, Deutschland. Zerstörung des Tanzlokals „Karlslust“ durch einen Brand. 82 Tote und über 150 Verletzte.
  • 22. Februar: Die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN) wird gegründet.
  • 25. Februar: Der Alliierte Kontrollrat der Siegermächte des II. Weltkriegs löst durch Gesetz Nr. 46 endgültig den Staat Preußen auf.

4 März 1947

  • 4. März: Uraufführung der Oper "Die Flut" von Boris Blacher in Dresden
  • 10. März: In Moskau beginnt eine Außenministerkonferenz der vier Alliierten. Lediglich über den Beschluss zur Auflösung Preußens wird Einigkeit erzielt. Wegen der Uneinigkeit in Fragen der Wirtschaftspolitik im besetzten Deutschland und der Frage, wie eine deutsche Zentralregierung zu erreichen sei, endet die Konferenz am 24. April ansonsten ergebnislos.

5 April 1947

  • 17. April: In Ost-Berlin findet der 2. Kongress des FDGB statt.
  • 20. April: In der britischen Zone werden Landtagswahlen abgehalten: In Niedersachsen erhält die SPD 66 Sitze vor der CDU mit 31; in Nordrhein-Westfalen liegt die CDU mit 92 Sitzen vor der SPD mit 64 und der KPD mit 28; in Schleswig-Holstein siegt die SPD mit 43 Sitzen vor der CDU mit 22.
  • 25. April: In der britischen Zone wird der Deutsche Gewerkschaftsbund unter dem Vorsitz von Hans Böckler gegründet.

6 Mai 1947

  • 3. Mai: Beginn des I.G.-Farben-Prozesses gegen 23 leitende Angestellte des Unternehmens. Im Juli 1948 ergehen die Urteile, zwölf der Angeklagten werden zu Haftstrafen verurteilt.
  • 9. Mai: Die Hamburger Hafenarbeiter treten wegen der unzureichenden Ernährungslage in den Streik.
  • 10. Mai: Hjalmar Schacht wird in Stuttgart von einer Entnazifizierungsspruchkammer zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt.
  • 27. Mai: In Landsberg am Lech werden 22 Todesurteile gegen Angeklagte des Mauthausen-Prozesses vollstreckt.

7 Juni 1947

  • 5. Juni: US-Außenminister George C. Marshall gibt vor der Harvard-Universität die Grundlagen des Marshall-Planes zur Unterstützung Europas bekannt.
  • 5. Juni: In München treffen auf Einladung des bayrischen Ministerpräsidenten Hans Ehard die Ministerpräsidenten aus allen vier Besatzungszonen zu Gesprächen zusammen. Die Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft Deutschlands sind allerdings so unüberbrückbar, dass die ostdeutschen Ministerpräsidenten vorzeitig abreisen.
  • 14. Juni: Die sowjetische Militäradministration errichtet die "Deutsche Wirtschaftskommission" (DWK) als Leitinstanz der Zentralverwaltungen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ).
  • 17. Juni: Die Berliner Stadtverordneten wählen Ernst Reuter (SPD) zum Berliner Oberbürgermeister; die sowjetische Militäradministration verweigert ihm allerdings die Anerkennung.
  • 25. Juni: In Frankfurt am Main konstituiert sich der erste Wirtschaftsrat der Bizone.
  • 29. Juni: Beginn des SPD-Parteitags in Nürnberg

8 August 1947

  • 15. August: Indien wird unabhängig vom Vereinigten Königreich (Entkolonialisierung)
  • 6. August: Uraufführung der Oper "Dantons Tod" von Gottfried von Einem bei den Salzburger Festspielen
  • 18. August: Die erste Nachkriegs-Export-Messe in Hannover wird eröffnet.

9 September 1947

  • 1. September: Rudolf Paul, der Ministerpräsident des Landes Thüringen, setzt sich über Berlin-West von der Sowjetischen in die Amerikanische Besatzungszone ab. Am 9. Oktober verliert der Geflohene offiziell sein Amt an seinen Stellvertreter Werner Eggerath.
  • 10. September: Mit 140.000 Losen und einem Höchstgewinn von 250.000 Reichsmark nimmt die Süddeutsche Klassenlotterie in der US-Besatzungszone ihren Lotteriebetrieb auf.
  • 15. September: Die Pariser Friedensverträge mit Deutschlands europäischen Verbündeten im Zweiten Weltkrieg (Italien, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Finnland) treten in Kraft.

10 Oktober 1947

  • 1. Oktober: Im Land Bremen finden die ersten Freien Wahlen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Die SPD wird mit Abstand stärkste Kraft.
  • 16. Oktober: Die Militärregierungen für die britische und die US-amerikanische Besatzungszone präsentieren eine endgültige Demontageliste; gegenüber früheren Listen ist sie mit 682 aufgeführten Betrieben deutlich reduziert.

11 November 1947

  • 3. November: Im Prozess Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS gegen 18 Angeklagte ergehen zwei Todesurteile, von denen das gegen Oswald Pohl 1951 vollstreckt wird; drei Angeklagte werden freigesprochen.

12 Dezember 1947

  • 3. Dezember: In Juristenprozess gegen hochrangige Richter der NS-Zeit ergehen die Urteile: Vier Angeklagte erhalten eine lebenslängliche Freiheitsstrafe, sechs Freiheitsstrafen von fünf bis zehn Jahre, vier werden freigesprochen.
  • 6. Dezember: Auf Initiative der SED findet in Ost-Berlin der Volkskongress für die deutsche Einheit und einen gerechten Frieden statt. Während Vertreter der LDP der Einladung folgen, lehnen Jakob Kaiser und Ernst Lemmer als führende Vertreter der Ost-CDU die Teilnahme ab, da sie darin eine reine Propagandaveranstaltung sehen. Sie werden daraufhin von den Sowjets ihrer Parteiämter enthoben und siedeln nach West-Berlin über.
  • 10. Dezember: George C. Marshall fordert die Sowjetunion auf, die Demontage deutscher Firmen in der sowjetischen Zone zu beenden.
  • 15. Dezember: Die Londoner Konferenz der Außenminister der vier Siegermächte im Zweiten Weltkrieg wird beendet, weil sich die Alliierten über die Deutschland-Frage uneins sind und es zum Bruch zwischen der Sowjetunion und den USA kommt.
  • 22. Dezember: Friedrich Flick wird im Flick-Prozess zu sieben Jahren Haft verurteilt; er kommt 1950 vorzeitig frei.
  • 22. Dezember: Über 40 Menschen sterben bei Neuwied beim Zusammenstoß zweier Schnellzüge.

13 Quellen