Udo Ulfkotte

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Profil.png Profil: Ulfkotte, Udo
Beruf deutscher Autor und Journalist
Persönliche Daten
20. Januar 1960
Lippstadt
13. Januar 2017

Udo Konstantin Ulfkotte (* 20. Januar 1960 in Lippstadt, gestorben am 13. Januar 2017) war ein deutscher Politikwissenschaftler, Buchautor und politischer Aktivist sowie ehemaliger Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er war für seine Islamkritik bekannt.

1 Werdegang[Bearbeiten]

Udo Ulfkotte studierte in Freiburg im Breisgau und London Rechts- und Politikwissenschaften. Er veröffentlichte vor allem zu den Themengebieten Nachrichtendienste und Islam. Zwischen 1984 und 1996 lebte er in verschiedenen islamischen Ländern und berichtete vor Ort.

Ulfkotte war Mitglied der Wählervereinigung Bürger in Wut, die mehrere Versuche unternommen hat, den abwertenden und diffamierenden Artikel in der deutschen Wikipedia über sie richtigzustellen. Es blieb vorerst beim Versuch, da sich die Wikimedia Deutschland als für nicht zuständig erklärte.[1]

Udo Ulfkotte war Mitglied des Mitarbeiterstabes der "Bundeszentrale für politische Bildung/bpb".[2]

2 Buch: Der Krieg in unseren Städten[Bearbeiten]

Sein Buch Der Krieg in unseren Städten musste auf einstweilige Verfügung beim Landgericht Berlin noch im Erscheinungsjahr 2003 vom Markt genommen werden.[3] Die TAZ schrieb dazu (Auszugszitat)

„Der Rechtsstreit geht um die darin erhobene Behauptung, die Islamische Föderation sei ein Landesverband der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs. Auf den Verlag rollt eine Prozesslawine zu, da verschiedene muslimische Vereine, Organisationen, Firmen und Privatpersonen gegen das Buch klagen. Für Eichborn-Verleger Peter Wilfert ist klar: Unter Zuhilfenahme erlaubter Mittel wird systematisch Druck aufgebaut, um missliebige Berichte zu zensieren.

http://www.taz.de/dx/2003/05/20/a0117.1/text "taz.de: Im Namen Gottes"

Eine aktualisierte und überarbeitete Neuauflage erschien im Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3596163404.

3 Kritik[Bearbeiten]

  • In seinem Buch Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold: Armut für alle im »Lustigen Migrantenstadl«[4] schrieb Ulfkotte, bestimmte Migrantengruppen würden mehr kosten als die Wirtschaftskrise. Er beruft sich dabei auf einen Spiegel-Titelbericht im Jahr 1973, wonach die Integrationskosten pro Einwanderer bei umgerechnet 100.000 Euro lagen. In einem Intervew sagte er, heute seien es bis zu 400.000 Euro.[5]
    • Ulfkotte gab als Referenz auch einen Artikel von Gunnar Heinsohn in der FAZ an. Dort schreibt Heinsohn: „Eine Billion Euro Sonderschulden aber hatte Deutschland bereits 2007 für Migranten, die mehr aus den Hilfesystemen entnehmen, als sie aufgrund schlechter Schulleistungen und anderer Handicaps in sie einzahlen können. Auf jeden der 25 Millionen vollerwerbstätigen Nettosteuerzahler fallen allein für diese historisch einmalige Aufgabe 40.000 Euro Schulden.“[6]

Teilweise ist nicht verständlich, wie diese Zahlen zustande kommen. Einige Quellen bezweifeln Methodik und Uflkottes Quelle. Es gab einen Internet-blog, der sowohl die Methodik Uflkottes als dessen Quelle bezweifelt hat.[7] Die Zeit kommt sogar zu einem gegenteiligen Ergebnis als Udo Ulfkotte.[8]

  • Ulfkotte wurde wegen seiner kritischen Darstellung des Islamismus und der von diesem ausgehenden Terrorgefahr häufig "Antiislamismus" bzw. "Islamophobie" vorgeworfen. In seinen früheren Publikationen lehnte er eine pauschale Gleichsetzung von Islam und Islamismus ab, allerdings hat er sich von dieser Position abgewandt. Jedoch befürwortet er Religionsfreiheit und verurteilt eine Vorverurteilung aller Muslime. So schreibt Ulfkotte in seinem Buch Der Krieg in unseren Städten unter anderem:

„Eine islamistische Minderheit rüstet zum Angriff gegen den deutschen Rechtsstaat, indem sie heimlich, still und leise eine Infrastruktur zweifelhafter Organisationen schafft, deren Einfluss bis in den entlegensten Winkel unserer Gesellschaft reicht.
(...)
Der Autor ist davon überzeugt, dass die meisten deutschen Muslime keine Ahnung davon haben, was in ihrem Namen und hinter ihrem Rücken geschieht. Um es ganz deutlich zu sagen: Dieses Buch ist NICHT repräsentativ für die Mehrheit der Muslime in der Bundesrepublik.
(...)
Während der Islam eine Religion ist, ist der Islamismus eine Ideologie. Und nicht der Islam, sondern der Islamismus ist die Ursache der heutigen Gefahr.“[9]

„(...)
Gewiss, der weitaus größte Teil der Muslime identifiziert sich nicht mit den radikalen Islamisten. Immerhin treten 72 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen muslimischen Glaubens für eine klare Trennung von Staat und Kirche ein. Nur drei Prozent sind in der vom Verfassungsschutz beobachteten islamistischen Milli Görus organisiert.“[10]

„(...)
Niemand darf die Religion der Muslime diffamieren, und jeder Moslem hat das Recht nach den Gesetzen seiner Religion zu leben - solange dies im Einklang mit der deutschen Verfassung und der Freiheit und der Sicherheit seiner Mitmenschen geschieht.“[11]

„(...)
Doch die Auffassung, wonach "der" Islam für den Westen eine fundamentalistische Bedrohung darstellt, ist gefährlich. Sie kommt vielmehr den Zielen der Islamisten entgegen. Eine solche Auffassung anerkennt innerlich die Behauptung islamistischer Ideologen, sie und ihre Anhänger verträten den Islam schlechthin. Dabei sind Islamisten eine nur kleine - wenn auch wachsende - Gruppe innerhalb des Islam.“[12]

4 Auftritte[Bearbeiten]

5 Publikationen[Bearbeiten]

  • Verschlußsache BND. Koehler und Amelang, München, Berlin 1997, ISBN 3733802144; aktualisierte Taschenbuchausgabe, Heyne, München 1998, ISBN 3453141431.
  • Marktplatz der Diebe. Wie die Wirtschaftsspionage deutsche Unternehmen ausplündert und ruiniert. Bertelsmann, München 1999, ISBN 3570001989.
  • Wirtschaftsspionage. Goldmann, München 2001, ISBN 3442151252.
  • So lügen Journalisten. Der Kampf um Quoten und Auflagen. Bertelsmann, München 2001, ISBN 3570001997.
  • Gencode J.. Eichborn, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3821808608.
  • Propheten des Terrors. Das geheime Netzwerk der Islamisten. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2001, ISBN 3442151961.
  • Der Krieg in unseren Städten. Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern. Eichborn, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3821839783
  • Grenzenlos kriminell. Die Risiken der EU-Osterweiterung. Was Politiker verschweigen. Bertelsmann, München 2004, ISBN 3570002004.
  • Der Krieg im Dunkeln. Die wahre Macht der Geheimdienste. Eichborn, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3821855789.
  • Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht. Eichborn, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3821855770.
  • SOS Abendland. Die schleichende Islamisierung Europas. Kopp Verlag, Rottenburg am Neckar 2008, ISBN 9783938516720
  • Der Krieg im Dunkeln. Die wahre Macht der Geheimdienste; Wilhelm Heyne Verlag München (aktualisierte Ausgabe 2008); ISBN 978-3-453-60069-0
  • Vorsicht Bürgerkrieg! Was lange gärt, wird endlich Wut. Kopp Verlag, Rottenburg 2009, ISBN 3938516941, ISBN 978-3938516942
  • Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold. Armut für alle im "Lustigen Migrantenstadl". Kopp Verlag, Rottenburg 2010 ISBN 3942016427 ISBN 978-3942016421

6 Weblinks[Bearbeiten]

7 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 10 Jahre „Online-Enzyklopädie“ Wikipedia - Kein Grund zum Feiern!
  2. "Bundeszentrale für politische Bildung/bpb: Redaktion"
  3. "Zeit-Online: Wie man Bürgerkriegsängste schürt".
  4. http://www.amazon.de/Kein-Schwarz-Rot-Gold-Migrantenstadl%C2%AB/dp/3942016427
  5. http://www.news.de/politik/855072805/migranten-sind-wohlstandsvernichter/1/
  6. Deutschland verschläft den Kampf um Talente Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. Juni 2010
  7. http://www.initiativgruppe.wordpress.com/2010/12/12/lugen-ohne-zu-lugen-ulfkotte/
  8. http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-06/einwanderung-migration-mythen-fakten
  9. Udo Ulfkotte: Der Krieg in unseren Städten, Eichborn Verlag, Frankfurt a. M., 2003, S. 11
  10. Udo Ulfkotte: Der Krieg in unseren Städten, Eichborn Verlag, Frankfurt a. M., 2003, S. 169
  11. Udo Ulfkotte: Der Krieg in unseren Städten, Eichborn Verlag, Frankfurt a. M., 2003, S. 244
  12. Udo Ulfkotte: Propheten des Terrors - Das geheime Netzwerk der Islamisten, Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2001, S. 15
  13. Mit Muslimen auf der Schulbank - Zumutung oder Chance? - SWR, 5. November 2010
  14. Kopftuchstreit bei Maischberger Muslimas gegen Maulhelden Spiegel, 22. September 2010
  15. TV-Kritik: Menschen bei Maischberger Kopftuch und Koran - (k)eine Frage der Ehre SZ, 22. September 2010

8 Andere Lexika[Bearbeiten]