Nourig Apfeld

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Nourig Apfeld (* 1972 in Aleppo, Syrien) ist eine deutsche Psychologin.

1 Leben[Bearbeiten]

Nourig Apfeld kam 1979 als Nachzüglerin zu ihrer Familie nach Deutschland. Der Vater war in Syrien gefoltert worden und hatte bereits ein Asylverfahren beantragt, das acht Jahre dauern sollte. Der Vater förderte die Ausbildung seiner Töchter. Die jüngere Tochter besuchte den Kindergarten. Beide lernten perfekt deutsch und hatten viele deutsche Freunde und Bekannte. Anfang der 1990er wurde der Vater arbeitslos und in Folge immer empfänglicher für Einflüsterungen seiner muslimischen Umgebung. Die Ehre seiner Familie würde beschmutzt werden, wenn er seine jüngste Tochter weiterhin das Leben einer deutschen Frau führen lassen würde.

Nourig Apfeld wurde am 29. August 1993 von ihrem Vater geweckt und ins Wohnzimmer geführt. Hier lag ihre Schwester mit heraushängender Zunge tot auf dem Sofa. Sie war zuvor schlafend gemeinsam vom Vater und zwei Cousins mit einem Strick erdrosselt worden. Der Vater befahl Nourig den Strick in die Hand zu nehmen und niemals zu vergessen, dass er auch um ihren Hals gelegt werden könnte, wenn sie das Leben ihrer Schwester führen würde. Ihre Schwester hatte gern mit ihren deutschen Freunden gefeiert, sie hatte gelegentlich Sex mit einem Mann, der ihr gefiel und sie hatte auch manchmal Alkohol getrunken. Ein Versuch des Vaters, sie nach Syrien zu verheiraten und damit die Familienehre wieder herzustellen, war an ihrem hartnäckigen Widerstand gescheitert.

Diese Erfahrung hat Nourig so beeindruckt, dass sie zunächst ein Leben nach den Vorstellungen ihrer Familie führte, das sie andererseits als leer und sinnlos empfand. Sie schwieg jahrelang über dieses Erlebnis und litt unter Depressionen. Nachdem sie mit einem deutschen Mann gesehen worden war, wurde sie an den Strick erinnert. Dieser Mann, mit dem sie heute verheiratet ist, versprach ihr seine Unterstützung gegen ihre Familie.

Nach Jahren des Schweigens zeigte sie im Jahr 2000 ihren Vater und die beiden Cousins an, jedoch nur der Vater wurde 2004 verurteilt. Er hatte die Alleinschuld übernommen, ein geschickter Verteidiger konnte die Anklage auf heimtückischen Mord in Totschlag umwandeln, der mit nur acht Jahren Gefängnis geahndet wurde. Seitdem lebt sie in Angst vor ihrer ehemaligen Familie. Sie entschloß sich im September 2010 ein Buch über diesen Fall zu veröffentlichen. Seitdem geht es ihr besser, wobei sie sich im Klaren ist, dass dieses Buch ihre Lebenserwartung noch weiter verkürzen könnte. Im Rahmen einer Diskussion zum Thema "Kopftuch und Koran: Hat Deutschland kapituliert?" bei Sandra Maischberger hat sie ihr Buch vorgestellt und verwahrte sich hier auch gegen die Relativierungsversuche zweier deutscher Islam-Konvertiten.

In einem Radio-Interview nach der Sendung sagte Apfeld, sie möchte mit diesem Buch auch einen Erinnerungsort für ihre Schwester schaffen. Deren Leiche wurde an einem ihr unbekannten Ort verscharrt. Sie sieht ihren Vater heute als einen gebrochenen Mann, der nicht nur sein "Nesthäkchen" eigenhändig umgebracht hat, sondern auch seine zweite Tochter verloren hat.

Die Anzeige gegen ihren Vater sei zunächst gar nicht beabsichtigt gewesen, vielmehr habe sie ihren Cousin "Khan" (nicht der richtige Name) ins Zuchthaus bringen wollen. Er hatte sich als islamistischer Scharfmacher in der Familie betätigt, der ihren verunsicherten Vater unter Druck gesetzt habe. Sie hielt und hält ihn nach wie vor für einen Schläfer. Da dies aber im Jahr 2000 - also vor dem 11. September 2001 - kein Verhaftungsgrund gewesen sei, hatte sie in einem Nebensatz "aber er hat bereits einen Menschen ermordet" gesagt und damit das Familiengeheimnis offenbart. Trotzdem dauerte es noch weitere vier Jahre, bis unwillige deutsche Behörden 2004 den Fall zur Anklage brachten.

2 Auftritte[Bearbeiten]

3 Veröffentlichungen[Bearbeiten]

4 Weblinks[Bearbeiten]

5 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kopftuchstreit bei Maischberger Muslimas gegen Maulhelden Spiegel, 22. September 2010
  2. TV-Kritik: Menschen bei Maischberger Kopftuch und Koran - (k)eine Frage der Ehre SZ, 22. September 2010

6 Andere Lexika[Bearbeiten]