Afghanistan

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Afghanistan
Hauptstadt Kabul
Staatsform Islamische Republik
Amtssprachen Dari-Persisch und Paschtunisch
Währung Afghani
Einwohner 38 Mio. (Stand 2019)
Fläche 652 225 km²[1]
Religion Muslime (20 % Schiiten, 80 % Sunniten)
Sprachen und Ethnien

Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat im westlichen Teil von Südasien. Angrenzende Staaten sind die Volksrepublik China, der Iran, Pakistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan sowie das indische Unionsterritorium Jammu und Kashmir.[1] Das Gebirge Hindukusch teilt Afghanistan in eine Nord- und eine Südregion auf. Die Paschtunen machen etwa 40 % der Bevölkerung aus. Die Tadschiken sind mit etwa 27 % die zweitgrößte Gruppe des Landes.

In der Antike gehörte das Gebiet zum Perserreich. Im 19. Jahrhundert war das Land Ziel der Expansionspolitik des Russischen Kaiserreichs und des Britischen Empire. Aus dem Versuch der Sowjetunion, mit dem Einmarsch militärischer Truppen im Dezember 1979 die kommunistische afghanische Revolution des Vorjahres zu unterstützen, entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Bürgerkrieg. In Folge des Krieges haben Hunderttausende Afghanen seit der afghanischen Revolution von 1978[2] in der Bundesrepublik Deutschland Schutz gefunden. In neuerer Zeit fliehen sie vor allem vor den Islamisten. In den 1990er Jahren hatte das Land von allen Staaten der Erde die geringste Lebenserwartung mit durchschnittlich 43 Jahren und die höchste Säuglingssterblichkeit mit 30 %.[3] 1998 hatte der Staat ein Vermögen von umgerechnet rund 25 Millionen Euro.[4]

Bis heute gerät das Land immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen, bei denen auch andere Staaten mitwirken. Sogar die deutsche Bundeswehr hat im Rahmen der NATO dort eine jahrelange Operation durchgeführt. Afghanistan ist seit Beginn des 21. Jahrhunderts die Heimat vieler islamistischer Terroristen, zum Beispiel der nur dort und in Pakistan agierenden Taliban und der mit diesen konkurrierenden ISIS.

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1 Kurze Chronik der neueren Zeit

  • Nach der kommunistischen Revolution Ende der 1970er Jahre entstand ein von Moskau abhängiges Regime, das auf großen Widerstand aus der Bevölkerung stieß. Daraus entwickelte sich ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion. 1989 kam es zum Abzug der sowjetischen Truppen aus dem Land.
  • Seit den Terroranschlägen von 2001 galt das Land als Brutstätte des islamistischen Terrors, wo auch die betreffenden Attentäter geschult worden waren. Deshalb intervenierte die US-Armee und stürzte die seit einigen Jahren repressiv (vor allem auch gegen Frauen) herrschende Taliban-Regierung.
  • Danach versuchte der Westen, auch unter Beteiligung der Bundeswehr und anderer deutscher Instanzen, eine demokratische Ordnung zu installieren, was jedoch nur teilweise gelang. Stets musste man sich gegen die weiterhin aggressiven Taliban zur Wehr setzen
  • Insgesamt gab es bis 2019 rund 71.390 Tote bei der westlich-afghanischen Koalition[5] und 67.000–74.000 Tote auf Seiten der gegnerischen Taliban und der al-Qaida.
  • 2020 verkündete der damalige US-Präsident Donald Trump, er wolle die US-Truppen - nach wie vor mit Abstand das größte Kontingent - in ziemlich kurzer Frist aus Afghanistan zurückziehen. Sein Nachfolger Joseph Biden setzte diesen Beschluss - schneller als von seinen Nato-Verbündeten erwartet - Mitte 2021 vollständig um. Auch die Bundeswehr zog sich zeitgleich zurück. Inzwischen setzten sich die Taliban gegen die von den USA gut ausgebildeten und ausgerüsteten afghanischen Truppen, die aber weitgehend ohne Motivation kämpften, in wenigen Monaten durch und übernahmen in der eroberten Hauptstadt erneut die Regierungsgeschäfte.

2 Siehe auch

3 Andere Lexika





4 Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 MSN Encarta von 2002
  2. persönliche Erklärung eines Kaufmanns aus Afghanistan mir gegenüber um das Jahr 1980 in Bremen, Frank M. Rauch
  3. Harenberg Kompaktlexikon, Band 1, Seite 38, Harenberg Lexikonverlag, Dortmund 1996
  4. Fischer Weltalmanach 2001, Spalte 51
  5. Neta C. Crawford, Catherine Lutz: Human Cost of Post-9/11 Wars: Direct War Deaths in Major War Zones. Watson Institute for International and Public Affairs at Brown University, 2019-11, S. 1. Abgerufen am 2. Mai 2020. (PDF, en, Summe der Werte US Military, US DOD Civilian und Other Allied Troops.)

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