Das Diktat unserer Zeit. Moderne diktatorische Strömungen (Gemäldeserie von Matthias Laurenz Gräff)

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Ramin Peymani, "Erdogans deutsche Tafelrunde" auf "Die Achse des Guten" (www.achgut.com). Gemälde "Devils Child (Allegorie auf Erdoğan und dem gleichnamigen Song von Judas Priest)"

Das Diktat unserer Zeit. Moderne diktatorische Strömungen ist der Name einer fortlaufenden Gemäldeserie des österreichischen Künstlers Matthias Laurenz Gräff beginnend mit dem Jahr 2016.

1 Näheres zum Werk

  • Die Gemälde stellen den Anfang einer fortlaufenden Gemäldeserie dar.
  • Die Serie hat ein zeitpolitisches Thema - den Radikalismus der politischen Natur und der Gesellschaft in jedweiliger Form - zum Inhalt.

2 Die Gemälde

"Devils Child (Allegorie auf Erdoğan und dem gleichnamigen Song von Judas Priest)" (2016)

2.1 Devils Child (Allegorie auf Erdoğan und dem gleichnamigen Song von Judas Priest)

Daten:

  • Öl auf Leinwand
  • 100x80 cm
  • Oktober 2016
  • Anlass für das Gemälde war das über einen langen Zeitraum anhaltende unmenschliche Verhalten des türkischen Staatschefs Erdoğan, drn grausam niedergeschlagene und gerächte Putschversuch in der Türkei, sowie seine Äußerungen und Handlungen gegen die menschlichen Werte im Allgemeinen.
  • 2017/18 wurde das Gemälde in diversen zeitpolitischen Zeitschriften und Puplikationen verwendet; so in der englischsprachigen Armenischen Zeitschrift "The Armenian Weekly"[1], dem europäischen "eurojournalist.eu",[2] dem israelisch-deutschen "haolam.de",[3] der deutschen "Die Achse des Guten" (ua Ramin Peymani und Peter Grimm)[4] [5] [6] [7] [8] [9] sowie dem österreichisch-griechischen hephaestuswien.com (Heinz Gstrein).[10]
  • Das Gemälde ist 2018 anlässlich eines großformatigen Interviews sowie einer Berichterstattung über das Werk des Künstlers auf der Webseite des griechischen Kulturradiosender "POETS Radio" zu sehen.[11]

Erklärung:

  • Recep Tayyip Erdoğan und seine AKP stellen die Türkei durch ihr rücksichtsloses, rückständiges, menschenunwürdiges, diktatorisches und bestialisches Regime an den Rand des Abgrundes und Bürgerkrieges. Erdoğan wird hier als Devils Child - Teufelskind - dargestellt. Sein Kopf thront auf dem Körper eines Kleinkindes, in seiner rechten Hand hält er eine Handgranate, die er gegen seine politischen Gegner in der Türkei als auch gleichwohl gegen die EU und deren westlichen Werte richtet. Hinter seinem Kopf wird eine Art Heiligenschein sichtbar, die ihn in seine eigene verklärte Islam-religiös motivierte Sicht seines Regimes stellt. Im Hintergrund schwappt das Blut der seinem Regime zu Opfer gefallenen Menschen durch den Raum. Der Titel Devils Child schlussendlich geht auf den gleichnamigen Song der englischen Band Judas Priest zurück, welcher das Bild in deren für sie charakteristischen Schriftzug betitelt. Dem Song liegen textlich bestialische Auswüchse zugrunde, die man auch bei Erdoğan und seinem Regime findet.
"Jeder trägt einen Diktator in sich" (2016)

2.2 Jeder trägt einen Diktator in sich

Daten:

  • Öl auf Leinwand
  • 140x70 cm
  • Oktober 2016

Erklärung:

  • Das Gemälde zeigt eine nackte Frau mit dem Dreispitz aus der französischen Revolutionszeit (nach 1789) bekleidet, und einer für Napoleon Bonaparte charakteristischen Körperhaltung und Pose der Hand. Die Aussage des Werkes ist, dass jeder, auch eine entblöste Frau, ein Geheimnis in sich trägt, in diesem Fall ein dunkles. Der Kontrast soll zeigen, dass auch im Zeitalter der Überwachung, medialen Sichtbarmachung und Ausleuchtung jeder sein Geheimnis, hier dies eines Diktators, das Böse, in sich trägt. Die rechte Hand fährt sich unter die Haut, das Blut fließt über ihren Körper, bis in ihre Scheide hinab; als sinnbildlich zu verstehende Weiterführung des diktatorischen in die nächste Generation der Menschheit.
"Riot, Rock City (Allegorie auf H. C. Strache und das gleichnamige Musikalbum)" (2016)

2.3 Riot, Rock City (Allegorie auf H. C. Strache und das gleichnamige Musikalbum)

Daten:

  • Öl auf Leinwand
  • 70x70 cm
  • November 2016

Erklärung:

  • Riot steht für den Aufruhr, einen Bürgerkrieg, und versinnbildlicht den Bürgerkriegssager des österreichischen FPÖ-Obmannes Heinz-Christian Strache in allegorischer Form und Weise. Straches populistisch, volksaufwieglerisch gefärbte Panikmache mit sorgsam vorbereiteten und gewählten Aussagen wie "Durch den ungebremsten Zustrom von kulturfremden Armutsmigranten, die in unsere Sozialsysteme einsickern, wird aber unser von Solidarität und Zusammenhalt getragenes gesellschaftliches Gefüge in seinen Grundfesten erschüttert und macht mittelfristig einen Bürgerkrieg nicht unwahrscheinlich." versetzen und halten die Bevölkerung in einen anhaltenden Angst- und Aggressionszustand, der trennt und nicht verbindet, und ihn selbst und seiner Partei schlussendlich den Weg zur Macht ebnen soll. Straches Aussage verbindet sich in einer allegorischen Form mit dem Albumcover der US-amerikanischen Band Riot auf deren Album Rock City. Inhaltlich zeigt es den Kopf Straches auf einem menschlichen Wesen mit Nagetierbehaarung, der grinsenden Blickes auf den Betrachter schaut. In seiner Hand hält er eine Axt, die zwar keine Blutspuren aufweist, aber in Verbindung mit der ermordeten liegenden Person steht. Diese zeigt die Pallas Athene, die als griechische Göttin der Weisheit gilt, und als solche auch vor dem österreichischen Parlament in Wien steht. Zu ihrem Kopf sitzt ihr Symbol, die Eule, welche gleichwohl für die Göttin als auch für Klugheit und Weisheit sowie die Stadt Athen steht. Der Bildhintergrund zeigt die Silhouette einer Stadt und eine große Explosion in deren Vorfeld, was erneut auf einen Kampf, einen Aufruhr, einen Bürgerkrieg deutet. Ergo: Populismus, Nationalismus und Rassismus töten die Klugheit und Weisheit der Menschen und können zur Anarchie führen!
"Trump. The Killing Machine" (2017)

2.4 Trump. The Killing Machine

Daten:

  • Öl auf Leinwand
  • 60x80 cm
  • August 2017

Erklärung:

  • Der US-Amerikanische Präsident Donald Trump und sein einem militanten Regime nicht unähnliches Staatsgebilde stehen für viele zurückgewandte Werte, Rassismus, Militärismus, Beschränktheit des Geistes und des Gefühls, Kapitalismus, das Recht des Stärkeren, Ausgrenzung vieler Minderheiten und Förderung von Nationalismus und dergleichen. Trump wird hier als Killing Machine dargestellt. Seine Regierung verbindet sich in einer allegorischen Form mit dem Albumcover der US-amerikanischen Band Riot auf deren Album Narita. Inhaltlich zeigt es den Kopf Trumps auf einem menschlichen Wesen eines stilisierten Sumoringers, der bösen, gewalttätigen und schreienden Blickes auf den Betrachter schaut, und in seiner linken Hand eine Streitaxt hält. Um ihn herum ein Schlachtfeld mit Totenköpfen, das seine Politik des über Leichen gehen veranschaulicht, und einen möglichen atomaren Krieg mit Nordkorea vorausnimmt. Das Flugzeug welches von hinten immer näher auf ihn zufliegt, symbolisiert die Gefahr, die Rache in die sich Trump mit seinen Handlungen und Aussagen stellt.
"Unfromme Wünsche" (2017)

2.5 Unfromme Wünsche

Daten:

Erklärung:

  • Dem Gemälde liegt aus der Intention des Künstlers heraus eine Sichtbarmachung, eine ungeschminkte, teils tragisch wahrhaftige Offenstellung unserer Gesellschaft zugrunde. Es ist auch als Warnung an die Radikalisierung und Verneinung Andersartiger in unserer Gesellschaft zu verstehen. Der untere Bildbereich zeigt einerseits die stolz nach außen getragenen, teils oberflächlichen, Werte unserer (österreichischen) Gesellschaft, welche sich in einer idyllischen, friedvollen, touristischen, harmonischen als auch (natur)romantischen Darstellung der Alpen, des Großglockners mit der Pfarrkirche Heiligenblut versinnbildlichen. Es ist dies unser (scheinmoralisches) Bild von Österreich, das wir auch gerne so nach außen präsentieren, und welches wir weiters auch als die Sichtweise anderer Staaten und deren Personen auf unseren Staat wahrnehmen möchten und einfordern. Rechts daneben befindet sich ein Stillleben mit Früchten und Blumen, das eine plakative Schönsicht, Harmonie und Ruhe zeigt, welcher sich unsere Mitmenschen im Leben gerne annehmen, um darin von äußeren Problemen, gesellschaftlichen Herausforderungen und Akzeptanzen, Tendenzen und Erscheinungen abzulenkn, und auch nicht gestört werden möchten. Der obere Bildbereich präsentiert exemplarisch drei erhängte Archetypen eines Menschen, die aufgrund ihrer Individualität und anderen Beschaffenheit diesem Gesellschaftsbild der Scheinwelt, Tradition, Ruhe als auch der (kitschigen)Idylle nicht entsprechen und gleichwohl die Ruhe dessen stören. Sie stehen als Zeichen, dass die Gesellschaft versucht ist alles fremde, andersartige und abstoßende als böse und unrein und schlussendlich in radikalisierten Gruppen als unwürdiges Leben abzustoßen und zu vernichten. Der linke Erhängte zeigt einen behinderten Menschen, der aus zeitpolitischen Anlass auch eine katalanische Flagge als Sinnbild des nach Unabhängigkeit Strebenden trägt. Die mittlere Figur symbolisiert durch die rosa Farbe seines Hemdes, seiner Frisur und seines Bartes eine homosexuelle Person. Die rechte Figur ist ein Ausländer, in diesem Fall eine Muslima, deren Hintergrund radioaktive Zeichen trägt, welches radikale Gruppierungen als Endlösung der islamischen Frage in den Raum stellen.
"Katalanisches Tryptichon" (2017)

2.6 Katalanisches Tryptichon

Daten:

  • Öl auf Leinwand
  • 50x40 / 50x40 cm / 40x40 cm
  • Oktober 2017

Erklärung:

  • Das Triptychon symbolisiert die spanische Polizeigewalt während des katalonischen Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober 2017. Während die beiden unteren Teile die Polizeigewalt gegenüber der Zivilgesellschaft zeigt, stellt der oberer Teil die Katalonische Flagge in der geografischen Form Kataloniens dar, die ob dieser Vorfälle blutige Tränen weint.
"Blaues Blut für Österreich" (2017)

2.7 Blaues Blut für Österreich

Daten:

  • Öl auf Leinwand
  • 170x120 cm
  • Dezember 2017
  • Das Gemälde ist 2018 anlässlich eines großformatigen Interviews sowie einer Berichterstattung über das Werk des Künstlers auf der Webseite des griechischen Kulturradiosender "POETS Radio" zu sehen.[14]

Erklärung:

  • Das Gemälde zeigt die politische und gesellschaftliche Anbiederung und Unterstützung der FPÖ und ihren rechtsradikalen und auch deutschnationalen Idealen. In der Bildmitte hängt eine geschlachtetes und ausgeweidetes Schwein, welches mit einer (deutschnationalen) Burschenschafterschleife geschmückt, und mit der Zahl 88 als Zeichen für Adolf Hitler und als Symbol der illegalen Neonazis gebranndmarkt ist. Das rote Blut der Sau färbt sich, noch bevor es den bräunlichen Boden erreicht, blau. Dies symbolisiert die blaue Farbe der FPÖ, die von einem Nazi gegründet wurde, und seitdem eine unüberschaubare Zahl an Nazis und Neonazis in ihren Reihen hat. Von diesem blauen Blut trinken nun die jungen, kleinen Schweine. Stellvertretend für die Politik, Kultur und die Wirtschaft stehen nun Sebastian Kurz, Andreas Gabalier und Dietrich Mateschitz, welche keine Berührungsängste fühlen, als sich diesem auch regelrecht anbiedern, oder zumindest mit dieser radikalen Ideologie und Gesinnung wissentlich sympathisieren. Im Bildhintergrund steht der Großglockner mit Heiligenblut in den österreichischen Alpen als Zeichen für die scheinmoralischen, beschaulichen, touristischen, lieblichen und idealen Werte der österreichischen Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund schweben aber eine blutbefleckte Motorsäge sowie ein ebenso blutbeflecktes Fleischerbeil. Dem gegenüber ist ein brennender Stuhl, der den Verlust des Wissens, der Bildung, der Moral, der Ethik symbolisiert. Die Axt als Zeichen der Brutalität des perversitierten Geistes steht dem vor. Der Fleischwolf, der das Herz durch sich dreht, zeigt gleichwohl den Verlust von menschlichen und höheren moralischen Werten auf. Darüber befinden sich links als auch rechts die anonymen Wähler, die Masse des Volkes, schemenhaft aufsteigend dargestellt, welche dem Ganzen eine klerikalen aber scheinfrömmlichen Inhalt geben. Darüber ziehen schwere Gewitter auf, die dadurch den drohenden Inhalt des Bildes noch verstärken.
"Liebende Eltern" (2018)

2.8 Liebende Eltern

Daten:

  • Öl auf Leinwand
  • 100x80 cm
  • Mai / Juni 2018
  • Das Gemälde wurde seitens des schweizerischen Untergund blättle[15] und des deutschen Blogs Demokratisch-links[16] für zeitpolitische Artikel verwendet.

Erklärung:

  • Das Bild symbolisiert die Kopftuchdebatte die seitens der österreichischen Bundesregierung geführt wird, und zeigt hierbei Kanzler Sebastian Kurz mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache die beide ein vehementes Burkaverbot einfordern. In der Mitte befindet sich ein sitzendes Kleinkind muslimischen Glaubens, dem die beiden Staatsmänner dessen Burka gewaltsam abziehen. Als Liebende Eltern halten sie aber erbauliche und erzieherische Maßnahmen in Form des christlichen Kreuzes und einem Deutsch-Wörterbuch in den Händen. Diese Gemälde ist weder als pro noch als kontra zu diesem Thema zu sehen, es zeigt vielmehr die aktuelle innerpolitische Debatte auf.

3 Weblink

4 Einzelnachweise

  1. The Armenian Weekly. "Let Ankara Work for Us", von Garen Yegparian, 4. 8. 2017
  2. eurojournalist.eu, Les reproches de Recep Tayyip Erdogan (fr)
  3. haolam.de, Erdogans deutsche Tafelrunde
  4. Achgut.com Erdogans deutsche Tafelrunde
  5. Achgut.com Erdogan will auch mitspielen
  6. Achgut.com Milliarden für Ankara
  7. Achgut.com Dem Sultan zu Füßen
  8. Kinder-Soldaten in der Moschee – Null Toleranz und Kuschelkurs (ger)
  9. Achgut.com Der Aufstand der „Anständigen“ gegen den Westen (ger)
  10. Dr. Heinz Gstrein, "Nirgendwo vor Erdogan sicher. Geheimdienst MIT jagt und entführt Regimegegner im Ausland" (ger)
  11. POETS Radio. Irene Gavala, Exclusive interview | Matthias Laurenz Graeff | Ζωγραφίζοντας., 2. Juni 2018
  12. Der furchtbare Richter und seine deutschen Freunde
  13. Achgut.com Maritime-Hotels: Ayatollahs statt AfD
  14. POETS Radio. Irene Gavala, Exclusive interview | Matthias Laurenz Graeff | Ζωγραφίζοντας., 2. Juni 2018
  15. Untergrund blättle. Franz Schandl „Wir sind wieder wer!“
  16. Demokratisch-links. Franz Schandl „Wir sind wieder wer!“

5 Andere Lexika

Wikipedia kennt dieses Lemma (Das Diktat unserer Zeit. Moderne diktatorische Strömungen (Gemäldeserie von Matthias Laurenz Gräff)) vermutlich nicht.