Geschichte der Surinamesen in den Niederlanden

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Die Geschichte der Surinamesen in den Niederlanden reicht vom dritten Drittel des 20. Jahrhunderts bis in Gegenwart. Sie sind äußerst schlecht integriert.

1 Details[Bearbeiten]

  • Surinam war ab dem späten 17. Jahrhundret niederländische Kolonie.
  • Die Holländer beuteten das Land und die Bevölkerung, ink. Einfuhr "schwarzer" Sklaven, rücksichtslos aus. Es wurden u.a. Kaffee, Kakao, Tabak, Zucker und Indigo auf Plantagen angabaut.
  • Im Jahr 1954 gewann Surinam durch das Königreichstatut die Selbstverwaltung. 1975 wurde es dann gänzlich unabhängig.
  • Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Surinamesen nur vereinzelt im Rahmen der kolonialen Beziehungen in die Niederlande.
  • Zu einer nennenswerten Einwanderung kam es erst Mitte der 1970er Jahre. Etwa ein Drittel der Bevölkerung emigrierte (kurzfristig stand Surinamesen damals sogar die niederländische Staatsbürgerschaft offen) im Rahmen der Unabhängigkeit in die Niederlande, weil sie befürchtete, dass der kleine Staat nicht überlebensfähig sein würde. Viele der Migranten waren Inder.
  • Die politische Instabilität und die Verfolgung der Gegner des Militärregimes in den 1980er Jahren haben zu einer weiteren verstärkten Auswanderung geführt.
  • Im Jahr 1980 wurde für Surinamesen die Visumspflicht eingeführt.
  • Im Jahr 1986 lebten 200.000 Surinamesen in den Niederlanden.
  • Sie sind sehr schlecht integriert. In den Bereichen Wohnen, Bildung und Arbeit sind sie schlechter gestellt. Die schulischen Leistungen der Surinamesen liegen unter dem Landesdurchschnitt. Auch die Jugendarbeitslosigkeit liegt auch über dem Durchschnitt. Viele Jugendliche ziehen sich in Randgruppen zurück.
  • Die Surinamesen beteiligen sich auch kaum am politischen Leben. Während nur 3% der Türken sich im Jahr 2002 politisch gar nicht betätigten, lag dieser Prozentsatz bei den Surinamesen bei 13%. [1]
  • Obwohl die niederländische Verfassung in Artikel 1 die Diskriminierung wegen Rasse, Geschlecht, Religion usw. verbietet, schlägt den Surinamesen in den Niederlanden deutliche Fremdenfeindlichkeit entgegen.
  • Seit 1986 dürfen die Surinamesen, wie alle Ausländer, an Gemeinderatswahlen teilnehmen, wenn sie sich seit mindestens fünf Jahren legal im Land aufhalten.
  • Im Gegensatz zu fast allen anderen Nationalitäten (Türken, Marokkaner, Jugoslawen, usw.) haben Surinamesen an Schulen leider nicht die Möglichkeit in ihrer Muttersprache unterrichtet zu werden. [2]

1.1 Literatur[Bearbeiten]

  • Martina Boden: Nationalitäten, Minderheiten und ethnische Konflikte in Europa - Ursprünge, Entwicklungen, Krisenherde, Olzog Verlag, München, 1993, Seite 204 bis 209