Geschichte der Deutschen in Argentinien

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Die Geschichte der Deutschen in Argentinien reicht vom frühen 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Zu einer wesentlichen Auswanderung kam es erst ab dem frühen 19. Jahrhundert.

1 16. bis 18. Jahrhundert

  • Die ersten Deutschen, die nach Argentinien gelangten, dürften Hans Varge und zwei weitere Deutsche gewesen sein, die im Jahr 1520 mit dem Entdecker Fernando Maggelan den Rio de la Plata befuhren. Mit dem Eroberer Pedro de Mendoza kamen im Jahr 1535 circa 100 deutsche Soldaten in das Land.
  • Es gab später noch wenige weitere Deutsche in Argentinien, wie bsp. Hans Brunberger, der für das Handelshaus der Fugger Geschäfte am Rio de la Plata betrieb. Später kamen auch einige deutsche Jesuiten in das Land. Eine nennenswerte Auswanderung von Deutschen fand aber bis in das 19. Jahrhundert nicht statt. [1]

2 Ab dem 19. Jahrhundert

  • Die deutsche Auswanderung nach Lateinamerika war ein vergleichsweise kleiner Nebenarm der gewaltigen transatlantischen Auswanderung Deutscher, die zu 90% in die USA führte.
  • Hauptzielländer waren zuerst Brasilien und später Argentinien, und in geringerem Umfang Chile und Uruguay.
  • Eine erster große Auswanderungswelle in den Jahren 1816 bis in die frühen 1820er Jahre hatte eher Brasilien als Argentinien zum Ziel. Dennoch kamen einige Deutsche in das Land.
  • Die argentinische Regierung hatte zwar bereits in den 1820er Jahren eine Kommission eingesetzt, welche die Möglichkeit prüfen sollte, europäische Landwirte und Handwerker zur Kolonisierung des Landesinneren zu bewegen. Versprechungen wie freie Überfahrt, kostenlose Landzuweisung und finanzielle Unterstützung wurden aber meist nicht eingehalten.
  • Die meisten Deutschen arbeiteten dann auch nicht in der Landwirtschaft oder Viehzucht, sondern schlugen sich als Schumacher, Klempner, Tischler usw. im Distrikt Buenos Aires durch.
  • Als Spätfolge der europäischen Agrarkrise von 1846/1847 kam es dann zu einer zweiten Auswanderungswelle in den 1850er Jahren, bei der nun auch Argentinien ein wichtigeres Ziel war.
  • Zwischen 1880 und 1887 trafen jählich allerdings nur circa 500 bis 900 deutsche Einwanderer ein. Gegen Ende der 1880er Jahre kamen dann deutlich mehr deutsche Auswanderer.
  • Diese wurden vermehrt als Kolonisten in den dünn besiedelten Süden Patagoniens geschickt, um den geostrategischen Ambitionen gegenüber Chile Nachdruck zu verleihen.
  • Nach dem Ersten Weltkrieg zog Argentinien mit einem anhaltenden Wirtschaftswachstum viele Deutsche an. Zwischen 1920 und 1931 kamen 47.000 Deutsche ins Land. Der südamerikanische Anteil der Gesamtauswanderung von Deutschen lag nun bei einem Höchstwert von 75%.
  • Die Motive der deutschen Migration nach Argentinien waren dabei überwiegend wirtschaftliche Natur, d.h. es waren nach heutiger Sprachregelung "Wirtschaftsflüchtlinge" bzw. "Armutszuwanderer". [2]
  • Mit der NS-Machtübernahme 1933 kam es nun zu einer Fluchtbewegung von politisch verfolgten und Juden nach Lateinamerika. Circa ein 20-25% der 250.000 bis 300.000 emigrierten Juden wählten Lateinamerika als Ziel. Argentinien nahm inkl. Binnenmigration an die 40.000 Flüchtlinge auf. [3]
  • Zwischen 1946 und 1952 wanderten 12.000 Deutsche nach Argentinien aus. [4] Das Land war nach 1945 auch ein beliebtes Fluchtziel deutscher Nazis und Kriegsverbrecher.
  • Heute leben circa drei Millionen Menschen mit deutschen Vorfahren in Argentinien.

3 Links und Quellen

3.1 Siehe auch

3.2 Weblinks

3.2.1 Bilder / Fotos

3.2.2 Videos

3.3 Quellen

3.4 Literatur

3.5 Naviblock

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