Schweizer Luftwaffe

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Schweizer Luftwaffe
Forces aériennes suisses (frz.)
Forze aeree svizzere (ital.)
Aviatica militara svizra (rät.)
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Hoheitszeichen der Schweizer Luftwaffe
Aufstellung 31. Juli 1914
Land SchweizSchweiz Schweiz
Streitkräfte Schweizer Armee
Teilstreitkraft Luftwaffe
Kommandeur
Kommandant der Luftwaffe Divisionär
Bernhard Müller
Stellvertretender Kommandant Luftwaffe Brigadier
Werner Epper
Datei:Flugplatz Beundenfeld - CH-BAR - 3237317.tif
Blériot Eindecker auf dem Flugplatz Beundenfeld in Bern mit der Ballonhalle, erster Standort der Fliegertruppe
Flugzeugtypen der Schweizer Luftwaffe zwischen 1960 und 1996

Die Schweizer Luftwaffe (fr Forces aériennes suisses, it Forze aeree svizzere) ist die Luftstreitkraft der Schweizer Armee. Bis zum Ende des Jahres 1995 lautete die Bezeichnung FF Trp (Flieger Flab Truppen) bzw. Flugwaffe (fliegender Teil).

1 Geschichte

1.1 Pionierzeit

Datei:Lastwagen der Ballon Pionier Kompanie I - CH-BAR - 3240123.tif
Lastwagen der Ballon-Pionierkompanie I in Bern
Datei:Flugzeuggeschwader in Linie aufgestellt auf dem Flugplatz Dübendorf - CH-BAR - 3240070.tif
Flugzeuggeschwader in Linie aufgestellt auf dem Flugplatz Dübendorf

Die Anfänge der Schweizer Militäraviatik gehen auf das Jahr 1892 zurück, als zwei Vertreter des Generalstabsbureaus mit dem berühmten Ballonfahrer Spelterini aufstiegen, um den militärischen Nutzen speziell von Fesselballons zur Beobachtung zu prüfen. Im Jahr 1897 beantragte der Bundesrat beim Parlament die nötigen Mittel und 1900 rückten Freiwillige zur ersten Luftschiffer-Rekrutenschule in Bern ein.[1] 1912 rief die Schweizerische Offiziersgesellschaft zu einer Nationalspende für das Militärflugwesen auf. Das Resultat von 1,7 Millionen Franken übertraf die Erwartungen.[2]

Datei:Lt Bider mit seinen Fliegeraspiranten vor Doppeldecker - CH-BAR - 3239655.tif
Leutnant Oskar Bider mit seinen Fliegeraspiranten in Dübendorf

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs änderte sich die negative Einstellung der Behörden, die mit der Fraglichkeit der Miliztauglichkeit der Fliegerei begründet worden war. Am 31. Juli 1914 wurde der Kavallerie-Instruktor und Pilot Theodor Real mit der Aufstellung einer Fliegertruppe betraut. Er beschlagnahmte drei an der Landesausstellung in Bern ausgestellte Flugzeuge. Die ersten zehn ausgebildeten schweizerischen Piloten, darunter acht Romands, rückten zum Teil mit ihren eigenen Flugzeugen und Mechanikern in Bern-Beundenfeld ein, wo bei der Kaserne auch schon eine Ballonhalle bestanden hatte, und bildeten die neugeschaffene Fliegertruppe. Der Flugpionier Oskar Bider wurde zum Chefpiloten ernannt.

Um die im Krieg erforderlichen weiteren Flugapparate zu beschaffen, erteilte im Mai 1915 der Bundesrat der K+W in Thun den Auftrag, sechs Flugzeuge nach den Entwürfen des Schweizers August Haefeli zu bauen. Im Dezember 1914 wurde vom improvisierten Flugplatz Beundenfeld nach Dübendorf übersiedelt; der erste Aussenposten war Claro im Tessin. Die Piloten traten während des Kriegs selten in Aktion und konzentrierten sich deshalb auf Ausbau und Schulung. Am Ende des Krieges verfügte die Truppe mit ihren 62 Piloten über 68 Flugzeuge. Allerdings war der Kommandant Theodor Real schon 1916 wegen der mangelnden finanziellen Mittel zurückgetreten, nach dem Kriegsende war der weitere Aufbau der Fliegertruppen aufgrund der Sparbemühungen des Bundes nur sehr eingeschränkt möglich. Erst 1930 wurde die alleinige Beobachtungsaufgabe der Fliegertruppe durch Kampfaufgaben ergänzt und dazu Jagdflugzeuge Dewoitine D-27 beschafft. Die deutsche Aufrüstung blieb auch in der Schweiz nicht unbemerkt und mündete in der Beschaffung von C-35-Doppeldeckern und dem Erwerb von Lizenzen zum Bau der Morane.[3]

Aufgrund der politischen Entwicklung in Europa wurde im Oktober 1936 die Fliegertruppe zur Waffengattung erklärt. Die Abteilung für Flugwesen und Fliegerabwehr mit einem Divisionär an ihrer Spitze wurde geschaffen. Bereits 1935 war mit dem Aufbau einer wirkungsvollen Fliegerabwehr begonnen worden. Innert kürzester Zeit wurde der Bestand an Flugzeugbesatzungen verdoppelt. Die erste Serie der in Deutschland bestellten Me-109-Jagdflugzeuge traf noch rechtzeitig vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs ein.

Gottlieb Duttweiler (LdU) reichte im Oktober 1937 ein Postulat ein, in dem die Regierung aufgefordert wurde, durch eine Delegation in den USA Flugzeuge zu kaufen mit dem Ziel die Luftwaffe auf 1000 Flugzeuge zu vergrössern. Der Bundesrat lehnte den Antrag ab, da er lieber die eigene Flugzeugindustrie fördern wollte. Duttweiler propagierte unter dem Schlagwort <<1000 Flugzeuge>> daraufhin in Die Tat einen Ausbau der Luftwaffe auf 1000 Flugzeuge und die Ausbildung von 3000 Piloten zu von ihm errechneten Kosten von 300 Millionen Franken mit der Argumentation, das eine starke Luftwaffe gerade ein kleines Land mit wenigen Soldaten stark in der Landesverteidigung machen würde. Dazu plante er eine Volksinitiative für eine Wehrabgabe von einem Prozent zur Finanzierung von 1000 Flugzeugen sowie der Förderung des Fliegens und der Schweizer Flugzeugindustrie. Zum selben Zweck gründete er die Genossenschaft In Memoriam Bider/Mittelholzer/Zimmermann.[4] Nachdem Duttweiler auch mit einer Motion zur Erreichung dieses Ziels mehrfach im Parlament unterlegen war, begann der LdU mit Unterstützung der Sozialdemokraten im Februar 1939 eine Unterschriftensammlung für eine Volksinitiative. Die für nur eineinhalb Monate angesetzte Sammlung verfehlte das angestrebte Ziel von mehreren hunderttausend Unterschriften mit 92 199 deutlich. Daraufhin beschloss Duttweiler nach einem weiteren halben Jahr und nach Beginn des Zweiten Weltkriegs die Initiative nicht einzureichen. Obwohl die Initiative ohne greifbares Ergebnis blieb, erleichterte sie dem Bundesrat die Erhebung eines Wehropfers und auch der Wehrwille der Bevölkerung wurde gestärkt.[5]

1.2 Im Zweiten Weltkrieg

Die Schweizer Flieger- und Fliegerabwehrtruppen mobilisierten am 28. August 1939, drei Tage vor dem Kriegsausbruch. Sie verfügten über 86 Jagd- sowie 121 Beobachtungs- und Erdkampfflugzeuge. Von den 21 Fliegereinheiten galten nur drei als kriegstüchtig; fünf besassen keine Flugzeuge. Die Lücke wurde sukzessive durch den Ankauf weiterer Messerschmitt Bf 109 und in Lizenz gefertigter französischer Morane-D-3800 (beide Typen Jäger) geschlossen. 1943 nahm das Eidgenössische Flugzeugwerk in Emmen seinen Betrieb auf. In kürzester Zeit zog sich die Fliegertruppe ins Schweizer Reduit zurück. Es entstanden geschützte Flugzeugkavernen, zum Beispiel in Alpnach, Meiringen und Turtmann. 1942/1943 wurde der Fliegerschiessplatz Ebenfluh/Axalp in Betrieb genommen. Das 1941 gegründete Überwachungsgeschwader konnte ab 1943 aktiv eingreifen. 1944 wurde versuchsweise ein Nachtgeschwader gebildet, das 1950 wieder aufgelöst wurde.

Die Fliegertruppe stand gemeinsam mit der sich im Aufbau begriffenen Fliegerabwehr, teils gesamthaft, teils in Ablösungen im Aktivdienst. In den ersten Kriegsmonaten kamen die Flieger- und Fliegerabwehrtruppen nur sporadisch zum Einsatz. Erst als am 10. Mai 1940 die deutsche Offensive gegen Westen und damit die zweite Generalmobilmachung der Armee ausgelöst wurde, mehrten sich die Grenzverletzungen durch deutsche Flugzeuge.

Der Fieseler Storch bewährte sich besonders bei Einsätzen im Gebirge auf extrem kurzen Pisten

Die Schweizer Besatzungen erfüllten insbesondere Anfang Juni entschlossen ihre defensive Aufgabe. Die Fliegertruppe schoss im Luftkampf elf Flugzeuge der deutschen Luftwaffe ab (sechs Kampftage). Sie hatte aber in dieser Zeit auch selber drei Todesopfer zu beklagen (zwei abgeschossene Schweizer Flugzeuge). In der Folge protestierte die Reichsregierung am 6. Juni 1940 gegen die schweizerischen Angriffe auf deutsche Flugzeuge, die sich nach ihrer Darstellung grösstenteils im französischen Luftraum befunden oder die schweizerische Lufthoheit nur irrtümlich verletzt hätten. Deutschland verlangte Schadenersatz und eine Entschuldigung durch den Bundesrat. Um der Schweiz einen Denkzettel zu verpassen, wurden Saboteure in die Schweiz geschickt, die am 16. Juni 1940 zwischen 22 und 24 Uhr Sprengstoffanschläge auf den Flugplätzen Spreitenbach, Bözingen, Payerne und Lausanne durchführen sollten. Bis zum 16. Juni konnten dank der Wachsamkeit ziviler und militärischer Stellen alle Saboteure verhaftet werden.[6]

In einer zweiten – noch schärferen – Note vom 19. Juni 1940 bezeichnete die deutsche Reichsregierung die Abschüsse als flagranten feindseligen Akt und drohte der Schweiz im Wiederholungsfalle Sanktionen und Vergeltungsmassnahmen an (die Schweiz erhielt bereits weniger der wichtigen Kohle von Deutschland). Am 20. Juni (und bis Ende Oktober 1943) verbot General Guisan deshalb aus politischen Gründen Luftkämpfe über schweizerischem Hoheitsgebiet. Am 1. Juli 1940 entschuldigte sich der Schweizer Bundesrat bei der deutschen Reichsregierung für allfällige Grenzverletzungen durch schweizerische Piloten, ohne solche einzugestehen. Am 16. Juli liess die deutsche Reichsregierung daraufhin verlauten, die Fliegerzwischenfälle seien beigelegt.

Datei:Messerschmitt Bf-109 "Emil".jpg
Messerschmitt Bf-109 „Emil“

Im September 1944 gab es noch einen Abschuss eines Schweizer Flugzeuges mit Todesfolge, diesmal durch eine US-Besatzung.

Im Zweiten Weltkrieg wurden 6501 Grenzverletzungen gezählt, 198 fremde Flugzeuge landeten auf Schweizer Hoheitsgebiet, 56 stürzten ab.

Die aus Occasionsbeständen der US-Luftwaffe nach dem Krieg günstig erworbenen P-51 Mustang waren nach dem Zweiten Weltkrieg mit 130 Exemplaren (+1 internierte Maschine?) von 1948 bis 1958 bei der Schweizer Luftwaffe im Einsatz.

1.3 Düsenfliegerei bei der Schweizer Luftwaffe

Schon 1946 erprobte die Schweizer Flugwaffe vier Düsenflugzeuge des Typs De Havilland Vampire.[7] Aufgrund der positiven Resultate wurde eine erste Serie von 75 Vampire der verbesserten Version „Mark 6“ beschafft. Die britische Vampire besass noch einen Rumpf aus Holz. Am 20. März 1950 begann die Umschulung der ersten Fliegerstaffel, die vom Milizoffizier Arthur Bill kommandiert wurde. Ein Pilot brauchte im Durchschnitt 27 Flugstunden, um das einsitzige Düsenflugzeug sicher steuern zu können. Damit wurden Bedenken, dass der Vampire nicht miliztauglich sei, widerlegt. Ab 1960 wurden Schleudersitze eingebaut, bis zu diesem Zeitpunkt durften die Flugzeuge nur von unverheirateten Piloten geflogen werden. Der «Vämpi» war nach der Beschaffung einer weiteren Serie von 100 Flugzeugen bis 1990 als Schulflugzeug im Einsatz.

In den 1950er Jahren erreichte der Kalte Krieg zwischen dem Westen und dem Ostblock einen Höhepunkt. Auch die Schweiz rüstete stark: Es wurden zum Beispiel nie zuvor und auch nie nach dieser Periode so viele Kampfflugzeuge neu hinzugekauft. Lieferant war ausschliesslich Grossbritannien: zuerst die genannten Vampires, dann fast ohne Unterbruch 250 De Havilland Venom und – nach dem Abbruch des Projekts FFA P-16 und N-20 Aiguillon – schliesslich noch ab 1958 über 100 Hawker Hunter, eines der damals fortschrittlichsten Jagdflugzeuge überhaupt, das seine Wendigkeit über lange Jahre hinweg noch bei der Patrouille Suisse unter Beweis stellte. Noch vor der Beschaffung der Hunter war die Schweiz das erste Land der Welt, dessen Kampfstaffeln ausschliesslich mit Strahlflugzeugen ausgerüstet waren.

Eine Delegation erprobte 1959 in Italien die G-91 und in Schweden die Saab Draken; beim Draken war insbesondere die Sicht des Piloten abzuklären und zu modifizieren.[8] In den 1960er Jahren wurde unter erheblichen politischen Nebengeräuschen (Mirage-Affäre) mit der Mirage III ein Abfangjäger mit der Fähigkeit zu doppelter Überschallgeschwindigkeit beschafft (siehe Historische Luftfahrzeuge)

1.4 Bodenorganisation bei der Schweizer Luftwaffe

Am 1. Februar 1968 wurde im Rahmen einer Reorganisation die Flugplatzbrigade 32 gegründet, welche die Fliegerbodentruppen auf allen Militärflugplätzen der Schweiz, rund 16'000 Angehörige der Armee umfasste.[9] Sie war in einen Brigadestab, drei Flugplatzregimenter sowie eine Leichtflugplatzabteilung gegliedert. Sie umfasste drei Flugplatz-Regimente, regiment aerodrome 1 Wallis, Flugplatzregiment 2 Berner Oberland und Westschweiz, Flugplatzregiment 3 Zentralschweiz und Tessin, sowie eine schweizweit tätige Leichtflugplatzabteilung. In Kombination mit dem BAMF, Bundesamt für Militärflugplätze, stellte diese Organisation mit deren ZV Zentralverwaltung in Dübendorf eine äusserst robuste und schlagkräftige Struktur dar, die innerhalb von 48 Stunden mit einer Mobilmachung durchgehend aktiviert werden konnte. Der Kontrollbestand der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen lag am 15. März 1986 bei 80'419 Angehörigen der Armee.[10]

1.5 Flugzeugbeschaffung Siebziger- und Achtzigerjahre

Die bei der Beschaffung unterlegene Black Hawk UH-60 bei der Erprobung auf dem Waffenplatz Chur

Ein unterschriftenreifer Kauf von 60 Corsair A-7G führte 1972 zu so grossen Meinungsverschiedenheiten, dass am Ende weder die A-7 noch die aus der Mirage konstruierte Milan S beschafft wurde. Stattdessen wurde eine Tranche von weiteren 30 Huntern als Occasionen bezogen.[11] 1972/73 lag auch eine Offerte zum Kauf von A-4B Skyhawk-Flugzeugen vor, anfänglich gebrauchte, danach neue Flugzeuge.[12]

Am 27. August 1975 beschloss das Parlament die Beschaffung von 66 F-5E Tiger und sechs F-5F Tiger. Die Northrop F-5 setzte sich in der Evaluation gegen die F-4 Phantom II, Dassault Mirage F1 und Saab 37 Viggen durch, nachdem die Hawker Siddeley Harrier, Fiat G.91Y und Douglas A-4N Skyhawk schon früher aus der Evaluation ausgeschieden waren.[13] Mit dem Rüstungsprogramm 1981 wurden weitere 32 F-5E und sechs F-5F beschafft. Alle F-5 wurden in den USA hergestellt und die Endmontage im Eidgenössischen Flugzeugwerk Emmen (F+W) durchgeführt.[14]

Nachdem 1979 vier Helikopter-Typen auf ihre Eignung überprüft worden waren, traf am 28. Februar 1980 eine UH-60 Black Hawk in Emmen ein, um gegen den zweiten verbliebenen Typ, den Prototyp des Super Puma unter der Leitung von Peter Regli evaluiert zu werden. Das Rennen machte der Super Puma, in der Schweiz nach dem Beschaffungsjahr 1986 und der Bezeichnung Transport Helikopter auch TH86 genannt. Die ersten drei Maschinen trafen ab 14. August 1987 ein und ab 23. Mai 1991 folgten zwölf weitere Maschinen als TH89. Die drei TH86 wurden auf den leicht modifizierten Stand des TH89 gebracht.[15]

Vorbereitungen zur Beschaffung der F/A-18: An der Sitzung des Rüstungsausschusses vom 10. Mai 1983 wurde aufgrund einer Eingabe des Kommandanten der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen vom 19. April 1983 das Projekt für ein «neues Jagdflugzeug» in die Wege geleitet. 2017 wurde von der Bibliothek am Guisanplatz Ein Kampfflugzeug für die Schweiz – Dokumentation zum Projekt F/A-18 herausgegeben.[16]

1.6 Autobahnen als Startbahnen im Kalten Krieg

Auf Abschnitten einiger Schweizer Autobahnen wurde die Leitplanke durch zwei Kilometer lange Stahlseile ersetzt.

Siehe: Militärische Bedeutung der Autobahn

1.7 Bambini-Code und Brevity Code

  • Siehe: Bambini-Code, die ehemalige Sprache der Piloten der Schweizer Luftwaffe
  • Siehe: Brevity Code, seit 1998 von der Schweizer Luftwaffe verwendeter NATO-Code

1.8 Geschichte ab 1990

1.8.1 F/A-18-Initiative 1992/93

Als im Frühjahr 1992 beide Kammern des Parlaments der Beschaffung von 34 Kampfflugzeugen des Typs F/A-18 zugestimmt hatten, gelang es der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) nach eigenen Angaben innerhalb 32 Tagen, fast 500'000 Unterschriften für eine Volksinitiative gegen dieses Vorhaben zu sammeln. Am 9. Juli 1992 stellte die Bundeskanzlei fest, dass die Initiative mit 181`707 gültigen Unterschriften zustande gekommen war.[17][18] Konkret wollte die Initiative einen Kauf von Kampfjets bis im Jahre 2000 verhindern.[19] Armeekreise bekämpften auch diese zweite GSoA-Initiative. Sie wurde als Armeeabschaffung in Raten bezeichnet. Die zweite GSoA-Initiative wurde am 6. Juni 1993 vom Schweizer Volk abgelehnt, allerdings waren 42,8 % der Abstimmenden für einen Verzicht auf die Flugzeuge.[20] Das Abstimmungsbüchlein suggerierte des Weiteren einen Ersatz von damals kaum mehr vorhandenen 130 Huntern durch „nur“ 34 F/A-18.[21] Tatsächlich wurden jedoch die ebenfalls 34 Mirage S ersetzt, die während des ganzen Kalten Krieges das Rückgrat der Luftverteidigung gebildet hatten. Die F/A-18 wurden explizit dafür beschafft und nicht für die aufgegebene Rolle der Hunter.[22]

1.8.2 Erste Brevetierung von Helikopterpilotinnen 1995

Am 2. Juni 1995 wurden erstmals Frauen als Militärpilotinnen im Offiziersrang brevetiert. Es waren dies die Helikopterpilotinnen Ines Meier, Sibylle Meier, Annette Müller und Katja Stucki hatten die 68-wöchige Ausbildung absolviert, woran sich 26 Wochen des Abverdienens anschlossen.[23] Die Ausbildung für Frauen auf Kampfflugzeugen war zu dem Zeitpunkt in der Schweiz noch nicht vorgesehen.[24]

1.8.3 Umbenennung in Luftwaffe 1996

Die Flieger- und Fliegerabwehrtruppen einschliesslich deren fliegender Teil Flugwaffe wurden im Rahmen der Reorganisation EMD 95 per 1. Januar 1996 in Luftwaffe umbenannt. Diese Bezeichnung entspricht internationaler Usanz. Erste Beschriftungen Swiss Air Force wurden auf den Verbindungsflugzeugen Learjet und King Air erstellt, danach erhielten die Super-Puma-Helikopter im Rahmen ihrer Einsätze im Kosovo[25] ab 1999 auffällige Beschriftungen, die später bei allen Hubschraubern und Transportflugzeugen durch kleinere, permanente Beschriftungen ersetzt wurden.

1.8.4 Volksinitiative «Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten» 2005/2008

Der Verein Helvetia Nostra lancierte unter der Federführung von Umweltschützer Franz Weber die eidgenössische Volksinitiative «Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten», welche am 3. November 2005 eingereicht wurde.[26] Im Rahmen eines neuen Stationierungskonzepts wurde die Fliegerstaffel 11, die F/A-18-Kampfflugzeuge fliegt, per 1. Januar 2006 von Dübendorf nach Meiringen verlegt, wodurch dort die Flugaktivitäten zunahmen. Die Initiative wollte die Erholungsgebiete des Tourismus vor Fluglärm schützen, indem sämtliche militärische Übungsflüge mit Kampfflugzeugen in Friedenszeiten verboten werden sollten. Die Volksabstimmung wurde am 24. Februar 2008 mit 31,9 % Ja-Stimmen und einem Ständemehr (0:20 6/2) deutlich abgelehnt.[27] In der vom Fluglärm direkt betroffenen Gemeinde Meiringen wurde der Initiative mit 926 (52 %) zu 856 Stimmen zugestimmt.[28]

Mit einem am 10. Mai 2010 an das VBS gerichteten Begehren forderten die Stiftung Giessbach dem Schweizervolk und weitere Kläger (Hoteliers und Einzelpersonen) die Überprüfung der Rechtmässigkeit der in den Jahren 2006 bis 2009 durch die Flugbewegungen der Kampfjets verursachten Lärm- und Schadstoffimmissionen im Gebiet von Meiringen und Umgebung. Am 23. November 2010 verfügte das VBS, nicht auf das Begehren einzugehen, worauf die Kläger am 6. Januar 2011 den Fall an das Bundesverwaltungsgericht weiterzogen. Dieses verpflichtete das VBS mit dem Urteil vom 7. September 2011 nun doch, zum Begehren Stellung zu nehmen,[29][30] was das Bundesgericht bestätigte.[31]

1.8.5 Stationierungskonzept

Die Luftwaffe hat ein sogenanntes Stationierungskonzept ausgearbeitet, das vor allem bei den Kampfflugzeugen Auswirkungen auf die Anzahl der Flugbewegungen hat. Die Gesamtzahl der verbleibenden Flugbewegungen, basierend auf dem ursprünglich geplanten Stationierungskonzept, wurden mit 20'950 (Start und Landungen pro Jahr) für Payerne festgelegt, an zweiter Stelle steht Emmen (17'500). Es folgten Sion (11'180), Locarno (8'500) und Meiringen (7'436). Die Anzahl der Flugbewegungen in Alpnach sind noch nicht festgelegt. Momentan gibt es dort 16'000 Starts und Landungen vor allem mit Helikoptern.

1.8.6 Initiative Gegen die Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen 2008

Eine Volksinitiative der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee für ein Beschaffungs-Moratorium bis 2019 kam am 8. Juni 2009 zustande. Am 25. August 2010 hatte sich der Bundesrat entschieden, die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges aus finanziellen Gründen bis spätestens 2015 zu verschieben. Daraufhin zog die GSoA ihre Initiative zurück, da der angestrebte Zeitraum ohnehin erreicht würde.

1.8.7 Ablehnung neue Abfangjäger-Beschaffung durch Volksentscheid

Für den Ersatz der F-5 Tiger in Erwägung gezogen wurden der Eurofighter Typhoon (Deutschland, Vereinigtes Königreich, Italien, Spanien), Saab JAS-39 Gripen (Schweden), Dassault Rafale (Frankreich)[32], während McDonnell Douglas eine Offerte für die F/A-18E/F Super Hornet (USA) wieder zurückgezogen hatte. Dies vermutlich nicht ganz freiwillig, sondern weil die Schweden und Franzosen das ganze System offerierten, während die Schweiz bei der F/A-18 nur eine Exportversion offeriert bekam. Ebenfalls wären die F/A-18E/F aufgrund ihrer Grösse (+30 %) in den Schweizer Flugzeugkavernen nur sehr eingeschränkt manövrierbar gewesen. Weil der Teilersatz finanziell aufwändig und politisch heikel war, wurden auch kostengünstigere Varianten wie etwa der Erwerb gebrauchter Kampfflugzeuge, primär F/A-18C/D, geprüft. Weiter hatte das VBS am 20. April 2011 entschieden, doch eine Modernisierung der F-5 Tiger zu prüfen.[33]

Am 18. Mai 2014 lehnte die Schweizer Stimmbevölkerung durch Volksentscheid mit 53,4 % der Stimmen die von Bundesrat und Parlament am 30. November 2011[34] beantragte Anschaffung eines neuen Kampfjets Saab Gripen ab.[35] Schon die Finanzierung der Beschaffung gelang nicht im ersten Anlauf[36] und gleich zwei Komitees, eines aus dem links-grünen[37] und eines aus dem bürgerlich-liberalen[38] Lager, ergriffen gegen das Geschäft das Referendum. Die eigentlich zu ersetzenden F-5 Tiger werden bis mindestens 2017 im Einsatz bleiben.[39]

1.8.8 Ersatz für die Aufklärungsdrohne ADS 95

Zum Ersatz der Aufklärungsdrohnen ADS 95 wurde 2012 eine fliegerische Evaluation durchgeführt. Die Super Heron der Firma Israel Aerospace Industries stand der Hermes 900 HFE von Elbit Systems bei der Evaluation gegenüber. Im Juni 2014 fiel die Wahl auf das Drohnensystem Elbit Hermes 900, es handelt sich um ein unbewaffnetes Aufklärungsdrohnen-System.[40] Mit dem Rüstungsprogramm 2015 wurde der Kauf von sechs modifizierten[41] Elbit Hermes 900 beschlossen, die bis 2019 die verbliebenen 15 ADS-95 ersetzten werden.[42]

1.8.9 Erste Kampfjetpilotin 2018

Vor 2004 war es für Frauen nicht möglich, Kampfjetpilotin in der Schweizer Luftwaffe zu werden. Fanny Chollet (* 1991) schloss die taktische Grundausbildung auf der Pilatus PC-21 ab, und begann 2018 mit der Ausbildung auf dem Kampfjet F/A-18.[43] Chollet ist die zehnte Schweizer Militärpilotin, und ist damit die erste Schweizer Kampfjet-Pilotin überhaupt. Sie ist zudem weltweit die erste Frau die die Ausbildung auf einer Pilatus PC-21 abgeschlossen hat und die erste F/A-18 Pilotin ausserhalb Nordamerikas. Sie ist bei der Fliegerstaffel 18 eingeteilt.[44]

2 Einsätze im Ausland

  • Ab Ostern 1999 wurden Super-Puma-Transporthelikopter in Albanien dem UNO-Hochkommissariat für das Flüchtlingswesen (UNHCR) zur Verfügung gestellt.[45] Dies war die erste humanitäre Mission der Schweizer Luftwaffe im Ausland.[46] Ihr Nachfolger ist die Swisscoy-Mission, die seit 1999 für jeweilen für drei Jahre verlängert wurde, letztmals im Jahr 2017 bis 2020.[47]
  • Drei Super Puma Helikopter wurden im Jahr 2005 nach Sumatra geflogen, um dort Hilfseinsätze zugunsten der Opfer der Tsunami-Katastrophe zu fliegen.[48]
  • Im Jahr 2010 flogen drei Cougar-Helikopter in Israel Löschflüge.[49]
  • Im August 2017 kamen drei Super-Puma-Helikopter bei Waldbränden in Portugal zum Einsatz.[50]

3 Zukunftsplanungen

3.1 BODLUV 2020

Unter der Bezeichnung BODLUV 2020 läuft das Projekt der Modernisierung der bodengebundenen Luftabwehr. Es ist vorgesehen, die drei heutigen Systeme (Stinger, Rapier und Flugabwehrkanone) durch zwei Systeme mit kurzer und mittlerer Reichweite zu ersetzen, die in das FLORAKO-System eingebunden werden können und so die gesamten boden- und luftgestützten Komponenten miteinander vernetzen.[51] Im Gegensatz zu den jetzt verwendeten Systemen sollen prinzipiell alle Flugkörper vom Flugzeug bis hin zu Lenkflugkörpern bekämpft werden können.[52] Evaluiert wurden MBDA UK mit dem CAMM-ER, Diehl Defence mit IRIS-T SLM und Rafael Defence System mit Iron Dome. Im September 2015 wurde bekannt, dass Thales Suisse SA als Generalunternehmerin auf Schweizer Seite das Projekt BODLUV 2020 MR (mittlere Reichweite) massgeblich begleitet hatte.[53] Nach dem Bekanntwerden von Mängeln[54][55] wurde das Projekt am 22. März 2016 durch Bundesrat Guy Parmelin sistiert.[56] Es wird nun erst ein Gesamtkonzept für die Luftverteidigung und die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges ausgearbeitet. In diesem Gesamtkonzept wird wieder neu über BODLUV-Systeme beraten.[57]

3.2 Ersatz Cessna C560XL

Am 2. Juli 2014 gab Verteidigungsminister Maurer bekannt, dass die Cessna C560XL in den kommenden Jahren durch eine Pilatus PC-24 ersetzt werden soll.[58]

3.3 Beschaffung Transportflugzeug

Das VBS hatte nach ausgiebiger Evaluation der Alenia C-27J Spartan und der CASA CN-235 die Beschaffung von zwei CN-235 vorgeschlagen. Dies wurde 2004 jedoch im Parlament abgelehnt. Anfang 2015 wurden mehrere Motionen von Politikern eingereicht mit der Forderung, dass die Luftwaffe nun doch zwei Transportflugzeuge beschaffen soll.[59][60]

Für 2018 ist der Kauf von zwei Jets der Rega geplant, welche die Beech 1900 ersetzen sollen. Die Flugzeuge würden voll ausgerüstet übernommen und könnten somit weiterhin auch für humanitäre Hilfsaktionen zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe SKH eingesetzt werden.[61]

3.4 Neues Kampfflugzeug

Im April 2016 initiierte Bundesrat Guy Parmelin die Vorbereitungsarbeiten zum Kauf eines neuen Kampfflugzeuges. Eine durch eine Begleitgruppe unterstützte Expertengruppe wurde mit der Klärung grundlegender Fragen zu Bedarf, Vorgehen und industriellen Aspekten beauftragt.[62]

Am 30. Mai 2017 wurden die „Empfehlungen der Begleitgruppe zur Evaluation und Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs“ publiziert.[63] Im Bericht werden vier Optionen aufgezeigt: Option 1: Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 55 (bzw. 70) Kampfflugzeuge und eine umfassende Erneuerung und Leistungssteigerung aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung, Finanzbedarf: ca. 15-18 Mia. Franken; Option 2: Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 40 moderne Mehrzweckkampfflugzeuge und Erneuerung der bodengestützten Luftverteidigung, Finanzbedarf: ca. 9 Mia. Franken; Option 3: Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 30 neue Kampfflugzeuge und eine erhebliche Leistungssteigerung aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung, Finanzbedarf: ca. 8-8,5 Mia. Franken; Option 4: Beschaffung von rund 20 neuen Kampfflugzeugen bei gleichzeitigem Weiterbetrieb der F/A-18-Flotte und Erneuerung der Mittel der bodengestützten Luftverteidigung, Finanzbedarf: ca. 5 Mia. Franken. Ein weiterer Bericht „Luftverteidigung der Zukunft – Bericht der Expertengruppe Neues Kampfflugzeug“ wurde ebenfalls am 30. Mai 2017 durch das VBS publiziert und umfasste 16 Empfehlungen zuhanden des Verteidigungsministers.[64] Sowohl die Maximal- als auch die Minimalvariante haben dabei aus politischen beziehungsweise Tauglichkeitsgründen wenig Erfolgsaussichten.[65]

4 Organisation

Die Schweizer Luftwaffe wird von Korpskommandant Bernhard Müller (Offizier) geführt. Dem Kommandanten sind nebst dem Luftwaffenstab, dem Einsatz Luftwaffe, mit der Operationszentrale der Luftwaffe und sämtlichen Flugplatzkommandos, dem Fliegerärztliches Institut (FAI) auch die drei Lehrverbände Flieger 31, Flab 33 und Führungsunterstützung 30 unterstellt. Die Lehrverbände umfassen bei der Luftwaffe – im Gegensatz zum Heer – auch die Einsatzverbände.

5 Fliegerstaffeln

In der Schweizer Luftwaffe ist ein Flugzeug in der Regel nicht dauerhaft bei einer bestimmten Staffel eingeteilt. Dies gilt im Besonderen und traditionell bei den Milizstaffeln, deren Piloten nur einige Wochen pro Jahr im Dienst sind. Auf einem Flugzeug aufgebrachte Markierungen liessen also kaum Rückschlüsse auf den Verwender zu. Auch Staffelflugzeuge mit einer Sonderbemalung wie die F/A-18 J-5017 von der Fliegerstaffel 17 werden von anderen Staffeln benutzt.

Die Milizpiloten der Schweizer Luftwaffe stammten bis zum Ende der Hunter-Ära aus allen möglichen zivilen Berufen, unter den Piloten gab es damals auch hauptberufliche Landwirte.

Bild Name Status Home base Flugzeugtyp Historie Bemerkung
Staffeln Details 06.jpg Fliegerstaffel 1 Rokh Inaktiv Militärflugplatz Dübendorf F-5E Hawker Hunter, DH-100 Vampire, C-3036,Fokker C.V, Häfeli DH-5 Kommandant der Patrouille Suisse war Mitglied der Fl St 1 die Teil der Fl St 1 war.[66]
FlSt2old.jpg Fliegerstaffel 2 Inaktiv Payerne F-5E Hawker Hunter, DH-112 Venom, DH-100 Vampire, Militärflugplatz Ulrichen, Turtmann [67]
Fliegerstaffel 3 Inaktiv Flughafen Sion Mirage IIIRS Hawker Hunter, DH-112 Venom Recon vers, D-3800, C-3603, Dewoitine D.27 [68]
Swiss Air Force Squadron 4 Emblem.JPG Fliegerstaffel 4 Inaktiv Payerne Mirage IIIRS Hawker Hunter, DH-112 Venom, DH-100 Vampire AFB Turtmann, Sankt Stephan [69]
Swiss Air Force 5 Squadron Emblem.JPG Fliegerstaffel 5 Lynx Inaktiv Interlaken Hawker Hunter DH-100 Vampire, Häfeli DH-5 Astronaut Claude Nicollier war Pilot bei der Fl St 5.
CP.AV.6.JPG Fliegerstaffel 6 Ducks aktiv Payerne F-5E Me109, C-36 [70][71]
Swiss Air Force 7 Squadron Emblem.JPG Fliegerstaffel 7 Inaktiv Meiringen Hawker Hunter DH-112 Venom, DH-100 Vampire, Me109, Fokker C.V, AFB Ambri, Interlaken [72]
Staffeln Details 03.JPG Fliegerstaffel 8 Destructors aktiv Militärflugplatz Meiringen F-5E AFBFlugplatz Buochs [73] F-5E J-3073 Staffelflugzeug mit Sonderlackierung
Fliegerstaffel 9 Inaktiv DH-112 Venom DH-100 Vampire, Me109,D-3801,Dewoitine D.27,Fokker C.V [74]
Fliegerstaffel 10 Inaktiv Flugplatz Buochs Dassault Mirage IIIRS DH-112 Venom recon, DH-100 Vampire, C-3603, P-51 Mustang alle mit Fotokameras ausgerüstet[75][76][77]
Staffeln Details 07.jpg Fliegerstaffel 11 Tigers aktiv Militärflugplatz Meiringen F/A-18 Dübendorf, F-5E, Hawker Hunter, DH-100 Vampire, D-3801 Mitglied des NATO Tiger Meet[78], F/A-18C J-5011, Staffelflugzeug mit Sonderlackierung[79]
FlSt12new.jpg Zielflugstaffel 12 aktiv Militärflugplatz Emmen Pilatus PC-9/ F-5E Hawker Hunter, C-36 [80]
Staffeln Details 05.jpg Fliegerstaffel 13 Inaktiv Payerne F-5E DH-112 Venom, D-3800 Morane, AFB Turtmann, Meiringen Ambri [81]
Instrumentenfliegerstaffel 14 aktiv Militärflugplatz Dübendorf Pilatus PC-7 DH-100 Vampire, Pilatus P-3 [82]
Swiss Air Force 15 Squadron Emblem 4080.JPG Fliegerstaffel 15 Inaktiv Sankt Stephan Hawker Hunter DH-112 Venom, DH-100 Vampire, D-3801, Me109, Payerne im letzten Jahr erhielt ein Hunter eine "Papyrus" Lackierung, Flugzeug ist nun in Privatgebrauch[83]
Mirage III FlSt16.jpg Fliegerstaffel 16 aufgelöst Flughafen Sion F-5F Mirage IIIS, DH-112 Venom und DH-112 R1, DH-100 Vampire, P-51 Mustang C-3603, C-36,Fokker C.V, Buochs
Mirage IIIS FlSt -17.jpg Fliegerstaffel 17 Falcons aktiv Payerne F/A-18 Mirage IIIS, DH-112 Venom, D-3802, C-3603, Häfeli DH-5 Dewoitine D.27 AFB Flugplatz Buochs, Militärflugplatz Emmen, Flugplatz Raron Staffelflugzeug F/A-18C J-5017 mit „Falcons“-Lackierung[84][85]
Staffeln Details 02.jpg Fliegerstaffel 18 Panthers aktiv Payerne F/A-18 Staffelflugzeug F/A-18C J-5018 mit „Panthers“-Lackierung.[86]
19 Sqn Swiss Air Force.jpg Fliegerstaffel 19 Swans aktiv Flughafen Sion F-5E Potez 25,Morane D-3800 P-51 Mustang, DH-112 Venom, Hawker Hunter Staffelflugzeug F-5E J-3038 mit „Swans“-Lackierung.[87]
Swiss Air Force Squadron 20 Emblem.jpg Fliegerstaffel 20 Inaktiv Militärflugplatz Mollis Hawker Hunter DH-112 Venom, DH-100 Vampire, P-51 Mustang, D-3801 [88]
Swiss Air Force 21 Squadron Emblem.JPG Fliegerstaffel 21 Inaktiv Flugplatz Raron Hawker Hunter DH-112 Venom, DH-100 Vampire, P-51 Mustang, Dewoitine D.27, Me109,AFB Flugplatz Buochs, Turtmann, Militärflugplatz Dübendorf [89][90]
Staffel 24.JPG Fliegerstaffel 24 aufgelöst Militärflugplatz Emmen Pilatus PC-9 / F-5F Hawker Hunter Trainer Staffel 22 und Staffel 23 wurden nie gegründet.
Lufttransport Staffel 1 aktiv Payerne AS 532UL, AS 332M-1, EC635 Alouette III [91]
Alouette3 alpnachLT2.jpg Lufttransport Staffel 2 Inaktiv Militärflugplatz Dübendorf Alouette III Aérospatiale Alouette II, Piper Super Cub, Flugplatz Triengen [92]
Emblem LT3.jpg Lufttransport Staffel 3 aktiv Militärflugplatz Dübendorf AS 532UL, AS 332M-1, EC635 [93]
Emblem LT4.jpg Lufttransport Staffel 4 aktiv Militärflugplatz Dübendorf AS 532UL, AS 332M-1, EC635, B190, DHC-6, B350 Super Puma T-316 mit Staffelsymbol
Lufttransport Staffel 5 aktiv Payerne AS 532UL, AS 332M-1, EC635 Alouette IIIDornier Do 27
Lufttransport Staffel 6 aktiv Militärflugplatz Alpnach AS 532UL, AS 332M-1 EC635 [94]
PC-6Abzeichen.JPG Lufttransport Staffel 7 aktiv Militärflugplatz Emmen Pilatus PC-6 [95]
Lufttransport Staffel8.jpg Lufttransport Staffel 8 aktiv Militärflugplatz Alpnach AS 532UL, AS 332M-1 EC635 Aérospatiale Alouette III [96][97]

6 Andere Staffeleinheiten

Bild Name Status Homebase Flugzeugtyp Historie Bemerkung
Alouette3 BFK.jpg Berufsfliegerkorps aktiv Militärflugplatz Dübendorf HQ alle Flugzeugtypen ehemals UeG Überwachungsgeschwader[98]
Emblem LTDB.jpg Lufttransportdienst des Bundes aktiv Flughafen Bern-Belp Cessna Citation Excel, DHC-6, B350, B1900, Falcon 900, EC635 Learjet 35, Falcon 50, Eurocopter Dauphin [99]
Pilotenschule aktiv Emmen Pilatus PC-21 F-5F, BAE Hawk, DH-100 VampireT
Badge Drohnenstaffel.jpg Drohnenstaffel 7 aktiv Emmen ADS-95
Grd badge.jpg GRD Armasuisse aktiv Emmen Pilatus PC-6, Pilatus PC-12, Diamond DA42 Aurora Centauer Hawker Hunter, Mirage IIIC, F-5E (J-3001) Flight test Service
Patrouille Suisse aktiv Emmen F-5E Hawker Hunter AFB Militärflugplatz Dübendorf [100]
PC-7 Team aktiv Militärflugplatz Dübendorf Flugplatzkommando Locarno Pilatus PC-7 [101]
MHR Alouette.jpg MHR Militär-Helikopter-Rettungsdienst Inaktiv Alouette III SAR, Aufgabe wurde von der zivilen REGA übernommen.
ADDC aktiv Militärflugplatz Dübendorf Air Force HQ, Air Operations Centre, Air Defence & Directions Center
Fallschirmaufklärer Kompanie 17 aktiv Flugplatzkommando Locarno MT-1 Para reccon

7 Aufgaben

Die Aufgaben der Schweizer Luftwaffe sind folgende:

  • Wahrung der Lufthoheit mittels Luftpolizeidienst (analog der Strassenpolizei) und Luftverteidigung
  • Lufttransportdienst
  • Nachrichtenbeschaffung für militärische und politische Instanzen und Erstellen der Luftlage

Der Erdkampf wurde seit dem Ausscheiden der Hunter-Flugzeuge im Jahr 1994 nicht mehr trainiert.[102] Die Wahrung der Lufthoheit kommt auch als Neutralitätsschutz zum Tragen, wenn Luftfahrzeuge von Staaten, die sich in einem bewaffneten Konflikt befinden, die Nutzung des schweizerischen Luftraum erzwingen wollen. Der Schweizer Luftraum wird durch FLORAKO seit 2005 rund um die Uhr elektronisch überwacht, während Kampfflugzeuge normalerweise nur zwischen 8 und 18 Uhr[103] zur Verfügung standen.[104] Zur Verbesserung der Bereitschaft überwies das Parlament im September 2010 eine entsprechende Motion von Hans Hess (FDP).[105] Das daraufhin gestartete Projekt für eine 24-stündige Bereitschaft wurde von Verteidigungsminister Ueli Maurer im Januar 2012 gestoppt.[106] Nachdem eine entführte Zivilmaschine ausserhalb der «Bürozeit» in Genf gelandet war, wurde das Projekt wieder aufgenommen. Es sind rund 100 zusätzliche Vollzeitstellen sowie bauliche Massnahmen auf zwei Militärflugplätzen (Militärflugplatz Emmen & Militärflugplatz Meiringen) sowie auf dem Flughafen Genf und Flughafen Zürich erforderlich. Die Hauptbasis für diesen Dienst, der Militärflugplatz Payerne, ist bereits dafür ausgebaut worden. Der erste Schritt wurde am 4. Januar 2016 getätigt: Während 50 Wochen standen zwei nun bewaffnete F/A-18 auf QRA15 an Wochentagen von 8 bis 18 Uhr bereit. Seit dem 2. Januar 2017 ist diese Präsenz von 8 bis 18 Uhr täglich[107] & Feiertage gewährleistet. Ab 2019 werden die Jets von 6 bis 22 Uhr bereitstehen und Ende 2020 erfolgt der Ausbau auf 24 Stunden während 365 Tagen.[108][109]

Zum Begriff Sicherheit gehört laut Bundesrat heute auch die Rettung und Schadensbehebung bei Natur- und Zivilisationskatastrophen im Rahmen von Unterstützungseinsätzen, zum Beispiel: Bergungen, Löscharbeiten, Lufttransporte (Einsätze bei Lawinenkatastrophen, Sturmschäden usw.), Luftaufklärung (Personensuche, Feststellung von Glutherden bei Waldbränden mit Infrarotgerät) sowie die Erweiterung des schweizerischen Engagements in Krisenregionen. Im Rahmen internationaler Organisationen wie der UNO oder OSZE kann die Schweiz zur Verbesserung ihrer eigenen Sicherheitslage beitragen.

Wirtschaftliche Aspekte machen für den europäischen Luftverkehr das Überfliegen der Schweiz attraktiv. Dank solcher Überflüge konnte zum Beispiel die UNO bei Lufttransporten im Rahmen der Friedensmission im Balkan bis Ende 2000 über 100 Millionen Franken einsparen. Im Konfliktfall ist der Schweizer Luftraum durch seine zentrale Lage in Europa, aber auch wegen der aus den topografischen Gegebenheiten entstehenden Radarschatten interessant. Luftoperationen erfolgen praktisch ohne Vorwarnung. Sie sind betreffend Zeit, Einflugsort und Richtung nicht voraussehbar. Daher ist die permanente Luftraumüberwachung, die ununterbrochen das ganze Jahr mit dem FLORAKO-System und Berufspersonal durchgeführt, wird eine Grundaufgabe der Schweizer Luftwaffe, mit der die Ausführung weiteren Aufgaben der Luftwaffe erst möglich werden.

7.1 Luftpolizeidienst

Der Luftpolizeidienst ist die Hauptaufgabe der Schweizer Luftwaffe. Er wird täglich durchgeführt und gilt als Echteinsatz, nicht als Übung (wie beispielsweise die gleichzeitig dazu stattfinden Luftkampfübungen). Unbekannte Flugzeuge müssen kurzfristig und bei jeder Wetterlage identifiziert und nötigenfalls abgefangen werden können. Mit dem Luftpolizeidienst werden Kontrolle und Souveränität des Schweizer Luftraumes sowie die Sicherheit im gesamten Luftverkehr gewährleistet. Die Luftwaffe erfüllt damit nicht nur die Aufgaben eines unabhängigen Staates, sondern auch Aufgaben zugunsten der zivilen Luftfahrt (BAZL und Skyguide). Für die optische Identifikation und Überwachung werden Militärluftfahrzeuge aus ihrer laufenden Mission oder Kampfflugzeuge aus der Einsatzbereitschaft (QRA) abgerufen und an das zu identifizierende Luftfahrzeug herangeführt.

Den Luftpolizeidienst kann in zwei Arten aufgeteilt werden:

7.1.1 Kontrollen (Live-Missionen)

Bei der Kontrolle von Überflügen werden Luftfahrzeuge von der Schweizer Luftwaffe abgefangen und visuell überprüft, es wird kontrolliert, ob das Luftfahrzeug dem im Flugplan angegebenen Angaben entspricht (Typ, Immatrikulation, Betreiber) und ob auffällige Merkmale ersichtlich sind. Alternativ werden Luftfahrzeuge gefolgt und beobachtet, ob der Pilot sich an die Flugverkehrsregeln hält (Sinkrate, Geschwindigkeit, Typ, Wetterverhältnissen entsprechend etc.).

7.1.2 Interventionen (Hot-Missionen)

  • Hilfe für zivile Flugzeuge, beispielsweise bei Navigationsproblemen und Funkpannen etc.[110]
  • Sichtbar machen (eskortieren) eines Flugzeuges mit defektem Transponder für die zivile Flugsicherung
  • Peilen von Notsignalen mit Weiterleitung an Notfallorganisationen (z. B. REGA)
  • Identifikation von Luftraumverletzungen wie unbewilligter Einflug oder Abweichungen vom Flugplan
  • Eingreifen zur Verkehrssicherheit, wenn VFR-Flugzeuge in Luftstrassen oder in die An- und Abflugkorridore der Flugplätze eindringen
  • Durchsetzen von Benützungseinschränkungen des Luftraums (z. B. WEF in Davos,[111] G8-Gipfel in Évian-les-Bains 2003)
  • Überwachen des Luftraums bei Flugzeugentführungen
  • Bewältigung von Krisensituationen (beispielsweise Annäherung feindlicher/terroristischer Luftfahrzeuge an die Landesgrenze)

Die Schweizer Luftwaffe ist berechtigt, jederzeit ohne Rücksicht auf Typ, Nationalität etc. jedes Luftfahrzeug zu kontrollieren, das sich im schweizerischen und liechtensteinischen Luftraum befindet. Luftpolizeidienst-Interventionen dürfen mit Rücksprache mit der jeweiligen Luftwaffeneinsatzzentrale auch grenzüberschreitend sein.

Die folgende Tabelle gibt die jährlichen Einsatzzahlen im Rahmen des Luftpolizeidienstes wieder:

Jahr Live-Missionen Hot-Missionen Quelle
2006 342 22 [112]
2007 295 23 [113]
2008 308 23 [114]
2009 294 09 [114]
2010 246 22 [115]
2011 350 12 [115]
2012 207 10 [116]
2013 202 09 [117]
2014 277 15 [117]
2015 276 37 [118]
2016 337 26 [119]
2017 292 36 [120]

7.2 Dienstleistungen für andere Organisationen

Die Schweizer Luftwaffe erfüllt daneben Dienstleistungen für andere Organisationen:[121] Sie versorgt mit einem der FLORAKO-Sekundärradare die zivile Skyguide mit Radardaten und ermöglicht so eine sichere Luftverkehrsführung. Helikopter und Drohnen der Luftwaffe führen regelmässig Überwachungsflüge für das Grenzwachtkorps GWK durch, sie werden zudem für Überwachungsflüge (z. B. Streetparade Zürich) und Personensuchflüge zugunsten der Polizei und der REGA verwendet. Zur Unterstützung der Feuerwehr bei Waldbränden werden Drohnen und FLIR-Helikopter zur Lokalisierung von Brandnestern sowie Helikopter mit dem Bambi Bucket als Löschmittel eingesetzt. Für das Bundesamt für Gesundheit BAG, die Nationale Alarmzentrale NAZ und das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI führt die Luftwaffe mit Helikopter und mit F-5 regelmässig Luftdatensammlungen und Radioaktivitätsmessungen durch. Mit F-5 werden im Rahmen des ARES-Programms Parabelflüge zugunsten der ETH Zürich und anderen Forschungsanstalten durchgeführt. Zudem bearbeitet die Luftwaffe alle Diplomatic Clearance-Anträge die ausserhalb der Öffnungszeiten des Bundesamts für Zivilluftfahrt BAZL beantragt werden und stellt der Schweizerischen Rettungsflugwacht REGA Kommunikationsanlagen zur Verfügung. Das Flugplatzkommando 13 von Meiringen betreut in seiner Dienststelle in Belp nebst den Mitteln des Lufttransportdienstes des Bundes LTDB auch die dort stationierten Flugzeuge des BAZL.

8 Vorführungen

8.1 Kunstflugteams

  • Die Schweizer Luftwaffe hat das Jetflugzeug-Kunstflugteam Patrouille Suisse, das jeweils sechs F-5E in einer rotweissen Lackierung für die Vorführungen nutzt.
  • Das Propellerflugzeug-Kunstflugteam, das PC-7 Team, nutzt neun PC-7 in Standardausführung.
  • Das F/A-18 Hornet Solo Display zeigt Flugvorführungen mit einer F/A-18C.
  • Das Super Puma Display Team führt mit einem Super Puma oder Cougar die Flugleistungen dem Publikum vor.
  • Oft treten auch die Fallschirmaufklärer der Fallschirmaufklärer Kompanie 17 mit einem Absprung aus einer PC-6T vor Publikum auf.

8.2 Axalp

General Guisan forderte 1942 einen anspruchsvollen Flieger-Schiessplatz, da er mit der Schiessleistung der Luftwaffe unzufrieden war. Um zu üben, wurde die Axalp ausgewählt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde regelmässig der Erdkampf mit den Jetflugzeugen Vampire, Venom und Hunter auf der Axalp geübt, wobei neben den Bordkanonen auch Übungs- und Kriegsbomben sowie ungelenkte Raketen eingesetzt wurden. Während des Kalten Krieges wurden militärische Verbindungsoffiziere aus West-, Ost- und blockfreien Staaten zu den Vorführungen eingeladen. Heutzutage ist das Axalpfliegerschiessen Flugschau Axalp eine Leistungsschau der Schweizer Luftwaffe im Gebirge für alle Interessierten. Es ist weltweit das einzige Event, an dem Zivilisten (unabhängig ihrer Nationalität) kostenlos eine eigentliche Airshow in 1700 Meter über dem Meer den Einsatz der Flugzeugbordkanonen mitverfolgen können. Der Einsatz von Helikoptern im Gebirge nimmt mit den Lösch- und Rettungsdemonstrationen mittlerweile einen grossen Teil der Flugvorführungen ein.

8.3 Airshows

Im Jahr 1994 hatte die Schweizer Luftwaffe erstmals eine Internationale Airshow in der Schweiz auf dem Militärflugplatz Buochs durchgeführt, die Air94. Im 2004 wurde wieder eine Airshow, die Air04 in Payerne durchgeführt.

2014 fand in Payerne die Air14 statt, die längste Airshow in Europa: Aus Anlass der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Schweizer Luftwaffe, 50 Jahre Patrouille Suisse und 25 Jahre PC-7 Team fand die Air14 vom 30. August bis zum 7. September neun Tage lang statt, wobei die beiden Wochenenden die Hauptattraktionen waren. Die Kunstflugteams der Schweizer Luftwaffe traten dabei jeden Tag auf. Zu diesen Anlässen wurden nebst den Mitteln der Schweizer Luftwaffe auch Komponenten der Schweizer Armee präsentiert, Oldtimer, aktuelle Kampfflugzeuge und Helikopter anderer Staaten, sowie Kunstflugteams diverser Luftwaffen. Für die Air24 im Jahr 2024 ist wieder eine Vorführung an einem Wochenende vorgesehen.

9 Militärflugplätze

Die Schweizer Luftwaffe besitzt sieben Flugplätze mit Flugbetrieb. Die Militärflugplätze von Dübendorf und Alpnach sollten gemäss dem neuen Stationierungskonzept geschlossen werden. Der Entscheid, Alpnach zu schliessen, wurde rückgängig gemacht. Ebenso wird überprüft, Dübendorf über das Jahr 2014 hinaus als Flugplatz für Helikopter und Propellerflugzeuge zu erhalten.

Militärflugplatz Alpnach (LSMA)

Hauptflugplatz sämtlicher Lufttransporte mit dem Lufttransportgeschwader 2.

Flughafen Bern (LSMB)

Bern-Belp ist kein eigentlicher Militärflugplatz. Nur der Lufttransportdienst des Bundes ist dort stationiert.

Militärflugplatz Buochs (LSZC)

Buochs ist die sogenannte „Sleeping Base“. Auf dieser Basis findet kein militärischer Flugbetrieb mehr statt. Im Kriegsfall kann LSMU/LSZC reaktiviert werden. Der Flugplatz wird in erster Linie von den Pilatus Flugzeugwerke genutzt.

Militärflugplatz Dübendorf (LSMD)

Dübendorf war lange der wichtigste Militärflugplatz der Schweiz. Nachdem die Kampfflugzeuge abgezogen wurden, sind dort ein Lufttransportgeschwader sowie einige Propellerflugzeuge und die Instrumentenflugstaffel 14 stationiert.

Militärflugplatz Emmen (LSME)

Emmen ist ein Trainings- und Ausweichflugplatz für Kampf- und Propellerflugzeuge sowie Helikopter. Nebst der bekannten Kunstflugstaffel Patrouille Suisse, die ihre Homebase in Emmen hat, fliegen dort teilweise auch die Berufs- und Milizstaffeln mit F/A-18 Hornet und F-5 Tiger. Die Lufttransportstaffel 7, das Drohnenkommando 84, die Pilotenschule (Hauptstandort) sowie die Zielfliegerstaffel sind dort stationiert. Der Hauptsitz der RUAG Aviation ist in Emmen; der Ort ist auch Ausgangspunkt für allfällige Erprobungs- und Evaluationsflüge. Emmen ist das Simulatorzentrum der Luftwaffe. Ein AS532 (Super Puma und Cougar), PC-21-,ADS 95 und Eurocopter EC635 Simulator befinden sich dort.

Flugplatzkommando Locarno (LSMO)

Locarno ist für die Grundschulung der Piloten und der Fallschirmaufklärer zuständig. Im Weiteren befinden sich dort ein PC-7 Simulatoren. Von der Airbase in Locarno werden die Drohnenaktivitäten der ADS 95 im Tessin zur Grenzüberwachung gelenkt. Locarno verfügt über drei Pisten (eine Hartbelag und zwei Graspisten), Militärisch wird normal nur die Hartbelagpiste genutzt.

Militärflugplatz Lodrino (LSML)

Der Flughafen in Lodrino wird nicht mehr direkt von der Luftwaffe betrieben, alle Flugoperationen finden im Tessin vom Stützpunkt in Locarno statt. Die RUAG Aviation führt dort das Center for Propeller Aircraft and UAV Systems und wartet dort die Systeme Pilatus PC-6, PC-7 und PC-9 der Schweizer Luftwaffe. Es gibt hier nur noch Trainingsflüge sowie den Werkflug der Luftwaffe. Allerdings ist der Flughafen normalerweise nur für militärische Flugzeuge freigegeben, nur im Falle eines Maintenance ist es erlaubt, zivilen Flugverkehr abzuwickeln. Die Einrichtung des Towers wurde im Jahr 2010 komplett demontiert.

Militärflugplatz Meiringen (LSMM)

Meiringen ist seit 2006 Heimatsbasis eines Fliegergeschwaders. Es ist ein Kriegsflugplatz mit Flugzeugkavernen und neben Payerne das zweite Standbein für die Luftverteidigung und den täglichen Flugbetrieb. Meiringen gilt als der einzige noch benutzte Kavernenflugplatz der Schweiz.[122][123][124]

Militärflugplatz Payerne (LSMP)

Payerne ist ein Kriegsflugplatz, auf dem vor allem die F/A-18 operieren. Stationiert sind dort zwei Fliegerstaffeln mit einem Fliegergeschwader, ein Lufttransportgeschwader, teilweise das Drohnenstaffel, eine Ausbildungsstaffel und teilweise die Pilotenschule. Der Kriegsflugplatz Payerne ist der wichtigste Kampfjet-Militärflugplatz der Luftwaffe.

Flughafen Sion (LSMS)

Sion ist ein Zivil- und Militärflugplatz. Ein Fliegergeschwader mit F/A-18 und F-5 sowie ein Teil der Pilotenschule sind dort beheimatet. Es ist ebenfalls ein Kriegsflugplatz. Im Gegensatz zu Payerne und Meiringen fliegen Jetflugzeuge dort nur unregelmässig.

Aufgegebene Militärflugplätze

Während des Zweiten Weltkriegs sowie im Kalten Krieg wurden zudem noch die folgenden Militärflugplätze genutzt, wobei einige anfänglich lediglich über Graspisten verfügten und keine eigene Infrastruktur besassen:

10 Mittel

11 Unfälle

Seit 1941 ereigneten sich in der Schweizer Luftwaffe rund 400 Flugunfälle mit über 350 Todesopfern. Bis jetzt, Stand September 2016, verunglückten unter anderem eine F/A-18C, drei F/A-18D, zehn F-5E Tiger, ein BAE Hawk, neun Mirage IIIS, eine Mirage IIIBS, zwei Cougar, eine Pilatus PC-9, 28 Hawker Hunter, 29 de Havilland Vampire und etwa 50 de Havilland Venom.[125][126][127][128]

12 Kommandanten seit 1914

Die Bezeichnung der Schweizer Luftwaffe wechselte im Lauf der Zeit mehrfach: 1914 bis 1924 Fliegerabteilung, 1925 bis 1936 Fliegertruppe, 1936 bis 1995 Flieger- und Fliegerabwehrtruppen, seit 1996 Luftwaffe. Die Rangbezeichnung lautete bis 1935 nur Kommandant, von 1936 bis 1967 Kommandant bzw. Waffenchef, ab 1968 wieder nur Kommandant.

13 Literatur

  • Arthur Bill: Fliegerlatein. Geschichten aus 70 Jahren Schweizer Fliegerei. Verlag Stämpfli, Bern 2003, ISBN 3-7272-1274-8.
  • Hanspeter Ruckli und Adrian Urscheler: Das Ueberwachungsgeschwader / L’Escadre de surveillance 1992–2005. Baden-Verlag, Baden-Dättwil 2006, ISBN 3-85545-141-9.
  • Gustav Westphal: Die Schweizer Flugwaffe in Vergangenheit und Gegenwart. in: Wolfgang Sellenthin (Hrsg.): Fliegerkalender der DDR 1985. Militärverlag der DDR, Berlin 1984, S. 152–162.
  • Roman Schürmann: Helvetische Jäger. Dramen und Skandale am Militärhimmel. Rotpunktverlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-85869-406-5.

14 Weblinks

 Commons: Schweizer Luftwaffe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

15 Einzelnachweise

  1. 100 Jahre Luftmittel in der Schweizer Armee. Pressemitteilung der Bundesbehörden, 24. Juli 2000
  2. Neue Kampfflugzeuge – Pleiten, Pech und Pannen. Tagesanzeiger, 28, März 2014
  3. Flugwaffe - Luftwaffe. im Historischen Lexikon der Schweiz
  4. Hans Georg Ramseier: Die Entstehung und die Entwicklung des Landesringes der Unabhängigen bis 1943, Chemigraphisches Institut AG, Glattbrugg, 1973, S. 65–67
  5. Hans Georg Ramseier: Die Entstehung und die Entwicklung des Landesringes der Unabhängigen bis 1943, Chemigraphisches Institut AG, Glattbrugg, 1973, S. 72–74
  6. Walter Lüem, Max Rudolf: Abwehr in Nahaufnahme. Probleme der Limmatverteidigung 1939/40 im Abschnitt Spreitenbach-Killwangen. Herrliberg/Birmenstorf 2003. Vertrieb: Schweizerische Gesellschaft für militärhistorische Studienreisen GMS, Zürich.
  7. Schweizer Luftwaffe: Das Flugzeug Vampire.
  8. Bundesarchiv; Abkommandierung einer Delegation nach Schweden zur Abklärung der Verbesserung der Sichtverhältnisse des Piloten beim Flz. «DRAKEN», 1959.
  9. Brigadier Werner Glanzmann: Damit unsere Flugwaffe jederzeit fliegen kann: Die Flugplatzbrigade 32 in ASMZ 10/1987.
  10. Walter Dürig: Dokumente über die personellen und materiellen Bestände der Flieger und Fliegerabwehrtruppen. vom 7. Mai 2012 (PDF)
  11. Flugzeugbeschaffungen in früheren Jahrzehnten in der WOZ zusammengefasst.
  12. Bundesarchiv, Offerte Occasions-Skyhawk.
  13. Kommando der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen: NKF: Warum der Tiger? Informationsblatt Nr 1 April 1974 (Archivversion vom Vorlage:Suppress0 Dezember 2014)
  14. lw.admin.ch: Northrop F-5E Tiger II (Archivversion vom Vorlage:Suppress0 August 2011)
  15. René Zürcher: Vor 30 Jahren: Armee-Heli-Erprobung in Emmen – Super Puma siegte. In: SkyNews, März 2010, S. 14 (PDF).
  16. Fernand Carrel, Walter Dürig, Markus Gygax, Peter Lyoth: Ein Kampfflugzeug für die Schweiz. Dokumentation zum Projekt F/A-18. (= Schriftenreihe der BiG. Band 66). Bibliothek am Guisanplatz, Bern 2017, ISBN 978-3-906969-80-0 (PDF; 2,0 MB).
  17. Eine kleine Geschichte der Schweizer Kampfflugzeuge.
  18. Niklaus Ramseyer: Der F/A-18 macht Ueli Maurer Mut. In: Tages-Anzeiger vom 16. September 2013.
  19. Abstimmungstext der Initiative. abgerufen am 7. Mai 2014.
  20. Volksabstimmung vom 06.06.1993. Vorlage Nr. 393. In: admin.ch, Stand 7. Juli 2017.
  21. Abstimmungsbüchlein mit falschen Behauptungen, Titel und Seite 11.
  22. Rollendefinition F/A-18 des Bundesrats.
  23. ASMZ, 7/8/1995, Seite 48
  24. Erstmals Militärpilotinnen brevetiert
  25. KFOR SWISSCOY, vtg.atmin, abgerufen am 31. Mai 2017.
  26. Den Kampf-Jets die Flügel stutzen. swissinfo.ch, 2005-11-03. Abgerufen am 19. September 2009.
  27. Eidgenössische Volksabstimmung vom 24. Februar 2008: Vorläufige amtliche Endergebnisse.
  28. Eidgenössische Volksabstimmung vom 24. Februar 2008: Resultate der Berner Amtsbezirke und Gemeinden. (PDF)
  29. Kampfjetlärm: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gegen die Armee. Fondation Franz Weber, 15. September 2011.
  30. Bundesverwaltungsgericht, Abteilung I: Urteil vom 7. September 2011, Dossier A-101/2011.
  31. Bund muss Umweltbelastung beim Flugplatz Meiringen überprüfen. der Bund, 23, März 2012
  32. Die Schweizer Bundesverwaltung über die Beschaffung: Ersatz für Tiger-II.
  33. Siehe dazu ausführlich: Roman Schürmann: Helvetische Jäger. Dramen und Skandale am Militärhimmel. Rotpunktverlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-85869-406-5, Kapitel «Die Zukunft der Luftwaffe», Seiten 217–242.
  34. Bericht über den Entscheid des Bundesrates. Tagesschau vom 30. November 2011, Schweizer Fernsehen.
  35. "Der Bund" vom 19. Mai 2014.
  36. Ständerat gibt grünes Licht für die Gripen-Beschaffung. moneycab vom 18. September 2013.
  37. Website des Komitees "Nein zu den Kampfjet-Milliarden". abgerufen am 5. Januar 2014.
  38. Website des Liberalen Komitees "Nein zum Gripen". abgerufen am 5. Januar 2014.
  39. Risse im Jet – Luftwaffe groundet 10 Tiger. Tagi, 15. April 2015.
  40. http://www.vbs.admin.ch/internet/vbs/de/home/documentation/news/news_detail.53246.nsb.html
  41. Wirbel um Armee-Drohnen. NZZ, 4, September 2016
  42. http://www.vbs.admin.ch/internet/vbs/de/home/themen/rust/2015/uebersicht.html
  43. Fanny Chollet – Erste Frau in Schweizer Kampfjet
  44. Die erste Jet-Pilotin. In: Schweizer Sodat, Januar 2018 / Schweiz.
  45. Operation ALBA verlängert: Schweizer Super-Pumas bleiben weitere sechs Monate auf dem Balkan. Pressemitteilung der Schweizerischen Bundesbehörden, 23. Juni 1999
  46. Kosovo-Flüchtlinge – Schweizer Armee hilft in Albanien.
  47. Swisscoy-Einsatz wird um weitere drei Jahre verlängert. Aargauer Zeitung, 8. Juni 2017
  48. Schweizer Militär-Helikopter für Sumatra. Swissinfo, 7. Januar 2005
  49. Erfolgreicher Schweizer Löscheinsatz in Israel. Medienmitteilung des Bundesrates, 7. Dezember 2010
  50. Schweizer Helikopterpiloten berichten von den Einsätzen: «Es war wie ein Flug in die Hölle». NZZ, 30. August 2017
  51. Basler Zeitung: Alte Flugabwehrsysteme werden ersetzt. Abgerufen am 18. Januar 2015.
  52. Offizier.ch: Prpjekt BOLDLUV 2020. Abgerufen am 25. Januar 2015.
  53. VBS Schweiz: Generalunternehmerin für BODLUV 2020 wurde gewählt. Abgerufen am 22. Dezember 2015.
  54. Eva Novak: Zentralschweiz am Sonntag. 14. Februar 2016, S. 5 Unangenehme Fragen an Parmelin.
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  127. "Gebrochene Flügel" Alle Flugunfälle der Schweizer Luftwaffe (bis 2013) Peter Brotschi Deutsch Format: 16 × 23 cm. Umfang: 368 Seiten, gebunden. Durchgängig s/w und Farbfotos ISBN 978-3-280-06126-8
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