Scharia

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Die Scharia (arabisch شريعة ) ist das religiöse Gesetz des Islam. Er wird im Koran nur an einer einzigen Stelle (Sure 45, Vers 18) erwähnt und bedeutet in etwa "zur Quelle gehen".

Jedoch ist die Scharia keine fixierte Gesetzessammlung wie etwa deutsche Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch, sondern eine Methode der Rechtsschöpfung.[1]

1 Auslegung durch den Zentralrats der Muslime in Deutschland[Bearbeiten]

  • Welt Online: Im ägyptischen Recht etwa spielt das islamische Rechtssystem der Scharia eine tragende Rolle. Wie soll Demokratie mit der Scharia vereinbar sein?
    • Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek :
      • Ich denke das geht, indem wir zunächst sagen, was wir unter Scharia verstehen, denn da gibt es große Missverständnisse, die wir aufarbeiten müssen.
      • Scharia (übersetzt: "Der breite Weg zur Tränke" – Anm. d. Welt-Red.) ist eine Art muslimischer Katechismus, welcher göttliche unveränderliche Vorschriften wie z.B. die fünf Säulen und insbesondere Dinge des Glaubens (z.B. wie ein Muslim betet oder wie die Riten der Pilgerfahrt aussehen, siehe auch 5 Säulen des Islam – Anm. d. Welt-Red.) beinhaltet.
      • Ein großer Teil der Scharia besteht aus veränderlichen Richtlinien, die die Gelehrten im Laufe der Zeit durch theologische Gutachten abgeleitet haben, welche demnach disponibel sind. Oft wird Scharia fälschlich mit drakonischem Strafgericht gleich gesetzt oder Kritiker schreiben für ihre polemischen Zuspitzungen der Scharia die Rolle eines Antisystems zur Demokratie zu. Beides trifft nicht zu und hat mit der eigentlichen Bedeutung nichts gemein.[2]

2 Die Scharia und die Menschenrechte[Bearbeiten]

Die Bestimmungen der Scharia sind nicht mit den westlichen, aus dem Zeitalter der Aufklärung hervorgegangenen Menschenrechten vereinbar. Deshalb wurde im Jahr 1990 die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam als eigene islamische Antwort ausgearbeitet, und von 45 Außenministern islamischer Staaten angenommen. Diese widerspricht in wesentliche Punkten den Menschenrechten der außerislamischen Welt. So ist z.B. die Meinungsfreiheit der Religion untergeordnet, indem es nicht erlaubt ist, "die Heiligkeit und Würde der Propheten zu verletzen, die moralischen und ethischen Werte auszuhöhlen und die Gesellschaft zu entzweien, sie zu korrumpieren, ihr zu schaden oder ihren Glauben zu schwächen." Religionsfreiheit spielt in diesen islamischen "Menschenrechten" also keine Rolle mehr.

3 Die Scharia und die Homosexualität[Bearbeiten]

EIne einheitliche Meinung dazu ist schwierig, Sunniten und Schiiten haben dort unterschiedliche Auffassungen. So steht etwa im Koran, dass man durchaus einem Mann, der mit einem Mann sündigt verzeihen kann und das eine gewisse Anzahl von Zeugen Voraussetzung für eine Bestrafung ist. In Sur 4 Vers 16, sowie Sure 26 Vers 165 bis 167 ist das Thema treffend beschrieben, Gelehrte sind in dieser Frage durchaus gespalten, so sagen einige das es sich nur um eine Sünde handelt, wenn ein verheirateter Mann neben einem unverheirateten Mann liegt, andere wiederum - und die gehören auch zur Mehrheit - gehen von einer Sünde im Ganzen aus. Wiederum andere sind der Auffassung, dass die betreffenden Stellen im Koran sich nur auf Vergewaltigungen von Männern bezogen haben und nichts mit der heutigen modernen Variante zu tun haben. [3] Einzig die Al-Fatiha Foundation sieht heute die Homosexualität liberaler.

Die Hanafiten legen die Bestrafung und ob eine erfolgen soll in die Hände des Richters, wohingegen die Hanbaliten die Steinigung vorsehen. Eine Fatwa zum Thema HS wurde auf den Seiten "qaradawi" verfasst. Laut dieser Fatwa sind sich die Religionsschulen bei der Bestrafung nicht einig, sie unterschieden auch hier das Merkmal eines Verheirateten oder Unverheirateten[4]


„"أو الفرس: إذا قام على أمرها من العَلَف والسقي، والترويض والتنظيف وغير ذلك. وأحسب أن هذا المعنى هو الأصل الذي أُخِذ منه سياسة البشر، فكأن الإنسان بعد أن تمرس في سياسة الدواب، ارتقى إلى سياسة الناس، وقيادتهم في تدبير أمورهم.“

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: qaradawi Fatwa 2008
[5]

4 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Heine: Ein System großer Flexibilität – Der Begriff „Scharia“ provoziert ständige Missverständnisse. Herder Korrespondenz 65, 12/2011, S. 613–617
  2. https://www.welt.de/politik/deutschland/article12692090/Scharia-und-Demokratie-sind-vereinbar.html
  3. Wunibald Müller, Homosexualität – eine Herausforderung für Theologie und Seelsorge, Mainz 1986, S. 64/65.
  4. IslamInstitut;Fatwa zum Thema HS..
  5. IslamInstitut;Fatwa zum Thema HS..siehe qaradaw

5 Andere Lexika[Bearbeiten]