Bayerischer Rundfunk

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Der Bayerische Rundfunk (BR) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Er sendet als Landesrundfunkanstalt für den Freistaat Bayern mit Sitz in München Hörfunk und Fernsehen. Der BR ist Mitglied der ARD.

1 Geschichte[Bearbeiten]

1.1 Vorgänger-Anstalten[Bearbeiten]

1.1.1 Weimarer Republik[Bearbeiten]

Am 12. September 1922 gründeten Robert Riemerschmid und andere in München die Deutsche Stunde in Bayern Gesellschaft für drahtlose Belehrung und Unterhaltung mbH, die am 30. März 1924 mit der Ausstrahlung ihrer ersten Sendung das Rundfunkzeitalter in Bayern einläutete. Am 2. August 1924 nahm der Nebensender Nürnberg seine Arbeit auf. Der Sendeablauf aus München ähnelte dem der wenigen anderen deutschen Sender. Musik und schöngeistige Lesungen dominierten das Programm. Allerdings gab es auch Rubriken für Technik und Wissenschaft, etwa

  • Sonntag, 5. Dezember 1926, 3.30 bis 4.00 Uhr nachmittags: Technische Plauderstunde. Moderne Kraftmaschinen und ihre Leistungen.
  • Donnerstag, 9. Dezember 1926, 6.30 bis 6.45 Uhr abends: Weißt du das? Zehn Minuten aus Welt und Wissen.[1]

1.1.2 Nationalsozialismus[Bearbeiten]

„München“ sendete auf „Welle 485“.[2] Am 1. September 1927 nahm der Nebensender Augsburg seinen Betrieb auf. Am 15. Dezember 1930 wurde die Deutsche Stunde in Bayerische Rundfunk GmbH umbenannt. Am 15. April 1933 holte Reichspropagandaminister Joseph Goebbels den ersten Intendanten dieser Sender, Kurt von Boeckmann, zum Aufbau eines Propagandaprogramms über Kurzwelle von München nach Berlin. Von Boeckmann war damit der erste Intendant des Deutschen Kurzwellensenders mit weitreichenden Aufgaben, auch als Leiter der Auslandsabteilung in der Reichssendeleitung.

1934 trat die Bayerische Rundfunk GmbH, wie alle anderen Sender des Reichsgebiets, im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltung der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft bei. Der Reichssender München gehört damit dem Großdeutschen Rundfunk an. Am 10. Juli 1936 nahm der Nebensender Bayreuth die Arbeit auf.

1.2 Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Nachkriegsdeutschland gründete die US-amerikanische Besatzungsmacht 1945 den Sender Radio München, der am 12. Mai 1945 seine erste Sendung ausstrahlte.

Am 8. September 1947 begann Radio München mit dem Ausstrahlen regelmäßiger Sendungen des Schulfunks.

Alois Johannes Lippl war Präsident des Bayerischen Rundfunkrates, wobei er am 25. Januar 1948 von der amerikanischen Militärregierung die erstmalige Lizenz für den Bayerischen Rundfunk entgegennahm. In dieser Position blieb er, bis er 1957 an plötzlichem Herzinfarkt in seinem Haus in Gräfelfing verstarb.

Am 25. Januar 1949 wurde Radio München in deutsche Hände übergeben und als Bayerischer Rundfunk eine Anstalt des öffentlichen Rechts für das Bundesland Bayern. Im gleichen Jahr sendete der BR sein Programm erstmals über UKW. Es war der erste UKW-Sender Europas.

Im folgenden Jahr war der BR Gründungsmitglied der ARD, die am 5. August 1950 in München gegründet wurde. Bis dahin sendete der BR nur ein einziges Hörfunkprogramm, das spätere Bayern 1. Im gleichen Jahr startete der Sender mit seinem zweiten Hörfunkprogramm BR 2 bzw. Bayern 2, das bis 1957 aus Nürnberg sendete. 1954 sendete der BR erstmals ein eigenes Regionalprogramm für Bayern innerhalb des ARD-Programms.

Im Jahre 1958 übernahm der Journalist Wilhelm Sandfuchs die Abteilung Kirchenfunk des BR. Er baute ihn bis zu seiner Pensionierung 1978 immer weiter aus. Unter seiner Leitung übernahm der BR für die gesamte ARD die Berichterstattung über die Päpste in Rom.

1960 sendete der BR erstmals Regionalprogramme im Hörfunk für Franken, Altbayern und Schwaben. Die Regionalprogramme wurden 1973 (für Ostbayern) und 1977 (für Mainfranken) erweitert. Am 1. November 1964 startete das 3. Hörfunkprogramm Bayern 3, zunächst als Gastarbeiterprogramm, das ab 1. April 1971 jedoch zur Service- und Popwelle ausgebaut wurde.[3]

1980 startete das 4. Hörfunkprogramm Bayern 4 Klassik, das später zum Vollprogramm ausgebaut wurde. In allen vier Hörfunkprogrammen wurde 1989 das Radio-Daten-System (RDS) eingeführt.

Als letztes UKW-Hörfunkprogramm startete am 6. Mai 1991 das Nachrichtenprogramm B5 aktuell.

Seit 1. Juli 1998 werden die Hörfunkprogramme Bayern 2 Radio, Bayern 4 Klassik, Bayern 3 und B 5 aktuell über DAB im Regelbetrieb ausgestrahlt. 2003 wurde die DAB-Abstrahlung von Bayern 2 und Bayern 3 zugunsten der neuen Angebote Das Modul, BR Traffic News, BR Info und BR Business vorerst eingestellt. 2005 wurden BR Info und BR Business wieder eingestellt. Dafür wurde Bayern 2 wieder aufgeschaltet.

Am 8. Oktober 2007 startete der Jugendsender Bavarian Open Radio mit einer Verbreitung über die vier Mittelwellensender des BR, über den DAB-Kanal „Das Modul“ sowie über Internet-Streaming. Am 5. Mai 2008 wurde er in on3radio umbenannt (Schreibweise ab März 2009: on3-radio). Seit 15. Mai 2013 hat Puls die bereits bekannten Übertragungswege von on3-radio übernommen.

2 Bayerisches Fernsehen[Bearbeiten]

Am 22. September 1964 startete der BR als erste Anstalt der ARD mit der Ausstrahlung eines eigenen Dritten Fernsehprogramms, zunächst als „Studienprogramm“ vornehmlich mit der Ausstrahlung von Programmen der Telekolleg-Reihe befasst, später als Bayerisches Fernsehen, das seit 1978 ein Vollprogramm ist und mittlerweile auch über Satellit in nahezu ganz Europa zu empfangen ist.

Die am 1. Oktober 1979 eingeführte Rundschau wurde schrittweise zum Flaggschiff des Senders ausgebaut und in den Jahren 1991 und 1996 um die Formate Rundschau-Magazin und Rundschau-Nacht erweitert. Damit ist der Bayerische Rundfunk neben dem MDR der einzige Sender der ARD, der die 20-Uhr-Tagesschau nicht in seinem Dritten Fernsehprogramm übernimmt.

Auf dem Unterträger des Bayerischen Fernsehens startete am 1. September 1986 der regionale Videotext-Dienst des BR unter der Bezeichnung Bayerntext.

Am 7. Januar 1998 startete der BR seinen Fernsehbildungskanal BR-alpha über Satellit.

Anfang Mai 2012 wurde zusätzlich eine Simulcast-HD Variante eingeführt.[4]

3 Gesetzliche Grundlagen[Bearbeiten]

Als Anstalt des öffentlichen Rechts bedarf der Bayerische Rundfunk einer gesetzlichen Grundlage, in der Programmauftrag, Programmgrundsätze und interne Organisation festgelegt sind. Das Bayerische Rundfunkgesetz, das diese gesetzliche Grundlage bildet, gilt seit 1948. Zuletzt wurde es 1993 umfassend novelliert. Das Rundfunkgesetz wird ergänzt durch den Rundfunkstaatsvertrag, der das Verhältnis von öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk im dualen Rundfunksystem regelt und grundlegende Bestimmungen vor allem zur Finanzierung enthält. Das Bayerische Rundfunkgesetz regelt zudem die Zusammensetzung des Rundfunkrats.

Der Bayerische Rundfunk finanziert sich zu 84 Prozent aus Gebühren, zu 13 Prozent aus sonstigen Einnahmen (z. B. Einnahmen aus Konzessionen, gewerblichen Schutzrechten etc., Einnahmen aus Sach- und Finanzanlagen) und zu 3 Prozent aus Werbung. Sein Anteil aus den Rundfunkgebühren betrug 2008 844,5 Mio. Euro. 60 Prozent der Rundfunkgebühren fließen in die Fernsehprogramme, 28 Prozent in die Hörfunkprogramme, acht Prozent in die Technik und vier Prozent in die Verwaltung.

Im Bayerischen Fernsehen darf - wie in allen dritten Fernsehprogrammen sowie den Programmen ARTE, 3Sat, KiKA, Phoenix und BR-alpha - keine Fernsehwerbung stattfinden. Sendungs-Sponsoring gilt in diesem Zusammenhang nicht als Werbung und ist daher auch außerhalb der Werbezeitbeschränkung zulässig.

Der BR ist an europäische Rechtsgrundlagen sowie den Mediendienste-Staatsvertrag gebunden, der Bestimmungen für das Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks enthält.

4 Mitarbeiter[Bearbeiten]

2009 beschäftigte der Bayerische Rundfunk durchschnittlich 2930 Mitarbeiter sowie 159 Auszubildende.[5] 2012 arbeiteten für den Sender 3350 Mitarbeiter sowie 1500 "feste freie".[6]

5 Studios[Bearbeiten]

Der BR unterhält ein Hauptfunkhaus in München (Geokoordinaten 48° 8′ 34″ N, 11° 33′ 13″ O7Koordinaten: 48° 8′ 34″ N, 11° 33′ 13″ O), Fernsehstudios in Freimann und Unterföhring, das Studio Franken sowie das Regionalstudio Ostbayern in Regensburg und das Regionalstudio Mainfranken in Würzburg. In 20 Städten unterhält der BR Korrespondentenbüros. In Augsburg, Kempten und Traunstein sind mehrere Mitarbeiter tätig, in anderen Büros wie Bayreuth, Passau oder Rosenheim arbeitet jeweils ein Korrespondent. Zusätzlich betreibt der BR Auslandsstudios, z. B. in Rom (auch für Vatikanstadt), Wien, Tel Aviv, Istanbul oder Buenos Aires. Es gibt allerdings auch noch ein Studio in Berlin am Schiffbauerdamm (Fernsehen) und gegenüber im ARD-Hauptstadtstudio (Hörfunk).

6 Programme[Bearbeiten]

Der BR veranstaltet alleine oder in Zusammenarbeit mit anderen Rundfunk- bzw. Fernsehanstalten derzeit folgende Fernseh- und Hörfunkprogramme:

6.1 Fernsehen[Bearbeiten]

Eigene Kanäle:

Gemeinschaftssender:

6.2 Hörfunk[Bearbeiten]

  • Bayern 1 – Massenprogramm für Oldie-Fans mit Schwerpunkt auf regionaler Information
  • Bayern 2 – Kulturradio, Vollprogramm
  • Bayern 3 – Popwelle, Massenprogramm für eher jüngere Menschen
  • BR-Klassik – klassische Musik
  • B5 aktuell – Nachrichten nonstop (Nachrichten oder Infoblock alle 15 Minuten)

Über DAB, DVB-S und über Streaming ausgestrahlt werden:

  • Bayern plus – Musik- und Servicewelle für eine ältere Zielgruppe (auch über Mittelwelle)
  • Puls - das junge Programm des Bayerischen Rundfunks
  • Bayern 2+ – entspricht weitgehend Bayern 2
  • B5 plus – Ereigniskanal von B5 aktuell (liegen keine Ereignisse vor, läuft hier B5 aktuell)
  • BR Verkehr – sendet Verkehrsinfos und -meldungen

7 Politische Ausrichtung[Bearbeiten]

Die politische Ausrichtung des Bayrischen Rundfunks galt auch als Folge der Dominierung durch die CSU jahrelang als konservativ. Als Beweis dafür angeführt werden die wiederholten Ausblendungen des Bayrischen Rundfunks aus dem regelmäßigen Sendebetriebs der bei einigen Sendungen mit aus politisch konservativer Sicht heiklen Inhalten. Wie auch die sie kontrollierende Partei, die CSU, hat sich die Rundfunkanstalt jedoch kontuinierlich gesellschaftspolitisch nach links bewegt, und vertritt heute eine überwiegend kulturell-linke Linie.

Mit einem eigens eigerichteten Seitenbereich auf der Webseite des Senders –das Portal „Rechtsextremismus in Bayern“– warnt die Anstalt alarmistisch vor der Gefahr rechter Gewalt macht Stimmung gegen alle deutschen und europäischen Parteien, die kulturell rechts von Linkspartei, SPD, Grüne, CDU/CSU stehen – damit letzlich gegen alle Parteien, die nicht multikulturalistisch, (globalistisch, gender-feministisch oder auf andere Weise kulturell-links) ausgerichtet sind und die die nicht-europäischen Einwanderung und der damit einhergehende demograpgische Verdrängung der deutschen und gesamt-europäischen Bevölkerungsteile nicht befürworten. Dementsprechend wird in den Artikeln des „Portals“ auch die, unter der Linken populäre, Gleichsetzung der Begriffe „rechts“ und „rechtsextrem“ eingesetzt.

Im Einführungstext des Portals wird bereits alarmistisch verlautbart:

Rechtsextreme Gesinnung ist verbreitet - das Potenzial rechtsextremer Gewalt ist groß.

Tatsächlich ist das „Potenzial“ rechtsextremer Gewakt in Bayern nachweisbar gering. Rechte Gewalttaten machen wie im restlichen Deutschlands in Bayern seit Jahren weniger als 0,5% der jährlich registrierten Gewaltverbrechen aus, und sind in ihrer Anzahl geringer als die Anzahl der jährlich registrierten linke Gewalttaten. Rassistisch-motivierte Gewaltverbrechen gegen autochthone Deutsche werden polizeilich nicht registriert, ebenso wie rassistisch-motivierte Gewaltverbrechen von nicht-europäischen Migranten an europäischen Migranten - diese „rechte“ Migrantengewalt und das ihr zugrundeliegende Gedankengut wird vom bayrischen Rundfunk hingegen weder mit einem eigenen Portal gewürdigt, noch sonst journalistische Beachtung geschenkt.

Das Projekt verwendet zwar die Begriffe „Rechtsextremismus“ und den noch umstrittenen Begriff „Rechtspopulismus“ häufig, bietet aber nirgends auf der Seite eine (auch nur versuchsweise) Definition der Begriffe, genausowenig wie eine Begründung, warum die so bezeichnenden

8 Weblinks[Bearbeiten]

9 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zitiert aus Werag – Offizielles Organ der Westdeutschen Rundfunk AG Köln, Rufu-Verlag Köln, Ausgabe Nr. 1 vom 3. Dezember 1926
  2. Gemeint ist die Mittelwellenfrequenz mit 485 m Wellenlänge
  3. Zur Historie der Gastarbeitersendungen
  4. Quelle
  5. Geschäftsbericht 2009 des BR (PDF-Download)
  6. Mitarbeiter 2012, innsalzach24.de, abgerufen am 13. Oktober 2012

10 Andere Lexika[Bearbeiten]