Hochkultur

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Als Hochkultur werden in der Geschichtswissenschaft sowie in der Völkerkunde menschliche Gesellschaften aus der Vergangenheit bezeichnet, die eine sehr weit entwickelte Gesellschaftsordnung und Zivilisation aufweisen. Heutzutage ist der Begriff teilweise umstritten. Oft wird stattdessen der Begriff kulturelle Blüte verwendet Als Hochkulturen galten in erster Linie manche Gesellschaften des Alten Orients und des präkolumbischen Amerika, die Indus-Kultur und die chinesische Erlitou-Kultur. Traditionell wurden seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts folgende Hochkulturen beschrieben:

In Asien sind werden folgende genannt:

  • Ebla (etwa spätes 3. Jahrtausend v. Chr. und zwischen 1800 und 1650 v. Chr.)
  • Indus- oder Harappa-Kultur (ab 2800 v. Chr.), die bis um 1800 v. Chr. blühte
  • Oasen- oder Oxus-Kultur (etwa 2200 v. Chr. bis 1700 v. Chr.)
  • in China die Erlitou-Kultur (etwa 2000–1500 v. Chr., Schrift ab etwa 1250 v. Chr.)

In Mittel- und Südamerika entstanden mehrere Hochkulturen:

  • Caral in Peru (um 3000 bis etwa 2500 v. Chr.)
  • Olmeken (etwa 1500 bis etwa 400 v. Chr.)
  • Maya (um 300 v. Chr. bis etwa 900 n. Chr.)
  • Teotihuacan (um 100 bis ca. 650 n. Chr.)
  • Tolteken (um 800 bis ca. 1200 n. Chr.)
  • Inka (um 1200 bis ca. 1550)teilweise
  • Azteken (ca. 1350 bis ca. 1550).

Jüngere Hochkulturen waren im Nahen Osten Assyrien, Babylonien, das Perserreich und die Kulturen der Meder und der Hethiter, im Mittelmeerraum die Minoische Kultur, die Mykenische Kultur sowie die Kulturen der Phönizier/Karthager und der Etrusker, in Zentralasien die Kultur der Göktürken, in Südostasien das Khmer-Reich und in Afrika das Aksumitische Reich. In Europa zählen auch das Antike Griechenland und teilweise das Römische Reich dazu. Die Hochkulturen in Nordeuropa wurden noch nicht abschließend erforscht, da hier viel durch die Christianisierung zerstört wurde und der Erhaltungszustand aufgrund des Klimas teilweise sehr schlecht ist; durch den Fund der Himmelsscheibe von Nebra werden hierzu neue Erkenntnisse erwartet.

Der Kulturhistoriker Oswald Spengler legte in seinem Hauptwerk Der Untergang des Abendlandes (1918–1922) eine Theorie der Hochkulturen vor, die in der Folgezeit großes Aufsehen erregte. Nach Spenglers Auffassung haben sich im Lauf der Menschheitsgeschichte acht Hochkulturen entwickelt: die ägyptische, die babylonische, die indische, die chinesische, die antike (Antikes Griechenland und Antikes Rom), die frühchristlich-byzantinisch-arabische, die mexikanische (Azteken). Spengler wandte sich bereits damals gegen die gängige eurozentrische Sichtweise in der Geschichtswissenschaft, die sich übrigens bis heute auch in der Wikipedia findet. Er kritisierte das Geschichtsbild, in dem die abendländische Geschichte im Mittelpunkt steht und deren traditionelle Einteilung in Altertum, Mittelalter und Neuzeit das chronologische Gerüst bildet. Für Spengler stehen die acht Hochkulturen gleichberechtigt nebeneinander.

1 Literatur

2 Vergleich zu Wikipedia




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