Geschichte der Zuwanderung in die Niederlande

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In den Niederlanden gibt es nicht nur viele Windmühlen sondern auch viele Migranten
Die Geschichte der Zuwanderung in die Niederlande erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte.

1 Details[Bearbeiten]

  • Die Niederlande besitzen eine lange Einwanderungstradition. Seit dem 16. Jahrhundert kamen viele Menschen aufgrund des Wohlstands der Niederlande, aber auch wegen religiöser Verfolgung in das Land.
  • Seit Ende des Dreißigjährigen Krieges bis um 1914 kamen alljährlich die sogennaten Hollandgänger, Wanderarbeiter aus wirtschaftlich rückständigen und verarmten deutschen Gebieten zur saisonalen Arbeit in die Niederlande.
  • Für die Jahre von 1600 bis 1800 schätzt man den Anteil der im Ausland geborenen Personen auf 5 bis 10 % der Gesamtbevölkerung.
  • Diese Wanderungsbewegungen ließen mit dem wirtschaftlichen Niedergang des Landes im 19. Jahrhundert spürbar nach.
  • Zu Ende des Zweiten Weltkriegs waren ungefähr 1 % der Einwohner Ausländer. Nun überwog die Auswanderung aus den Niederlanden.
  • Erst mit dem Ende der niederländischen Kolonialherrschaft in den 1960er-Jahren überwog wieder die Zuwanderung. Es kamen Personen aus den ehemaligen Kolonien, wie Indonesien und den Molukken. Später folgten Zuwanderer aus der ehemaligen Kolonie Surinam und den Antillen.
  • Gastarbeiter aus Südeuropa und der Türkei kamen nicht so stark in die Niederlande wie in andere westeuropäische Länder. Stark vertreten waren Türken und Marokkaner.
  • Bis in die 1980er-Jahre betrachteten sich die Niederlande nicht als Einwanderungsland.
  • Im Jahr 1973 gab es einen Anwerbestop.
  • Im Jahr 1981 wurde dann eine konkrete Migrationspolitik ausformuliert. Es handelt sich dabei um eine aktive Integrationspolitik, mit der besonders benachteiligte ethnische Gruppen unter den Zuwanderern eine besondere Förderung als Gruppe gewährt wird. Ziel ist es, den rechtlichen Status der Zuwanderer dem der einheimischen Bevölkerung anzupassen. Gefördert werden auf Multikulturalität und Selbstverwaltung der Gruppen. Diskriminierung wird aktiv bekämpft.
  • Eine befristete Aufenthaltsgenehmigung wird auf fünf Jahre erteilt. Nach diesen fünf Jahren kann eine unbefristete Aufenthaltsgenehigung beeantragt werden. Bedingung ist hier, wie fast überall in Europa, dass der Ausländer in dieser Zeit nicht straffällig geworden ist. Auch sind ausreichende Sprachkenntnisse und eine gewisse Integration in die niderländische Gesellschaft Bedingung.
  • Das Asylrecht wurde im Jahr 2001 deutlich verschärft.
  • Im Jahr 1992 wurde die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft geschaffen. Diese Regelung wurde allerdings im Jahr 1997 wieder deutlich eingeschränkt.
  • Insgesamt betrachtet haben die Niederlande eine ausgeprägte Integrationspolitik entwickelt, die es in wenigen europäischen Ländern in dieser Form gibt. Die Bemühungen des Staates, den rechtlichen Status der Ausländer zu verbessern sowie die aktive Bekämpfung von Diskriminierung und die Bemühung um soziale Intergration sind im europaweiten Vergleich sehr fortschrittlich. [1]
  • Dennoch gibt es auch in den Niederlanden mitunter starke Ausländerfeindlichkeit. Rechtsextreme Gruppierungen und Parteien verzeichnen Zulauf und können auch Erfolge bei Parlamentswahlen verbuchen.

1.1 Literatur[Bearbeiten]

  • Harald W. Lederer: Migration in Europa - Daten und Hintergründe, Lucius & Lucius Verlag, Stuttgart, 2004