Identitäre Bewegung

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Logo der Idenitären Bewegung

Als Identitäre Bewegung wird die Gesamtheit mehrerer lose verbundener extrem rechter, politischer Gruppierungen bezeichnet, die bestimmte Ideen der Neuen Rechten - insbesondere den Begriff des Ethnopluralismus - aufgreifen. Ziel dieser Gruppierungen ist die Aufrechterhaltung einer nationalen und/oder europäischen „Identität“, die die Protagonisten dieser Gruppen von der Islamisierung bedroht sehen.

Die Identitäre Bewegung entwickelte sich als Bloc identitaire zunächst in Frankreich, später entstanden Gruppierungen in anderen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland und Österreich. Deutsche Aktivisten tragen ein Symbol, das an den griechischen Buchstaben Lambda angelehnt ist, die Erkennungsfarben sind Schwarz-Gelb. Es wird angenommen, dass die Identitären es von den Schilden der Hopliten aus dem antiken Sparta entnahmen, die im Film 300 aus dem Jahr 2006 dargestellt wurden. Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen bezeichnete die Bewegung als „virtuelle Erscheinungsform des Rechtsextremismus“ mit „bislang wenig Realwelt-Bezug“.[1][2][3] Das Landesamt für Verfassungsschutz in Rheinland-Pfalz beobachtet die Gruppe seit 2014.

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1 Geschichte

Der Begriff Identitäre Bewegung stammt von einer französischen Jugendorganisation namens Génération Identitaire. Seit Oktober 2012 wurde eine deutschsprachige Gruppe auf Facebook gegründet. Darunter entstanden zahlreiche Untergruppen, die jedoch noch eher virtuellen Charakter besaßen.

Die Bewegung fand auch außerhalb Frankreichs Zulauf. So störte Anfang Oktober 2012 die Gruppe Die Identitären in Wien eine Veranstaltung der Caritas namens Tanz für Toleranz in Österreich, indem sie sich dazwischen mischten und ein Plakat mit den Aufschriften „Zertanz die Toleranz“ und „Tanz die Reconquista“ hochhielten.[4] Am 10. Oktober 2012 wurde eine Facebook-Seite mit dem Namen Identitäre Bewegung Deutschland erstellt.[5]

Die Facebook-Seite der Identitären Bewegung Deutschland hatte im Dezember 2012 fast 5.000 „Gefällt mir“-Klicks erreicht, wurde jedoch dann gelöscht.[6] Daraufhin wurde eine neue Facebook-Seite eingerichtet.

2 Ausrichtung

Die Bewegung beansprucht für sich, die Interessen und Probleme der „zweiten“ Nachkriegsgeneration zu behandeln und wirft dabei der sogenannten ersten Nachkriegsgeneration - nämlich der 68er-Bewegung - und dem größten Teil der etablierten Politiker vor, unfähig zu sein.[7] Die erste Nachkriegsgeneration sei in einer Zeit des Wohlstands aufgewachsen und könne sich daher die heutigen Probleme der jungen Leute wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität, nicht vorstellen. Die Bewegung behauptet von der heutigen Situation der zweiten Nachkriegsgeneration in Frankreich: „Wir sind zerbrochene Familien und junge französische Soldaten, die in Afghanistan sterben.“[8] Als oberstes Ziel wird genannt, dass die bisherige Vielfält der Völker und Kulturen erhalten werden soll: „Diese Vielfalt bildet den wahren Reichtum der Erde und zeichnet den Menschen als differenziertes Kulturwesen aus. Sie zu erhalten ist das oberste Ziel der Identitären, das Respekt vor dem Anderen und Einsatz für das Eigene gebietet.“[9]

3 Diskussion

Die deutsche Wikipedia behauptet, es gebe eine Splittergruppe, die sich auf das Buch Deutschland schafft sich ab des SPD-Politikers Thilo Sarrazin aus dem Jahr 2010 beruft.[10] Der Bewegung wird vorgeworfen, sie vertrete einen Biologismus.

Die Identitären betrachten jedoch nicht die Einwanderung als Ursache für die bedrohliche demographische Lage Europas, sondern lediglich als deren Symptom. Die Ursache für die bedrohte Lage Europas wird in den indigenen Europäern selbst gesehen, die dabei seien, sich selbst immer mehr aufzugeben. Insofern ähnelt ihre Argumentation teilweise der von Sarrazin. So heißt es: „Was ist die Ursache unseres ethnokulturellen Selbstmordes? Was sind die Ursachen der deutschen und europäischen ‚Selbstabschaffung‘? Klarerweise sind das nicht die islamischen Zuwanderer, die in das demographische Vakuum dringen. Wenn ihr die wahre Ursache von Deutschlands und Europas Misere sehen wollt, dann schaut in den Spiegel! All die Verheerungen und Entfremdungen der heutigen Zeit sind Symptome eines Identitätsverlustes und einer Krankheit am eigenen Ich und am gemeinsamen Wir. Es ist ein geistiges Problem, ein manischer Selbsthass und eine neurotische Angst davor, die identitäre Frage anzusprechen, die uns in die Islamisierung und damit den Untergang treiben. Es ist die herrschende Ideologie, die Political Correctness, die uns wie ein Äther umgibt, so allgegenwärtig, dass man sie fast nicht mehr definieren und anvisieren kann.“[9]

Die Identitäre Bewegung will sich für die Bewahrung der Kultur und Identität der europäischen Völker einsetzen. Die Identität wird nicht nur kulturell oder geisteswissenschaftlich begründet, sondern vor allem auch ethnisch: „Identitär zu sein bedeutet für uns, mit vollem Einsatz für den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität einzutreten. Unsere Identität ist für uns das Zusammenspiel aus unserer tradierten Kultur, unserem Bewusstsein, eine homogene, verwandte Gemeinschaft zu sein sowie der gemeinsamen Erinnerung an ihren Weg durch die Zeit. Diese Identität wird lebendig durch unseren Willen, sie auch in die Zukunft fort zu tragen. Sie ist ein dynamischer Prozess, eine Geschichte, in die wir immer schon einbettet sind und die immer schon unsere Perspektive auf die Welt prägt. Sie ist kein hermetisch versiegelter Zirkel, sondern lebte und lebt im und vom Austausch. Doch das was sie ausmacht und was uns als Deutsche von allen anderen unterscheidet, ist eben die kulturelle und ethnische Substanz, die sich über Jahrtausende hinweg, über verschiedene Staats- und Erscheinungsformen erhalten hat.“[9]

Aus diesem Grund wird die Globalisierung abgelehnt, da sie der globalen kulturellen Vielfalt entgegenläuft und eine Vereinheitlichung von allem anstrebt.

2012 veröffentlichte die Bewegung auf der Videoplattform You-Tube einen Filmbeitrag, in dem sie den Multikulturalismus als Ideologie und deren Vertreter kritisierte. Dabei griff sie auch die Vertreter der ersten Nachkriegsgeneration scharf an: Diese würden den nachfolgenden Generationen eine „Überfremdung“ aufzwingen, welche mit massiven Problemen für die Einheimischen einherginge. Aufgrund seiner Inhalte wurde eine Version des Videos mit deutschsprachigen Untertiteln kurz nach Veröffentlichung von YouTube für Deutschland gesperrt.[11] Daraufhin wurde es an anderen Stellen in YouTube wieder hochgeladen.

4 Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Timo Brücken: Flashmob der Islamhasser. In: Spiegel Online, 1. Februar 2013.
  2. Sorge über mehr Islamisten-Reisen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Dezember 2013.
  3. Florian Flade: Br@une Menschenfänger im Netz. In: Die Welt, 25. März 2013.
  4. Österreich: Rechte Aktivisten stören „Tanz für Toleranz“ in Wien
  5. Identitäre Bewegung Deutschland (Facebook)
  6. Die Gründe sind nicht bekannt. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass Privatpersonen bei Facebook mit ihrem kostenlosen Konto höchstens 5000 Kontakte haben können
  7. Webseite der Generation Identitaire (französisch)
  8. Video der Generation Identitaire mit deutschen Untertiteln
  9. 9,0 9,1 9,2 Webseite der rechtsextremen Gruppierung (deutsch)
  10. Das Buch wird abfällig als „Schrift“ bezeichnet, Quelle wird angegeben Roland Sieber: Von „Unsterblichen“ und „Identitären“. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten. 2. Auflage, Wiesbaden 2016, S. 365–376, hier: S. 369.
  11. Gesperrtes Video der GI

5 Weblinks

6 Andere Lexika




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