Identitäre Bewegung

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Logo der Idenitären Bewegung

Als Identitäre Bewegung wird die Gesamtheit mehrerer lose verbundener extrem rechter Gruppierungen bezeichnet, die die von der Neuen Rechten entwickelte Idee des Ethnopluralismus aufgreifen. Ziel dieser Gruppierungen ist die Aufrechterhaltung einer nationalen und/oder europäischen „Identität“, die die Protagonisten dieser Gruppen von der Islamisierung bedroht sehen.

Die Identitäre Bewegung entwickelte sich als Bloc identitaire zunächst in Frankreich, später entstanden Gruppierungen in anderen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland und Österreich. Deutsche Aktivisten tragen das Symbol Lambda, die Erkennungsfarben sind Schwarz-Gelb. Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen bezeichnete die Bewegung als „virtuelle Erscheinungsform des Rechtsextremismus“ mit „bislang wenig Realwelt-Bezug“.[1][2][3] Das rheinland-pfälzische Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Gruppe seit 2014.

1 Geschichte

Die Identitäre Bewegung stammt von der französischen Idee des Bloc Identitaire und dessen Jugendorganisation Génération Identitaire ab. Seit Oktober 2012 wurde eine deutschsprachige Gruppe auf Facebook gegründet. Darunter entstanden zahlreiche Untergruppen, die jedoch noch eher virtuellen Charakter besitzen. Die Facebook-Seite der Identitären Bewegung Deutschland wurde im Dezember 2012 gelöscht, die Seite hatte fast 5.000 „Gefällt mir“-Klicks erreicht. Daraufhin wurde eine neue Facebook-Seite eingerichtet.

2 Ausrichtung

Der Name der Bewegung bezieht sich auf die zweite Nachkriegsgeneration, welche den größten Teil der überwiegend jungen Mitglieder stellt. Die Bewegung beansprucht für sich, die Interessen und Probleme der zweiten Nachkriegsgeneration zu behandeln und wirft dabei der ersten Nachkriegsgeneration (den sogenannten „68ern“ und jenen, die zurzeit den größten Teil der etablierten Politiker stellen) vor, unfähig zu sein, diese zu verstehen.[4] Die erste Nachkriegsgeneration sei in einer Zeit des Wohlstands aufgewachsen und könne sich daher die heutigen Probleme der jungen Leute, wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität, nicht vorstellen. Die Bewegung behauptet von der heutigen Situation der zweiten Nachkriegsgeneration in Frankreich: „Wir sind zerbrochene Familien und junge französische Soldaten, die in Afghanistan sterben.“[5]

2.1 Ursache für Missstände

Die Identitären betrachten nicht die zugewanderten Nicht-Europäer nicht als Ursache für die bedrohliche demographische Lage Europas, sondern lediglich als deren Symptom. Die Ursache für die bedrohte Lage Europas wird in den indigenen Europäern selbst gesehen, die dabei ist, sich selbst immer mehr aufzugeben:

„Was ist die Ursache unseres ethnokulturellen Selbstmordes? Was sind die Ursachen der deutschen und europäischen ‚Selbstabschaffung‘? Klarerweise sind das nicht die islamischen Zuwanderer, die in das demographische Vakuum dringen. Wenn ihr die wahre Ursache von Deutschlands und Europas Misere sehen wollt, dann schaut in den Spiegel! || All die Verheerungen und Entfremdungen der heutigen Zeit sind Symptome eines Identitätsverlustes und einer Krankheit am eigenen Ich und am gemeinsamen Wir. Es ist ein geistiges Problem, ein manischer Selbsthass und eine neurotische Angst davor, die identitäre Frage anzusprechen, die uns in die Islamisierung und damit den Untergang treiben. Es ist die herrschende Ideologie, die Political Correctness, die uns wie ein Äther umgibt, so allgegenwärtig, dass man sie fast nicht mehr definieren und anvisieren kann.“[6]

Die Ausbreitung nicht-europäischer Bevölkerungen und ihrer Kultur(en) wird, wenngleich sie deutlich abgelehnt wird, somit weniger als Angriff einer aggressiven Fremdmacht gesehen, sondern lediglich als natürliche Folge des in Europa herrschenden national-konservativen Vakuums.

2.2 Erhalt der europäischen Identität und Kultur

Die Indenitäre Bewegung setzt sich für die Bewahrung der Kultur und Identität der europäischen Völker sein. Die Identität wird nicht nur kulturell oder geisteswissenschaftlich begründet, sondern vor allem auch ethnisch:

„Identitär zu sein bedeutet für uns, mit vollem Einsatz für den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität einzutreten. Unsere Identität ist für uns das Zusammenspiel aus unserer tradierten Kultur, unserem Bewusstsein, eine homogene, verwandte Gemeinschaft zu sein sowie der gemeinsamen Erinnerung an ihren Weg durch die Zeit. Diese Identität wird lebendig durch unseren Willen, sie auch in die Zukunft fort zu tragen. Sie ist ein dynamischer Prozess, eine Geschichte, in die wir immer schon einbettet sind und die immer schon unsere Perspektive auf die Welt prägt. Sie ist kein hermetisch versiegelter Zirkel, sondern lebte und lebt im und vom Austausch. Doch das was sie ausmacht und was uns als Deutsche von allen anderen unterscheidet, ist eben die kulturelle und ethnische Substanz, die sich über Jahrtausende hinweg, über verschiedene Staats- und Erscheinungsformen erhalten hat.“ [6]

Als oberstes Ziel wird daher genannt, die bisherige Vielfält der Völker und Kulturen zu erhalten:

„Diese Vielfalt bildet den wahren Reichtum der Erde und zeichnet den Menschen als differenziertes Kulturwesen aus. Sie zu erhalten ist das oberste Ziel der Identitären, das Respekt vor dem Anderen und Einsatz für das Eigene gebietet.“ [6]

Aus diesem Grund wird die Globalisierung abgelehnt, da sie der globalen kulturellen Vielfalt entgegenläuft und eine Vereinheitlichung von allem anstrebt.

3 Video

2012 veröffentlichte die Bewegung auf der Videoplattform You-Tube einen Filmbeitrag, in dem sie die multikulturalistische Ideologie und deren Vertreter kritisierte. Dabei griff sie auch die Vertreter der ersten Nachkriegsgeneration scharf an: Diese würden den nachfolgenden Generationen eine "Überfremdung" aufzwingen, welche mit massiven Problemen für die Einheimischen einherginge. Aufgrund seiner anti-multikulturellen Inhalte wurde eine Version des Videos, mit deutschsprachigen Untertiteln, kurz nach Veröffentlichung von YouTube für Deutschland gesperrt.[7] Daraufhin wurde es an anderen Stellen in YT wieder hochgeladen.

4 Identitäre Bewegung außerhalb Frankreichs

Die "Identitäre Bewegung" findet auch außerhalb Frankreichs Zulauf. So störte Anfang Oktober 2012 die Gruppe Die Identitären in Wien eine Veranstaltung der Caritas namens "Tanz für Toleranz", indem sie sich dazwischen mischten und ein Plakat mit den Aufschriften „Zertanz die Toleranz“ und „Tanz die Reconquista“ hochielten.[8] Am 10. Oktober 2012 wurde eine Facebook-Seite mit dem Namen Identitäre Bewegung Deutschland erstellt.[9]

5 Symbol

Das Symbol der Identitären Bewegung ist Lambda, das Zeichen, welches auf den Schildern der „stolzen“ (laut der Identitären Bewegung) Spartaner geprägt war. Außerdem ist es der griechische Buchstabe für L.

6 Einzelnachweise

  1. Timo Brücken: Flashmob der Islamhasser. In: Spiegel Online, 1. Februar 2013.
  2. Sorge über mehr Islamisten-Reisen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Dezember 2013.
  3. Florian Flade: Br@une Menschenfänger im Netz. In: Die Welt, 25. März 2013.
  4. Webseite der Generation Identitaire (französisch)
  5. Video der Generation Identitaire mit deutschen Untertiteln
  6. 6,0 6,1 6,2 Webseite der rechtsextremen Gruppierung (deutsch)
  7. Gesperrtes Video der GI
  8. Österreich: Rechte Aktivisten stören „Tanz für Toleranz“ in Wien
  9. Identitäre Bewegung Deutschland (Facebook)

7 Weblinks

Mehrteilige ziemlich schlecht geschriebene Artikelserie über Arbeit und Ausdrucksformen und Weltanschauung der Identitären Bewegung:

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