Mythologische Bedeutung der Zahl Zwölf

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Die Mythologische Bedeutung der Zahl Zwölf spielt seit den frühen Hochkulturen bis heute eine herausragende Rolle. Ein Sonnenjahr umfasst rund 12 Mondzyklen, was zur Einteilung des Jahres in zwölf Monate führte. Bis heute ist der Tag in zweimal zwölf Stunden eingeteilt. Viele Kalender orientieren sich an der Zahl Zwölf, so auch die traditionellen Tierkreiszeichen.

1 Bedeutung der Zwölf bei Jäger- und Sammler-Kulturen[Bearbeiten]

Ethnologen beobachteten im Jahre 1950 bei den Inuit-Völkern an der Nordostküste Kanadas, dass jede Mutter für ihren Jungen zwölf Partner aus benachbarten Gruppen aussuchte. Erreichte der Junge das Alter eines Jägers, so musste er stets seine Jagdbeute mit diesen zwölf Partnern teilen.[1]

2 Bedeutung der Zwölf bei den abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam)[Bearbeiten]

  • Nach den Söhnen Jakobs wird das Volk Israel im Alten Testament in zwölf Stämme gegliedert.
  • Das Dodekapropheton, auch Zwölfprophetenbuch genannt, ist ein Buch des Alten Testaments der Bibel, zu dem die kürzeren Schriften der so genannten „zwölf kleinen Propheten“ zusammengefasst sind.
  • Zwölf Edelsteine sind auf dem Brustschild des Hohenpriesters.
  • Jesus versammelte nach dem Neuen Testament zwölf Jünger um sich, die er als Apostel einsetzte. Die zwölf Jünger werden symbolisch auch mit den Zwölf Stämmen Israels in Verbindung gebracht. Paulus bezeichnete im Galaterbrief die Apostel als „Säulen“; Kirchengebäude werden daher manchmal symbolisch mit zwölf Säulen gebaut. In der Apokalypse findet sich ein weiterer Bezug auf diese Zahl, wo beschrieben wird, dass die Mauern des Neuen Jerusalems auf zwölf Grundsteinen mit den zwölf Namen der Apostel errichtet werden.
  • Die himmlische Stadt Jerusalem hat 12 Tore, auf denen 12 Engel stehen. Die Maße der Stadt basieren alle auf der Zahl Zwölf.
  • Das christliche Weihnachtsfest dauert 12 Tage bzw. Nächte, Näheres hierzu siehe unter Rauhnacht.
  • Die Orthodoxe Kirche kennt zwölf Hauptfeste, den sogenannten Dodekaórton.
  • Die Imamiten oder Zwölfer-Schiiten, die größte Gruppe der Schiiten im Islam, erkennen zwölf Imame als Nachfolger des Propheten Mohammed an. Der zwölfte, Muhammad al-Mahdi, der sogenannte verborgene Imam soll als Erlöser in die Welt zurückkehren. Daher ist er laut Verfassung das nominelle Staatsoberhaupt des Iran.

3 Bedeutung der Zwölf in anderen Kulturkreisen[Bearbeiten]

König Artus am runden Tisch, Darstellung in der Großen Halle von Winchester Castle
  • Die Hethiter hatten zwölf Hauptgotttheiten[2]
  • Nordische Götterwelt: Es wohnten zwölf Asen in Asgard (Sitz der Götter). Sie herrschen über die Welt und die Menschen. Ihnen werden Eigenschaften wie Stärke, Macht und Kraft zugeschrieben. Sie sind weitgehend vermenschlicht, haben also einen irdischen Alltag. Wie die Menschen sind sie sterblich. Nur durch die Äpfel der Idun halten sie sich jung.
  • In Etrurien (Oberitalien) entstand ein Zwölfstädtebund.
  • Der ionische Bund bestand zunächst aus zwölf Stadtstaaten.
  • In der griechischen Mythologie ist die Zwölfzahl in dem zwölfköpfigen Götterkollegium der Titanen und den zwölf Olympischen Göttern präsent (siehe auch Die Zwölf Götter der Antike). Dem Helden Herakles wurden zwölf Prüfungen auferlegt.

Bei einigen Steinsetzungen in Nordeuropa spielte die Zahl Zwölf eine Rolle. Diese Tradition lässt sich archäologisch nachweisen.[3]

  • John Dryden zufolge zählte die Tafelrunde des König Artus zwölf Ritter. Diese Tafelrunde wurde erstmals von dem anglonormannischen Dichter Wace (um 1150) beschrieben. Zudem soll Artus in 12 Schlachten gekämpft haben.

4 Weitere Bedeutungen[Bearbeiten]

  • Das Duodezimalsystem auf der Basis der Zahl Zwölf scheint in Europa sehr alt zu sein. Es ist Basis eines alten Zählmaßes: 12 Stück heißen ein Dutzend, 12 Dutzend ein Gros, zwölf Gros schließlich werden als Maß bezeichnet. Für fünf Dutzend gibt es die Bezeichnung Schock.
  • Die Einteilung zahlreicher historischer Maße und Gewichte, heute noch im angloamerikanischen Maßsystem verwendet, sowie die Einteilung der Zeitmessung basieren – vermutlich in Mesopotamien entstanden – auf der Zwölf.
  • Ein unverzichtbares Werkzeug früherer Baumeister war ein Seil, das in 12 Teile unterteilt war. Bildet man damit ein Dreieck mit den Seitenlängen 3, 4 und 5, ergibt das einen rechten Winkel zwischen den beiden kürzeren Seiten (Satz des Pythagoras).
  • Die Zwölf Artikel gehören zu den Forderungen, die die Bauern im deutschen Bauernkrieg 1525 in Memmingen gegenüber dem Schwäbischen Bund erhoben hatten.
  • In England und den USA entscheidet bei Strafprozessen eine Jury von 12 Geschworenen über Schuld oder Unschuld des Angeklagten.

5 Siehe auch[Bearbeiten]

Mythologische Bedeutung der Zahl 13

6 Literatur[Bearbeiten]

7 Weblinks[Bearbeiten]

8 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Erfindung er Klassengesellschaft, Hakan Baykal, Bild der Wissenschaft, 11|2013, Seite 79-80
  2. Schliemanns Erben 11 Armageddon -- Die Schlacht des Pharao[1] mwiemeikel22, Youtube (19:58), abgegrufen am 25.06.2017
  3. Bevor die Friesen Christen wurden: Youtube ab 09:53, abgerufen am 27. Februar 2017