Zwölf Stämme Israels

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Die Zwölf Stämme Israels bilden nach der hebräischen Bibel und gemäß dem jüdischen Glauben (siehe Tanach) zusammen das von Gott erwählte Volk Israel, die Israeliten, und repräsentieren die Frühzeit der Geschichte Israels (etwa 1200–1000 v. Chr.).

1 Entstehung der Zwölf Stämme Israels[Bearbeiten]

Etwa nach 1800 v. Chr. heiratete Jakob nacheinander die beiden Frauen Leah (Lea = "Wildkuh") und Rachel (Rahel = "Mutterschaf"). Beide waren Töchter Labans ("der Weiße"), des Bruders seiner Mutter. Aus Jakobs Söhnen gingen die Zwölf Stämme Israels (Schewatim, Mattot) hervor:

„... Jakob hatte zwölf Söhne. Die Söhne Leas waren: Ruben, der Erstgeborene Jakobs, ferner Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon. Die Söhne Rahels waren: Josef und Benjamin. Die Söhne Bilhas, der Magd Rahels, waren: Dan und Naftali. Die Söhne Silpas, der Magd Leas, waren: Gad und Ascher. Das waren die Söhne Jakobs, die ihm in Paddan-Aram geboren wurden.“

(Quelle: Gen 35,22–26 EU[1]

Nummer Stammlinie Synonyme Bedeutung
1 Ruben Ruben / Reuben / Rëuben der Erstgeborene; (galt als der älteste Stamm, die Rëubeniten waren und blieben stets Hirten)
2 Simeon Schimeon / Simeon / Schimon / Simon ("Ruhmreicher") / Reuben / Rëuben der nächstälteste Stamm (Simeoniten); südlichstes Stammgebiet, im Süden Judas; blieb stets untergeordnet und galt nur als Anhängsel zum Stamm Jehuda
3 Levi Leviten Ahnherr Mosis und Aarons, der Priester und der Leviten, - ohne Stammgebiet, daher arm und wenig angesehen; "Leviten = Angehörige des Stammes Levi", Diensttuende im Heiligtum, den Priestern (Kohanim) unterstellt; - Redensart "Leviten lesen" = Strafpredigt halten, bezieht sich auf christliche Lesung des Buches Leviticus und wird uneinheitlich erklärt
4 Juda Jehudah / Juda vierter Sohn Jakobs und Lea, Held der Tamar-Erzählung, Gen 38 (Tamar = "Palme"), Schwiegertochter des Juda und Mutter des Perez; nicht zu verwechseln mit der Tochter Davids, von ihrem Halbbruder Amnon verführt – II. Sam. 13], sein Wappentier ist der Löwe [Löwe = Arje, Tier des Stammes Juda; daher später die Namen Löw, Löb, Leo]; der Messias geht aus Juda hervor; Stamm Juda führender Stamm, Kern des davidischen und des Südreichs, dessen Name seit Esra das ganze Volk bezeichnet; engeres Stammgebiet westlich der Philisterstädte, im Osten vom Toten Meer begrenzt; Hauptstadt Hebron; Juda und Benjamin bilden – mit Jerusalem als Hauptstadt – das Reich Juda, das unter den davidischen Königen 930-586 v. besteht; die Landschaft Juda heißt zur Zeit des Zweiten Tempels Judäa und umfasst außer Juda die ehemaligen Stammgebiete Efraim, Benjamin und Simeon, das philistäische und edomitische Gebiet
5 Dan am kümmerlichsten bedachter Stamm; Graetz: "er schwebte gewissermaßen in der Luft",
6 Naftali Naftali / Naphtali von Bilha(h), Rachels Magd Naftali, isr. Stamm im Norden Galiläas
7 Gad ein Hirtenstamm
8 Ascher Ascher / Asser Asser von Silpa(h), Leas Magd;
9 Issachar Issachar / Isaschar / Issaschar Stamm im Gebiet der Ebene Jesreel / Jesreel; Jisreel = "Gott sät" = Emek Jesreel oder nur Emek, große Ebene im Süden Galiläa
10 Sebulun Sebulun / Sebulon / Zebulon Sewulun, "Geschenkter"; sein Stammgebiet in West-Galiläa, diese alle (1-6) von Lea (mit Lea hatte Jakob noch die Tochter Dina)
11 Josef Söhne von Josef (mit Rahel): Efraim und Manasse – Josef der Lieblingssohn Jakobs, bekommt kostbare Geschenke; das ruft den Neid seiner Brüder hervor
12 Benjamin mit Rahel – die bei Benjamins Geburt stirbt

2 Bedeutung der Zwölf Stämme Israels[Bearbeiten]

Die Analyse von jüdischen Namen zeigt, dass über Synonyme für die Zwölf Stämme Israels und mittels des jüdischen Namenskodierungsystems die jüdischen Stammlinien kodiert wurden.[2]

Zu Zeiten der Bibel organisierten sich Gesellschaften oft in einer 12-er Struktur. Neben den zwölf Stämmen Israels, die in der Bibel erwähnt werden, gibt es jedoch weitere jüdische Stämme. Einer dieser Stämme ist der Stamm Aschkena. Wann die Zahl 12 in diesem Zusammenhang eine wichtige Bedeutung bekam, ist nicht geklärt.

3 Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Brockmann; Genealogisches Handbuch zur Dekodierung von jüdischen Namen, sowie die Bedeutung der Rekonstruierung der jüdischen Stammeslinien für die Wissenschaft; Erscheinungsdatum 11.02.2017; ISBN: 978-3-7418-9152-6
  • Rev. Derrick Hill: The Study of the Twelve Tribes of Israel, Xlibris Corporation, 2006
  • E. Alan Rosenvall: The Twelve Tribes of Israel Through History, Northwest Publishing, Incorporated, 1992
  • Moshe Polter: The Shevatim, Targum Press, 2004

4 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zitat aus dem 1. Buch Mose, Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart
  2. Robert Brockmann: Genealogisches Handbuch zur Dekodierung von jüdischen Namen, sowie die Bedeutung der Rekonstruierung der jüdischen Stammeslinien für die Wissenschaft, Erscheinungsdatum: 11.02.2017, ISBN: 978-3-7418-9152-6

5 Andere Lexika[Bearbeiten]