Mabool - The Story of the Three Sons of Seven (Album von Orphaned Land)

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Die jüdische Metalband Orphaned Land im Jahr 2015 beim In Extremo Jubiläumsfestival
Mabool - The Story of the Three Sons of Seven ist ein Album der israelischen Metalband Orphaned Land aus dem Jahr 2004, das die Gemeinsamkeiten der drei abrahamitischen Religionen thematisiert.

1 Entstehung[Bearbeiten]

Notenbild 1: Ausschnitte aus dem Song Ocean Land (The Revelation) von Orphaned Land
  • Die seit 1991 bestehende Band Orphaned Land macht Death-Metal- und Doom-Metal, integriert aber auch Elemente des Progressive Metal und der nahöstlichen Volksmusik.
  • Mabool – The Story of the Three Sons of Seven [1] wurde zwischen Juli und Oktober 2003 in den Bardo Studios in Ramat Gan und dem Zaza Studio in Tel Aviv aufgenommen. Teile des Endes des zweiten Songs mit dem Titel Ocean Land - The Revelation wurden in Indien aufgenommen.
  • Das Album erschien dann am 23. Februar 2004 beim Label Century Media Records.
  • Es ist auch Doppel-CD mit zusätzlichen Liveaufnahmen erhältlich. [2] Im Jahr 2014 veröffentlichte die Band auf Doppel-CD eine 10th Anniversary Limited Edition des Albums mit zusätzlichen Live-Songs. Außerdem unternahm die Band die Mabool 10th Anniversary Tour mit zehn Konzerten in Frankreich, Großbritannien, Irland, Deutschland, Italien und den Niederlanden. [3]

2 Musik[Bearbeiten]

  • Auf dem Album spielen die Bandmitglieder Kobi Farhi (Gesang), Yossi Saharon (E-Gitarre, Akustikgitarre, Saz, Oud und Bouzouki), Matti Svatitzki (E-Gitarre und Akustikgitarre), Uri Zelcha (E-Bass und bundloser Bass) und Eden Rabin (Keyboards und Klavier) mit. Daneben wirken sehr viele Sessionmusiker, wie Avi Diamon und Avi Agababa an Drums und Percussion, die jemenitische Sängerin Shlomit Levi, ein 7-köpfiger Chor, der Cellist Noam Wiesenberg, das Moran Ensemble, der Percussionist Yatziv Caspi und der Violinist Oren Koren mit.
  • Wie die Besetzung bereits vermuten lässt, ist die Musik des Albums recht vielseitig. Basis sind Heavy Metal und Death- bzw. Doom Metal mit typischen Stilmitteln (siehe Notenbeispiel 2), wie harte Riffs auf teilweise tiefer gestimmten E-Gitarren und Bass, häufigem Einsatz von Doublebassspiel des Schlagzeugers (z.B. ab 2`05 Minuten im Song Halo Dies oder im Titel Ocean Land (The Revelation)) und Growling des Sängers. Das erzeugt zusammen mit Keyboardklängen eine eher dunkle und mystische Stimmung. Eher aus dem Bereich des konventionellen Metal kommen die Abschnitte mit herkömmlichem Hardrockgesang und die melodiösen E-Gitarrensoli.
    Notenbild 2: Gitarren-Riffs aus den Songs Mabool (The Flood) und Halo Dies von Orphaned Land
  • In vielen Titel des Albums ist nahöstliche Musik integriert. So beginnt der Song Ocean Land (The Revelation) (siehe auch Notenbild 1) mit Bouzouki-Figuren über Percussions der Darbuka, bevor dann nach 30 Sekunden Metalriffs der E-Gitarre und das Schlagzeug dazutreten. Im weiteren Verlauf des Titels verbinden sich diese beiden musikalischen Ausdrucksbereiche dann. Der Song A`salk beginnt mit a capella-Gesang der Gastmusikerin Shalomit Levi. Dazu treten dann die arabische Laute Oud und später auch Percussionbegleitung. Der Song Building the Ark ist mit Oud, Bass und Percussion rein akustisch gehalten, und verwendet zwei miteinander kommunizierende Chöre. Gegen Ende des Titels soliert dann eine Klassische Gitarre. Der Titel Norra el Norra (Entering the Ark) beginnt mit akustischer Gitarrenbegleitung wie ein jüdischer Folksong, verwandelt sich dann aber nach 20 Sekunden in einen harten Metalsong. Die typisch jüdische Gesangsmelodie wird jedoch beibehalten, und ab 2´20 Minuten wird der Titel mit Keyboardflächen und einem Klaviersolo wieder ruhiger.
  • Es werden aber auch Elemente des Progressive Metal eingesetzt. So wandelt sich der Titel The Kiss of Babylon (The Sins) nach einem Abschnitt im Death Metal-Stil mittels überraschender Breaks, Rhythmuswechsel und ungewohnter Akkordfortschreitungen in Richtung Progressive Metal. Später treten wieder die Oud und orientlisch/jüdisch wirkende Gesanglinien hinzu. Der Song A Call to awake erinnert dann stark an die bekannte Prog-Rockband Dream Theater: Schnelle Metalpassagen wechseln sich hier mit einem melodischen E-Gitarrensolo und ab 5`00 Minuten für Progrock typischen Unisono-Passagen und Rhythmuswechseln sowie Breaks ab. Im Song Halo Dies sind nach vier Minuten harter Metalmusik melodiöse Synthesizer- und E-Gitarrensoli zu hören.
  • Der Titel Mabool (The Flood) beginnt mit einem halbminütigen klassischen Einleitung (siehe Notenbild 3). Wie in einem Streichquartett imitiert eine zweite Stimme die erste Stimme der Violine, während ein weiteres Streichinstrumente durchgehende 16-tel-Figuren ergänzt. Nach circa 45 Sekunden werden E-Gitarre, Bass und Drums langsam in den Vordergrund gemischt und der Titel wandelt sich zu einem typischen Death Metal-Song.

3 Text[Bearbeiten]

Das Album Mabool - The Story of the Three Sons of Seven thematisiert die Sinflut (im Bild in Darstellung einer mittelalterlichen Haggada) als Bestrafung der Sünden der Menschheit und ihres vergeblichen Bemühens um ein friedliches Miteinander
  • Das Album erzählt die Geschichte der drei Engel der "Sieben", wobei die Zahl Sieben für Gott steht. Aus der Sieben bildeten sich drei Engel. Diese drei Engel stehen für die drei abrahamitischen Religionen. Jeder Engel ist mit gewissen Eigenschaften ausgestattet. Die Fähigkeit des Judentums (symbolisiert durch eine Schlange) ist die Magie, die des Islam (symbolisiert durch einen Adler) die Stärke und die des Christentums (symbolisiert durch einen Löwen) die Weisheit. Gott hat den drei Engeln verboten sich wiederzuvereinigen, was diese aber missachten, worauf sie wieder geteilt und aus dem Himmel verbannt werden und auf die Erde gelangen. Dort sind sie dazu verurteilt, gegeneinander zu kämpfen. Sie versuchen nun Humanität zu entwickeln und weiteres Blutvergießen unter den verfeindeten Gemeinschaften zu verhindern. Ihr Scheitern zieht als Strafe die Sinflut (Mabool) nach sich, welche das Land und die Sünden der Menschheit vernichtet. Die Geschichte steht für das Bemühen nach einer Aussöhnung von Juden, Christen und Muslimen im Nahen Osten. [4]
  • Die Texte des Albums sind abwechselnd in Englisch, Latein, Hebräisch und Jemenitisch-Arabisch gehalten.
  • Die Lyrics stammen vom Bandmitglied Kobi Farhi und Alon Miaskinovn. Die beiden ließen sich dabei vom 1. Buch Mose inspirieren. Die hebräischen Teile der Lyrics des Songs The Kiss Of Babylon (The Sins) und des Titels A'salk stammen vom jemenitisch-jüdischen Dichter Shalom Shabazi (1619-1720).

4 Rezeption[Bearbeiten]

  • Von der Musikpresse wurde das Album sehr positiv rezensiert. www.metalstorm.de stufte es als zweitbestes Album des Jahres 2004 und als Nummer 57 der besten Metalalben aller Zeiten ein. www.allmusic.com gab dem Album 4,5 von 5 möglichen Sternen. [5] www.sputnikmusic.com vergab 5 von 5 möglichen Sternen. [6]
  • Das Magazin RockHard schrieb zu dem Album u.a.:
"Grob umrissen ist „Mabool“ eine facettenreiche arabische Metaloper mit opulenter musikalischer Ausstattung. Oper deswegen, weil gerade die Gesangsarrangements völlig unglaublich sind. Männergesang, Frauengesang, fette Chöre - vorgetragen in Englisch, Hebräisch, Arabisch und Latein - umgarnen die äußerst komplexen Riffansammlungen geradezu meisterlich. Kein Song gleicht dem anderen, vielmehr stellt die Platte ein Gesamtwerk mit zwölf ineinander verzahnten Einzelstücken dar. Ob metallisches Stahlgewitter oder arabisches Akustik-Gemetzel, ORPHANED LAND fühlen sich hörbar in jedem Metier zu Hause. (...) Besser waren auch Therion in ihren Glanztagen nicht. Mutiges, großes Kino!" [7]
Notenbild 3: Dreistimmiger Streichersatz aus dem Song Mabool (The Flood) von Orphaned Land
  • www.metal.de meinte zu dem Album u.a.:
"„Mabool“ entpuppt sich als ein epochales Konzeptalbum, und das in jeder Hinsicht. Mehr als 30 Gastmusiker, orientalische Instrumente und sogar Samples von indischen Straßenmusikanten entführen den Hörer in ein gigantisches Audioerlebnis aus nicht ganz alltäglichen, dafür um so mehr prägnanten, eingängigen und im Gegensatz zu den Vorgängeralben weitaus kraftvolleren Riffs und Melodien. Epische Frauenchöre fehlen hier genauso wenig wie wütende Growls, orgiastische Gitarrensoli und balladeske Akustikeinlagen." [8]
  • Das Album war auch in Israel und der arabischen Welt sehr erfolgreich. Der Bandsänger Kobi Farhi meinte zum Erfolg des Albums im Nahen Osten u.a.:
"Wir haben sehr viele CDs verkauft, sogar mehr als es Metallica mit ihrem neuen Album gelungen ist. Wir wurden in TV-Shows eingeladen, standen im Interesse der Öffentlichkeit, zierten Titelbilder und gaben Interviews ohne Ende. Vor allem die Tatsache, dass wir auch in den arabischen Ländern viele Fans haben, war damals für die Medien eine große Sache, da es für eine israelische Band eher ungewöhnlich und geradezu bizarr ist, arabische Fans zu haben." [9]

5 Links und Quellen[Bearbeiten]

Plakat zur Mabool 10th Anniversary Tour im Jahr 2014

5.1 Siehe auch[Bearbeiten]

5.2 Weblinks[Bearbeiten]

5.2.1 Bilder / Fotos[Bearbeiten]

5.2.2 Videos[Bearbeiten]

5.2.3 Andere Wikis[Bearbeiten]

5.3 Literatur[Bearbeiten]

5.4 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anm.: Mabool ist der hebräische Name für die Sintflut.
  2. www.discogs.com
  3. Orphaned Land: announce Mabool 10th Anniversary Tour
  4. Pierre Hecker: Transnationale soziale Räume und kulturelle Identität - Death und Black Metal als deterrorialisierte Formen kollektiver Identität; in Hyacinthe Ondoa (Hrsg.): Identität und interkulturelle Beziehungen, Leipziger Universitätsverlag, 2005, S. 98
  5. www.allmusic.com
  6. www.sputnikmusic.com
  7. www.rockhard.de
  8. www.metal.de
  9. Interview mit Kobi Farhi von ORPHANED LAND

6 Hinweis zur Verwendung[Bearbeiten]

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