Teufel

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Satan in einem Gemälde des 21. Jahrhunderts
Frontispiz in Collin de Plancys Le diable peint par lui-mêmé, Paris 1825

Der Teufel (griechisch Διάβολος Diábolos: Verleumder) ist der Gegenspieler Gottes. In vielen Religionen wird er als dämonisches Wesen, das nur Böses wünscht und tut, bezeichnet. Aus der Sicht einiger Weltanschauungen will der Teufel aber den Menschen helfen und ihnen die Freiheit geben. Die traditionelle christliche Bezeichnung Satan ist von hebräisch שָׂטָן (śātáān) abgeleitet und bedeutet Feind, Widersacher, Verfolger. Die griechische und kirchenlateinische Variante lautet Satanās, die arabische Scheitān.

1 Geschichte[Bearbeiten]

Nach christlicher Ideologie war er ein gegen Gott rebellierender Engel, der von den Erzengeln Gabriel, Uriel, Raphael, Michael und deren Heerscharen als Satan in den Abgrund gestürzt wurde. So berichtet es das apokryphe Buch Henoch.[1] Im alttestamentarischen Buch Hiob erscheint er dagegen als einer der Söhne Gottes und erhebt Anklage gegen den gesetzestreuen Hiob. Er behauptet, dieser wäre seinem Schöpfer nur deshalb ergeben, weil er persönlichen Nutzen daraus zöge. Entstünden ihm Nachteile, würde er abfallen. Daraufhin erhält Satan von Gott die Erlaubnis zuerst den Besitz Hiobs zu zerstören und dann dessen Gesundheit. Hiob verflucht nicht den Herrn, wie von Satan behauptet, aber beharrt seinen herbeigeeilten Freunden gegenüber auf seiner Schuldlosigkeit. Diese wollen das nicht glauben und nennen sein Verhalten anmaßend. Schließlich erscheint jedoch Gott in einem Sandsturm, tadelt Hiobs Freunde, da diese falsch geredet hätten und belohnt Hiob für seine Treue.[2]

Szene aus einem Hexensabbat: Eine Hexe küsst den Teufel auf das Gesäß. Holzschnitt von 1608

Satan nimmt hier als Ankläger und Versucher eine ähnliche Funktion wahr, wie in jüdischen Sagen Lilith. Diese soll die erste Frau Adams gewesen sein, sich aber geweigert haben sich ihm zu unterwerfen, d.h.: beim Geschlechtsakt unten zu liegen. Dafür wurde sie in einem Nachtdämon verwandelt. Sie erscheint als verführerische Frau und gibt Männern vergifteten Wein zu trinken, der diese willenlos macht. Danach eilt sie in den Himmel und holt sich die Erlaubnis ihre Liebhaber als Sünder zu vernichten. Lilith und Satan dürften beide ihre Ursprünge in altmesopothanischen Mythen haben.[3]

Die dem Teufel im Mittelalter verliehenen Attribute wie Bocksfüße, Schwanz und Hörner dürften allgemein von antiken Satyren herstammen und speziell vom griechischen Hirtengott Pan, dem Sohn des Hermes. Auch Pan hatte bereits eine dunkle „teuflische“ Seite, da er mit seinem durchdringenden Schrei die sprichwörtliche „panische Angst“ auslöste.[4] Andere häufige Attribute sind Vogelfüße und Fledermausflügel, manchmal tritt er auch komplett in Tiergestalt auf, etwa als Bock oder Kater. Er soll Teufelsmessen (Schwarze Messen) und Hexensabatte veranstaltet haben, bei denen es dann zu sexuellen Ausschweifungen kam. Solche Veranstaltungen sind meist eine Umkehrung oder zumindest Lächerlichmachung christlicher Riten.[5]

2 Sprichworte[Bearbeiten]

  • "Der Teufel ist ein Eichhörnchen"
  • "Wenn man vom Teufel spricht"
  • "Den Teufel an die Wand malen"

3 Gebete an Satan[Bearbeiten]

In nomine dei nostri Satanas introibo ad altare Domini Inferi. Ad eum qui laetificat meum. Ad eum qui regit tenebrarum. Ostende nobis, domine Satanas, potentiam tuam. Et beneficium tuum da nobis. Domine Satanas exaudi meam. Et clamor meus ad the veniat. Gloria deo Domini Inferi, et in terra hominibus fortibus. Gloria in excelsis et in tenebris, Satan aeternus! Amamus te, laudamus te, glorificamus te: Satan! Satan nobiscum. Yallah! Yallah! Yallah! Amen.

4 Wortherkunft[Bearbeiten]

Das Wort geht auf das griechische diábolus zurück, das aus dem Zeitwort dia-bállein (durcheinanderwerfen, entzweien, verleumden) gebildet ist. Auf das griechische Wort gehen das kirchenlateinische diabolus und das gotisch-arianische diabaúlus zurück. Das althochdeutsche tiufal (mhd.: tiuvel/tievel) wurde entweder aus dem Gotischen oder direkt dem Lateinischen entlehnt und verdrängte das althochdeutsche unholdo (Unhold). Das Wort fand in viele Sprachen Eingang, etwa ins Englische als devil, ins Französische als diable, ins Italienische als diavolo, ins Spanische als diablo usw.[6][7]

5 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Biedermann - Dämonen, Geister, dunkle Götter, Bindlach: Gondrom Verlag S 193 ISBN 3-8112-1008-4
  2. Das Buch Hiob (Bibleserver, Luther 1984)
  3. Dämonen, Geister, dunkle Götter. Einträge Lilith S. 138ff, Lilitu S. 140 und Satan S. 174
  4. Dämonen, Geister, dunkle Götter S. 163
  5. Hans-Jürgen Wolf – Geschichte der Hexenprozesse, Hamburg: Nikol Verlagsgesellschaft 1998 S. 991 ff ISBN 3-930656-90-6
  6. Duden - Das Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001 S. 845 ISBN 3-411-04073-4
  7. Dämonen, Geister, dunkle Götter, S. 193

6 Init-Quelle[Bearbeiten]

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7 Andere Lexika[Bearbeiten]