Satanismus

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Satanismus ist ein Sammelbegriff für verschiedene religiöse Bewegungen und Rituale, die sich auf Satan beziehen. Viele bringen mit diesem Begriff die Opferung von Tieren, die Anbetung Satans, Grabschändung oder jegliche Art von Vandalismus in Verbindung. Der Satanismus hat aber mehrere Richtungen mit teilweise grundlegenden Unterschieden. Der klassische Satanismus sieht Satan als Gegen-Gott zum Christentum und verehrt ihn als den Gott der Unterwelt. Verschieden Rituale entstanden mit der Zeit, welche mehr oder weniger einen Zusammenhang mit dem Satanismus haben. Erwähnt seien: Dämonenbeschwörung / Gläserrücken / Girlfightritual (welches ausschließlich für Frauen ist) usw. Diese unterscheiden sich stark von den Ritualen, welche dem Satanismus einen negativen Ruf beibrachten. Vielmehr geht es darum, sich selbst zu spüren und zu finden. Der Gnostische Satanismus ruft seine Anhänger nicht dazu auf, Satan als Gott zu sehen, sondern eher als Vorbild sein Leben außerhalb von vorhandenen Dogmen oder religiösen Fesseln zu leben. Im Luziferianismus wird Satan unter dem Namen Luzifer als Lichtgestalt gesehen, welche den Menschen die Wahrheit bringt.

Das hebräische Wort ‘Satan’ bedeutet ‘Anfeinder’ oder ‘Gegner’ und ist schon in literarischen Werken im 17. Jahrhundert erwähnt worden. Satan spielt in den Religionen Islam, Judentum und Christentum bereits eine mehr oder weniger bedeutende Rolle. Im Judentum diente Satan als Ankläger am Richterstuhl Gottes, weshalb er als Sinnbild des Gegners von Gott, im Kampf des Guten gegen des Bösen, diente. Im Buch Ijob zählt Satan als einer der Söhne von Gott der in der Hierarchie der Engel sehr weit oben steht. Erst in der späten Mythologie wird von ihm als gefallener Engel gesprochen. Im Christentum steht Satan oder auch Diàbolos ( Griechisch für Verleumder), als Gestalt da, die versucht, Menschen zu etwas Bösem anzustiften und gleicht somit der Schlange im Paradies. Durch Ströme in der gnotischen Literatur kommt die Verbindung zwischen Satan und dem Gott Lucifer ( “Lichtbringer”). Die Religion des Islam erwähnt nie Satan direkt, sondern Iblis, dieser ist ein Widersacher Gottes. Iblis ist nicht allmächtig und so einzig und allein für die Menschheit gefährlich, da er aus dem Feuer geschaffen wurde und versucht die Menschen, die Allah nicht komplett zugewandt sind, gegeneinander aufzuhetzen.

John Milton erwähnte Satan das erste Mal als eine Gestalt die den Menschen ihre Göttlichkeit und Potentiale bewusst macht, in seiner Dichtung erwähnt er den Satz ‘Better to reign in hell than to serve in heaven’ (Lieber in der Hölle herrschen als im Himmel zu dienen). Der Autor Lord Byron war einer der bekanntesten in der Literatur Strömung rund um Satan, zudem sah er sich selbst als Inkanartion Satans. Luzifer ist das Ebenbild der Verführung im Paradies, der der Adam und Eva dazu brachte den Apfel zu essen, der ihnen die Erkenntnis des Menschseins bewusst machte. Doch wieso gilt diese Erkenntnis oder Aufklärung als Sünde? Der Christengott schuf das Paradies, für alle Unsichtbar und schwer zu erreichen. Doch Luzifer brachte ihnen die menschliche Erkenntnis und somit das für sie Sichtbare. Der Christengott stellt sich über alles, veranlasst Gesetze denen zu folgen ist und dient im Glauben als der Herrscher des Ganzen. Doch dann müsse er auch als der angesehen werden, welcher für Unglücke, Katastrophen und Krankheiten sorgt. Wenn man dies gegenüber einem Christen aussagt, sind sie der Meinung dass man für seine Sünden büßen müsse und man den Gott missachte wenn man seinen Regeln nicht folge. Luzifer ist somit ein Gott der Erkenntnis, der Hinterfragung, der Erfahrung und Entwicklung.

Die meisten Anhänger Satans gehören zum Modernen Satanismus und sich somit selbst als "Gott" ansehen. Sie sind der Meinung, dass der Mensch das Maß der Dinge ist und die Individualität des Sich-Selbst im Vordergrund steht. Der Satanismus gleicht also theoretisch dem Atheismus, da man keinen genauen Gott hat, welchem man weder folgt noch anbetet. Trotzdem gibt es, vermehrt in den USA und in Großbritannien, Kirchen, welche sich genau mit dem Satanismus beschäftigen. Die Gesellschaft sieht diese als Sekte an und hält sich größtenteils von Anhängern dieser fern.

Die Church of Satan (CoS) wurde von Anton Szandor LaVey gegründet. Er ist ebenfalls der Autor der Satanischen Bibel. Der Hauptsitz der Kirche befindet sich in Manhattan, New York City. Die Leitung der CoS übernehmen jeweils zwei Hohenpriester, ein Mann und eine Frau, welche dann dem ‘Order of the Trapezoid’ angehören. Zu diesem Orden gehört ebenfalls das Entscheidungsgremium ‘ Council of nine’. Die CoS vertritt den atheistischen Standpunkt und sieht Satan eher als Vorbild eines selbst. Sie praktizieren zwar rituelle Magie, diese soll jedoch einen therapeutischen Sinn haben und die eigenen Emotionen und die Wunscherfüllung beeinflussen. Zudem sind sie der Meinung, dass der Christentum aus Heuchlerei besteht. „Samstagabends sah ich Männer beim Karneval halbnackten Mädchen hinterherstieren, und sonntagmorgens sah ich dieselben Männer auf der Kirchenbank mit ihren Ehefrauen und Kindern, wie sie Gott baten, ihnen zu vergeben und sie von ihren fleischlichen Sünden zu befreien. Und am nächsten Samstagabend würden sie wieder zurück beim Karneval oder anderen Stätten des Genusses sein. Da wurde mir klar, dass die christliche Kirche auf Heuchelei beruht und des Menschen fleischliche Natur hervortreten wird.“ Zitat – LaVey. Laut LaVey steht der Mensch nicht über dem Tier, weshalb das Tier oft als wahrer Satanist gesehen wird. Der Mensch könne seinen natürlichen Trieben nicht folgen und ist erst durch den intellektuellen und spirituellen Einfluss zum bösartigsten Tier geworden. Die CoS geht überwiegend von dem Hedonismus aus, welcher dafür steht, dass eine Person ausschließlich nach Lust und Freude strebt.

Das Pentagram/der Drudenfuß ist das bekannteste Symbol des Satanismus und soll den Kopf des Satans / einer Ziege darstellen. Am geläufigsten ist jedoch der Baphomet, welcher als Dämon mit menschlichem Körper dargestellt wird. Er entstehe aus Gegensätzen wie Gut und Böse, Menschliches und Dämonisches, Frau und Mann und Tier und Mensch. Zudem wird er mit der altgriechischen Gottheit des Pan verglichen, welcher ein Halbgott war. Grundsätzlich gibt es im Satanismus (im Gegensatz zur Kirche) kein richtig oder falsch. Man glaubt lediglich an sich selbst. “Step inside, see The Devil In I”.