Weltbund zum Schutz des Lebens

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Der Weltbund zum Schutz des Lebens (abgekürzt WSL) ist eine internationale nichtstaatliche Umwelt- und Naturschutzorganisation. Ursprünglich wurde sie als „Weltbund zur Rettung des Lebens“ (WRL) 1958 in Österreich gegründet. Im Jahr 1963 wurde die Organisation in „Weltbund zum Schutz des Lebens“ umbenannt, auf englisch World Union for Protection of Life und in französisch Union Mondiale pour la Protection de la Vie genannt. In den folgenden Jahren wurde die Organisation in 32 Staaten aktiv.[1] Der Historiker Joachim Radkau nennt den WSL die „Keimzelle der Anti-Kernkraft-Bewegung“.[2] Mitte der 1980er Jahre hatte der Verein über 3000 Mitglieder.

Wegen der NS-Vergangenheit des Mitbegründers Günther Schwab und der politischen Ansichten einiger weiterer Führungspersonen wie etwa dem Ehepaar Werner Haverbeck und Ursula Haverbeck kam der WSL immer wieder in Verruf. In der Wikipedia wird sogar kolportiert, ein Euthanasie-Arzt namens Walter Gmelin sei erster Präsident des deutschen Bundesverbandes (beim WSL „Sektion Deutschland“ genannt) gewesen, während in der Diskussion dazu Zweifel erhoben werden.[3] Außerdem werden vielfach die angegebenen Quellen falsch interpretiert. So wurde behauptet, es gelte als Gründungstext des Vereins Schwabs Roman mit dem Titel „Der Tanz mit dem Teufel“.[4] Offenbar halten einige Vertretern des Linksextremismus die NS-Vergangenheit einzelner Person für einen ansteckenden Krankheitserreger, so dass sie ständig danach suchen müssen. Dabei war das parteipolitische Spektrum des Vereins sehr groß und reichte bis in die SPD hinein: Beispiele sind Ewald Gaul und der Physiker Karl Bechert. Bei ähnlichen Organisationen wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, dessen erster Vorsitzender Bodo Manstein bereits 1930 in die NSDAP eingetreten war, wird diesbezügliche Kritik jedoch nicht vorgebracht.

Der Journalist Robert Jungk schrieb in den Lebensschutzinformationen im Juni 1983: „Seit der Gründung des Weltbundes zum Schutze des Lebens vor rund einem Viertel Jahrhundert besteht seine Geschichte aus fortgesetzten Versuchen, diese unbequeme, dem Fortschritts‑ und Wachstumswahn NICHT verfallene, daher profithemmende Körperschaft VON INNEN HER in ihrer Arbeit zu behindern und schließlich aufzulösen. Das geschah und geschieht noch mit denselben Mitteln, die sich … zu Adenauers Zeiten so erfolgreich bewährt haben. Damals handelte es sich um eine im Bundestag vertretene Partei wie heute die Grünen, daneben aber auch bereits um den ersten und ältesten Zusammenschluss in der aufkommenden Lebens‑ und Umweltschutzbewegung, den WSL.“[5]

1 Siehe auch

2 Einzelnachweise

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbund_zum_Schutz_des_Lebens#Geschichte
  2. Joachim Radkau: Natur und Macht. Eine Weltgeschichte der Umwelt. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46044-5, S. 304.
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Weltbund_zum_Schutz_des_Lebens#Walter_Gmelin
  4. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Weltbund_zum_Schutz_des_Lebens&direction=prev&oldid=67997628
  5. LSI – Lebensschutzinformationen. Heft 6/1983.