Friedrich II. (Preußen)

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Reiterstandbild Friedrichs II., geschaffen von Christian Daniel Rauch

Friedrich der Große aus dem Haus der Hohenzollern (Friedrich II., genannt der Alte Fritz; * 24. Januar 1712 in Berlin ; † 17. August 1786 in Potsdam) war ab dem Jahr 1740 König in und ab 1772 König von Preußen sowie Kurfürst von Brandenburg.

1 Leben und Aussenpolitik

Friedrich wurde von seinem Vater, Friedrich Wilhelm I., sehr streng erzogen und nach einem fehlgeschlagenen Fluchtversuch in der Festung Küstrin inhaftiert (bis zur 1732 erzwungenen Verlobung mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern). Sein an den Fluchtplänen beteiligter Freund Hans Hermann von Katte wurde vor seinen Augen enthauptet.

Nach sorglosen Jahren in Rheinsberg (dort 1739 Entstehung des "Antimachiavell") begann Friedrich kurz nach seinem Regierungsantritt ohne Rechtsgrundlage den 1. Schlesischen Krieg (1740-1742). Er verteidigte das eroberte Schlesien erfolgreich im 2. Schlesischen Krieg (1744/45).

Überzeugt davon, dass der Dualismus zwischen Preußen und Österreich in einem offenen Konflikt enden würde, legte Friedrich grossen Wert auf die Vervollkommnung seiner Armee. Die Überschneidung des preußisch-österreichischen und des britisch-französischen Gegensatzes führte zu einer entsprechenden Bündniskonstellation im Siebenjährigen Krieg (1756-1763), den Friedrich durch den Einmarsch in Kursachsen auslöste und in dem er sich als hervorragender Feldherr erwies.

Siege: Prag (6. Mai 1757), Rossbach (5. November 1757), Leuthen (5. Dezember 1757; dort Anwendung der schiefen Schlachtordnung), Zorndorf (25. August 1758), Liegnitz (15. August 1760), Torgau (3. November 1760), Burkersdorf (21. Juli 1762) und Reichenbach (16. August 1762).

Es gab aber auch Niederlagen zu verzeichnen: Kolin (18. Juni 1757), Grossjägersdorf (30. August 1757), Hochkirch (14. Oktober 1758) und Kunersdorf (12. August 1759; wo Friedrich in einer physischen und psychischen Krise den Tod suchte).

Der politische Umschwung in Großbritannien 1760 brachte Friedrich an den Rand der Kapitulation, vor der er nur durch den Tod der mit Österreich verbündeten Zarin Elisabeth 1762 bewahrt blieb. Im Frieden von Hubertusburg 1763 wurde zwar der territoriale Vorkriegsstand bestätigt, doch fand Preußen Aufnahme in den Kreis der europäischen Mächte. Im Zuge der 1. polnischen Teilung 1772 erwarb Friedrich Ermland und Westpreußen ohne Danzig und Thorn.

2 Aufgeklärte Ansätze

Innenpolitisch erstrebte er, bestimmt von der Staatsauffassung des aufgeklärten Absolutismus, ein merkantilistisches Wirtschafts- und Finanzsystem, die Bildung eines zu unbedingtem Gehorsam verpflichteten Beamtenstandes, ferner umfassende Reformen im Heer-, Rechts- und Erziehungswesen und in der Landwirtschaft. Friedrich sah sich, beeinflusst vom französischen Aufklärungs-Philosophen Voltaire, der sich eine Zeitlang am Hofe aufhielt, neu als erster Diener des Staates, was eine gewisse Abkehr von der Willkür-Herrschaft seiner Vorgänger und auch z.B. jener des absolutistischen Leitstaates Frankreich bedeutete. Allerdings schrieb er auch: Alles für das Volk, nichts durch das Volk, das heisst, er lehnte jede Beschränkung seiner Alleinherrschaft durch etwa parlamentarische Einrichtungen ab. An Grundrechten gewährte er - auch das war eine wohl von Voltaire übernommene Neuheit - vor allen Dingen die Religionsfreiheit.

Friedrich war ein bedeutender Förderer von Wissenschaft und Kunst (selbst Flötenspieler und Komponist).

Profil.png Profil: Friedrich II.
Namen Friedrich der Große, Der Alte Fritz
Beruf König von Preußen
Persönliche Daten
24. Januar 1712
Berlin
17. August 1786
Potsdam


Wegen der zunehmenden Schroffheit seines Wesens von seiner Umwelt immer mehr gemieden, verbrachte Friedrich die letzten Lebensjahre in völliger Einsamkeit. Als "Fridericus Rex" oder "Alter Fritz" wurde Friedrich bald zu einer von Anekdoten umrankten Gestalt.

Das von der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts gezeichnete Bild des genialen Feldherrn und des der Staatsräson verpflichteten Monarchen prägte die literarische Darstellung insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Vom Nationalsozialismus wurden vor allem die beliebten Friedrich-Filme für politische Zwecke eingesetzt ("Der Choral von Leuthen", 1933; "Der große König", 1942).

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