Ami Maayani

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dieser Artikel wurde exklusiv für das Fernbacher Jewish Music Research Center geschrieben und darf ausdrücklich und unter Strafandrohung nicht in anderen Projekten/Wikis verwandt werden.


Icon tools.svg Übrigens: Die PlusPedia ist NICHT die Wikipedia. Dein Wissen zählt!
Hast du Informationen zu "Ami Maayani" (Auch kleine?) Hilf uns, diesen Artikel zu ergänzen, auszubauen und mitzugestalten!
... Lies hier nach wie es geht - Teile Dein Wissen mit uns!

Wir können zudem auch Spenden gebrauchen.

Profil.png Profil: Maayani, Ami
Persönliche Daten
1936
Tel Aviv


Ami Maayani (* 1936 in Tel Aviv) ist ein jüdischer Komponist und Dirigent.
Der israelische Komponist Ami Maayani

1 Vita[Bearbeiten]

  • Er studierte bis 1953 an der Academy of Music in Jerusalem Violine und Viola, Komposition bei Paul Ben-Haim und Dirigat bei Eitan Lustig. Nach dreijähriger Militärdienst studierte er bis 1960 Architektur am Israeli Institute of Technology. Bis 1965 vertiefte er an der Columbia University in New York seine Kenntnisse in Stadtplanung und lernte bei Vladimir Ussachevsky am Electro-Acoustic Music Center. Danach arbeitete er in Israel als Architekt, studierte aber parallel dazu bis 1974 in Tel Aviv Philosophie. Seine Abschlussarbeit mit dem Titel "Philosophy of Music - studies in the Aesthetic Writings of Hegel, Schopenhauer, Wagner and Nietzsche" war angesichts seiner jüdischen Identität und der Holocaust mutig und gewagt.
  • Von 1975 bis 1980 war er Assistenzdirektor der Rubin Academy of Music and Dance in Jerusalem. 1984 wurde er Professor für Komposition und Dirigat an der Samuel Rubin Israel Academy of Music in Tel-Aviv. Zwischen 1993 und 1998 sowie 2000 bis 2004 war er Leiter der Akademie. Maayani war Gründer und langjähriger Leiter des Israel National Youth Orchestra und weiterer Jugendorchester aus Tel Aviv und Haifa, und lehrte im Hochschulbereich im Fach Musik in Israel und als Gastprofessor in den USA.

2 Werk[Bearbeiten]

Anfang von Maayanis Maqamat für Soloharfe
  • Seit 1959 komponiert er eigene Werke für fast jedes Genre, Instrument bzw. Instrumentalkomposition. Sein erstes großes Werk war das Konzert für Harfe und Orchester aus dem Jahr 1960. Sein Stil als Komponist wird als "Post-Eastern-Mediterranean" beschrieben. Das heißt, dass er arabische Modalleitern, Motive aus sepharidischer und aschkenasischer Liturgie und Folklore, nahöstliche Rhythmik und die arabische und jüdische Vorliebe zur Improvisation und Ornamentik in seinem Werk mit barocken und klassischen Formen verbindet. Beeinflusst wurde sein Kompositionsstil auch von seinem Lehrer Paul Ben-Haim und vom vom französischen Impressionismus.
  • Laya Harbater Silber schrieb über seine Musik u.a.:
"Er verwendet nahöstliche Elemente wie die formalen, modalen und rhythmischen Aspekte der arabischen Musik, verbunden mit europäischen Formen und französischer, impressionistischer Instrumentation. Sein Einsatz von Variation, Ornamentation sowie aus Melodiefragmenten bestehenden kurzen Passagen assoziiert klar eine wiederkehrende rhythmische Einheit, die gelegentlich der arabischen Volkstradition entsprechende Veränderungen einsetzt." [1]
  • Maayanis Werk umfasst eine Oper, vier Sinfonien, Ballettmusik, zwei Liederzyklen, 11 Konzerte für Soloinstrument und Orchester, Kammermusik und Werke für diverse Soloinstrumente. Besonders die von den meisten Komponisten eher stiefmütterlich bedachte Harfe hat er mit solistischer Literatur versorgt. Maayani hat für seine Werke diverse Preise (u.a. den Engel-Preis im Jahr 1963 und den Casino de Divonne-Preis im Jahr 1967) erhalten.
  • Seine Vokalkompositionen sind eng auf die hebräische Sprache und die jüdische Kultur/Geschichte bezogen. Er hat aber auch Texte in Aramäisch, Ladino und Jiddisch in seinen Werken verwandt. Sein Opernoratorium Milhemet B`nei Or bi- Vnei Hoshech (dt.: Der Krieg der Söhne des Lichts gegen die Söhne der Finsternis) von 1971 verwendet Texte aus den Schriftrollen vom Toten Meer (Qumranschriften). Der Titel der Komposition bezieht sich auf Siglum 1QM, eine um 30/50 n. Chr. in hebräischer Sprache beschriebe Rolle, die Darstellung des Kampfes der "Söhne des Lichts" mit den "Söhnen der Finsternis" enthält. 1978 schrieb Maayani die Musik für ein Balett nach der von Chaim Nachman Bialik erzählten Geschichte Die Legende fun Drei un Fir und den Versen 31,18 des alttestamentarischen Buchs der Sprichwörter. In seinen Hebräischen Gedichten aus Spanien für Singsstimme und Harfe vertont er Texte des spanisch-jüdischen Schriftstellers und Philosophen Moses ibn Esra. Seine viersätzige Sinfonietta über populäre hebräische Themen von 1982 ist nach den klassischen Prinzipien einer Symphonie aufgebaut. Im 1. Satz verwendet Maayani drei traditionelle jüdisch-jemenitische Melodien, im 2. Satz musikalisches Material der sephardischen Juden, im 3. Satz einen Walzer der Klezmorim und im letzten Satz ein traditionelle Melodie der persischen Juden. Über Maayanis Konzert für Violoncello schreibt Peter Farrell im Journal of the Music Library Association:
"Eine interessante und farbenfrohe Musik, unverwechselbar im Charakter. Während Form und Genre westlich sind, entstammen melodische Behandlung und rhythmische Muster der Musik des Nahen Ostens. In erster Linie ein melodisches Stück, dessen stark gebogene Linie gelegentlich jüdischer Kantillation ähnelt, an anderen Stellen wie im zweiten Satz aber melismatisch gestaltet ist." [2]
  • Maayanis fünfsätziges Orchesterwerk Régalim / Les Fêtes de pélérinage von 1966 behandelt die drei wesentlichen Wallfahrtsfeste (Saloš ha-régalim) des Judentums: Pessach, Schawuot und Sukkot. Das Werk beeinhaltet viele für Maayanis Kompositionsstil typische Elemente: Orientalisch wirkende, auf kleinen Intervallschritten basierende Melodiefragmente und ostinat wiederholte Melodiebruchstücke und packende Rhythmen, hereophone Gestaltung sowie impressionistische Instrumentierung. In der fünfsätzigen Komposition beschreibt Maayani die Reise von Gläubigen zum Tempel in Jerusalem: Eine feierliche Verkündigung (proclamation), Gebete (prière) und einen Frühlingstanz (printemps (danse)). Der vierte Satz mit Vokalstimmen beruht auf Psalm 122. Der fünfte Satz (procession) ist dann die Darstellung einer Prozession. [3]

3 Forschungsarbeit[Bearbeiten]

  • Maayani hat ein ausführliches, dreibändiges Buch über Richard Wagner geschrieben. Dies ist der einzige größere, aus Israel stammende Forschungsbeitrag zum Thema Richard Wagner. 1998 war Maayani einer der Leiter des von ihm angeregten und von der Richard-Wagner-Stiftung und der Howard Gilman Israel Culture Foundation in Bayreuth veranstalteten Symposions Richard Wagner und die Juden. [4] [5]

4 Auftritte[Bearbeiten]

5 Links und Quellen[Bearbeiten]

5.1 Siehe auch[Bearbeiten]

5.2 Weblinks[Bearbeiten]

5.2.1 Bilder / Fotos[Bearbeiten]

5.2.2 Audios / Video[Bearbeiten]

5.3 Quellen[Bearbeiten]

5.4 Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Jay Fleisher: Twenty Israeli Composers - Voices of a Culture, Wayne State University Press, 1997, Seite 151 bis 162
  • Laya Harbater Silber: Ami Maayani and the Yiddish Art Song; in Musica Judaica, Vol. 8, No. 1, S. 75 bis 86

5.5 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Im Original nach Robert Jay Fleisher: Twenty Israeli Composers - Voices of a Culture, Wayne State University Press, 1997, S. 151:"He makes use of Near Eastern elements such as the formal, modal, and rhythmic aspects of Arabic music, coupled with classical European forms and French impressionistic orchestration. His use of variation, ornamentation, and short passages of fragments of melody, claerly associates a recurring rhythmic unit, employing occasional alterations according to the Arab folk tradition."
  2. Übersetzt nach Peter Farrell: Notes, Journal of the Music Library Association, 12/1982 (Online auf www.boosey.com)
  3. Benjamin Bar-Am in der Jerusalem Post vom 19. Oktober 1969
  4. Jürgen Abel M. A. Pressestelle Universität Bayreuth: Brisantes Symposium - Richard Wagner und die Juden
  5. Steffen Martus: Ein Symposium in Bayreuth diskutierte über den Antisemitismus des Komponisten

6 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Ami Maayani) vermutlich nicht.