Stammlinie der jüdischen Familie Lindauer

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Stadt Lindau um 1643

Die jüdische Familie Lindauer benannte sich nach der Stadt Lindau. Der Grund war, dass über den Ortsbezug mit der Stadt Lindau die jüdische Stammlinie der Lindauers, Stammlinie des Stammes Manasse gut kodiert werden könnte. Dieses ist der Grund, dass viele der jüdischen sowie kryptojüdischen Nachfahren des Ur-Lindauers heute noch wissen, dass der Ur-Lindauer in Lindau lebte.[1] Zudem lässte sich die Stammlinie der Lindauer auf den Vorort Laurentum von Ostia, dem Überseehafen von Rom, valide zurückverfolgen. Des Weiteren lässt sich über die jüdischen Namenskodierung herleiten, dass die Lindauers Nachfahren eines der Zwölf Stämme Israels, des Stammes Manasse, sind.

--> siehe Manasse

1 Der Ur-Lindauer[Bearbeiten]

Der Ur-Lindauer wird wahrscheinlich bereits vor dem 9. Jahrhundert als jüdischer Händler von Oberitalien nach Bregenz am Bodensee eingewandert sein. Somit ist die Stammlinie des Ur-Lindauers nicht aschkenasisch. Ob diese sephardinisch kann ist, nicht geklärt werden. Grund ist, dass der Ur-Lindauer in Laurentum lebte, einem Vorort der antiken Hafenstadt Ostia.

--> siehe Hauptstammlinien des euröpäischen Judentums

Dieser Vorfahre des Ur-Lindauers war ein jüdischer Händler. Weil dieser Ur-Lindauer mit Zucker handelte, transformierte dieser Ur-Lindauer in Bregenz seinen Namen zu Süss. Zur weiteren Differenzierung würde in der Region Bregenz der Name Süss weiter von Süss zu Süsskind, Süsskint und/oder Süskindt transformiert.

2 Nachweis der Stammlinie[Bearbeiten]

Belegt wird die Manasse-Stammlinie sowie die Süsskind-Stammlinie durch den Jichesbrief aus dem Jahr 1777 von der jüdischen Jebenhausener Stammlinie.[2]

„Dies ist die Reihe meiner Abstammung: Ich, der Schreiber Manasse, Sohn des gelehrten Rabbi Meir. Vom Tage meiner Geburt wohnte ich bis heute in der Gemeinde Gemmingen, 51 Jahre. Mein verehrter Vater, der ehrenwerte Rabbi Meir, war ein Sohn des Juda Mestockum, welcher berühmt war wegen seiner Frömmigkeit und Gelehrsamkeit. Juda, Sohn des Manasse, welcher in dem Dorfe Biberach wohnte, bis er sich von dort flüchtete vor den Soldaten. Der erwähnte Manasse war ein Sohn des ehrenwerten Rabbi Pinhas. Der erwähnte Rabbi Pinhas war ein Sohn des Meir Heilbronn, Gemeindevorstehers. Der erwähnte Meir war ein Sohn des Moses, welcher unter den Flüchtlingen aus der Gemeinde Nördlingen war. Der erwähnte Moses war ein Sohn des Meir. Er war ein Sohn des Martyrers, des gelehrten und frommen Rabbi Süsskind, welcher verbrannt wurde mit dem Rest der Gemeinde Lindau, und dieses Martyrers wird auch in dem Buche Emek Habocho gedacht.“

Zudem wurde der Familienname Lindauer vielfach mit dem Namen des jüdischen Stammes Manasse kombiniert. Dieses geschah bei der jüdischen Familie Lindauer mehrmals. Namentlich bekannte Lindauers mit dem Beinamen des Stammes Manasse sind:

  • Manasse Maier Lindauer (1720 – 1749, Gemmingen)
  • Salomon Manasse Lindauer (1759 - ????, Hohenems)
  • Manasse Seligmann Lindauer (1782 - 1840, Jebenhausen)
  • Manasse Lindauer (1840 -1902, Jebenhausen)

Der Nachweise der Stammlinie Stammlinie Laurentum erfolgte über den jüdischen Vornamen Laurent. Laurent Lindauer lebte in Lemberg bei Bitsch in Lothringen (c 1720). Des Weiteren kann vermutet werden, dass der Name Myra sich auf die antike Stadt Myra bei Antalya in der Türkei sich beziehen wird. Myra war schon in der klassischen Epoche von einiger Bedeutung und ab der Zeit des Hellenismus eine der sechs größten Städte des Lykischen Bundes (nicht valide).

3 Die jüdische Stammlinie der Familie Lindauer[Bearbeiten]

Geografischer Datensatz der jüdischen Familie Lindauer

Der erstellt Datensatz der Familie zeigt,[3] dass es Nachfahren von Manasse sind[4] und z. B. die Speyer-Stammlinie über mindestens 300 Jahre in Deutschland (Dudenhofen bei Speyer) und den USA (Mariah Hill, Indiana) als Kryptojuden gelebt hat.[5] Der erste urkundlich erwähnte Lindauer war der Jude Süßkint Judeus de Lindow (c1241) aus Lindau. Interessant bei der Namensgebung ist bereits die starke Differenzierung des Namens Süss in der Region Bregenz.

Weitere urkundlich erwähnte Lindauers bzw. Lindowers sind:

Dieses bedeutet, dass bereits viele Nachfahren der Lindauers bereits um 1200 in Lindau gelebt haben müssen. Nachdem die heutige namensgebende jüdische Familie der Lindauer in Lindau durch Pogrome (1430) die Stadt Lindau für immer verlassen musste, zog die heutige namensgebende jüdische Familie der Lindauer über Nördlingen und Biberach an der Riß nach Jebenhausen, einer Gemeinde nahe Göppingen in Baden-Württemberg. Weitere jüdische bzw. kryptojüdische Famlienstämme der Lindauers sind:

Bedeutungslos blieben die folgenden Familienstämme der Lindauers bzw. der Lindowers:

4 Kritscher Verweis[Bearbeiten]

--> siehe auch Transformation von jüdischen Familienamen mit lateinischen Buchstaben

Die Literatur zeigt bzw. genealogischen Quellen zeigen, dass jüdische Familiennamen, die in den orginal Dokumenten noch mit einem lateinischen Buchstaben geschrieben würden von den heutigen Verfasseren konesquent eingedeutsch werden. Zudem bestand in der Area, als noch Dokumente per Hand ausgefüllt würden, die Möglichkeit, dass die Lindauer-Stammliniene auch mit lateinischen Buchstaben kodiert werden konnten. Aber durch das Aufkommen der Schreibmaschine, bestand diese Möglichkeit nicht mehr. Zum Beispiel konnten in Deutschland eine jüdische Familienname nur noch durch die Umlaute ä, ü und ö geschrieben werden. Leider besteht somit nicht, aufgrund der konsequenten Eindeutschung sämtlicher jüdischer Familiennamen mit lateinischen Buchstaben, die Lindauer-Stammlinie nicht weiter differenziert werden.

5 Literatur[Bearbeiten]

Robert Brockmann; Genealogisches Handbuch zur Dekodierung von jüdischen Namen, sowie die Bedeutung der Rekonstruierung der jüdischen Stammeslinien für die Wissenschaft; Erscheinungsdatum 11.02.2017; ISBN: 978-3-7418-9152-6

6 Weblinks[Bearbeiten]

7 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Brockmann: [1] Lindauers
  2. Stefan Rohrbacher: Die jüdische Landgemeinde im Umbruch der Zeit.
  3. Familie Lindauer[2] Robert Lindauer-Kramer-Brockmann, abgerufen am 12. Mai 2017
  4. Jichesbrief der Familie Lindauer, Die jüdische Landgemeinde im Umbruch der Zeit[3] Stefan Rohrbacher, abgerufen am 12. Mai 2017
  5. KRYPTOJUDEN, Familie Lindauer[4] Robert Lndauer-Kramer-Brockmann, abgerufen am 12. Mai 2017