Rainer Maria Rilke

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Der junge Rilke (um 1900)

Rainer Maria Rilke (geb. am 4. Dezember 1875 in Prag; gest. am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux) war ein bedeutender österreichischer Dichter, der einflussreichste deutschsprachige Lyriker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

1 Leben

Er stammte aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. 1897 schloss er Bekanntschaft zu der schillernden Literatin Lou Andreas-Salomé, zu der er eine lebenslange Beziehung hatte. Früh entschloss er sich zu Berufslosigkeit und "reinem Dichterdasein", das ihm jedoch nur durch finanzielle Unterstützung reicher Gönner möglich wurde.

Im Jahr 1900 hielt er sich in Worpswede auf. Von 1901 bis 1902 war er mit der Bildhauerin und Malerin Clara Westhoff verheiratet. 1905/1906 war er Privatsekretär des Bildhauers Auguste Rodin und unternahm danach mehrere Reisen nach Nordafrika/Ägypten, Spanien und Italien.

Nach 1918 hielt er sich vor allem in der Schweiz auf, wo er sich ab 1921 im "Turm" des Schlosses Muzot (bei Siders im Wallis) in die totale Abgeschiedenheit zurückzog.

Er starb an Leukämie und wurde seinem Testament gemäss an der Bergkirche von Raron bestattet.

2 Werk

Seine Jugendlyrik, die frühen Dramen und Prosaskizzen hatten impressionistischen Jugendstilcharakter und waren der Zeitmode des Naturalismus verpflichtet ("Larenopfer", 1896).

Seit der Worpsweder und besonders der Pariser Zeit erfolgte die Anwendung eines neuen plastisch-sachlich und malerisch-intensiven Stils in der Lyrik, z. B. "Das Stundenbuch" (1905), "Das Buch der Bilder" (1902, erweitert 1906), die als Dinggedichte eine entsprechende Bezeichnung fanden.

Bis heute von besonderer Anziehungskraft und Breitenwirkung ist die zyklische Prosadichtung "Die Weise von Liebe und Tod des Cornetts Christoph Rilke" (1906).

"Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" (1910) ist der Titel eines Romans eines jungen Dichters in Paris, ein faszinierender Spiegel eigener Existenzproblematik, Widerspiegelung Kierkegaardscher Angst und Verzweiflung.

Die "Duineser Elegien" (1923) greifen zwar den antiken Elegienvers auf, der Inhalt aber ist das Antiidyll: Verzweiflung am Menschen und seiner Situation in der Welt, an seinem Ungenügen, seiner Gebrochenheit.

Form- und ideengeschichtlich gleich wichtig ist die Herausbildung einer "neuen Mythologie" des "Engels", der Liebenden, der jungen Toten.

Rilke lieferte auch meisterhafte Übersetzungen, vor allem aus dem Französischen.

3 Weitere Werke

  • Auguste Rodin (Monographie, 1903)
  • Die Sonette an Orpheus (1928)

4 Andere Lexika