Dithmarscher Jakobsweg

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Die offizielle Pilgerplakette.

Am 14. September 2013 wurde mit der Erwanderung des letzten Teilabschnittes der Dithmarscher Jakobsweg eröffnet.

Der insgesamt ca. 90 Kilometer lange Dithmarscher Jakobsweg ist Bestandteil des mittelalterlichen Handelsweges entlang der Nordseeküste.
Er führt an 12 dithmarscher Kirchen vorüber und schließt an die Via Jutlandica[1] in Glückstadt an.

Höhepunkt ist die alte Wallfahrtskirche Zum Heiligen Kreuz in Windbergen.
Von der Auffindung im Jahr 1495 bis zur Einführung der Reformation in Dithmarschen 1533 wurde das Heilige Kreuz, als "Wundertätiges Kreuz"[2], auf Pilgerwallfahrten verehrt. Auch nachdem die Dithmarscher sich zur Lehre Martin Luthers bekannten, verblieb das Heilige Kreuz als religiöser Kultgegenstand im Besitz der Windberger ev. Kirchengemeinde.

Der Dithmarscher Jakobsweg wurde unter der Leitung des Arbeitskreises „Dithmarscher Jakobsweg“ im Verein für Dithmarscher Landeskunde gemeinsam mit der Kirchengemeinde Windbergen-Gudendorf und in Abstimmung mit der Deutschen Jakobus-Gesellschaft[3] wieder neu erwandert.

Am Nachmittag des 14. September 2013 fand im Rahmen der Eröffnung in der Kirche zum Heiligen Kreuz zu Windbergen eine Pilgerandacht mit anschließendem Pilgermahl statt.

Der Dithmarscher Jakobsweg führte im ausgehenden Mittelalter, wieder genau wie heute, an der kleinen Dorfkirche zum Heiligen Kreuz vorbei. Das "Heilige Kreuz" zu Windbergen, aufbewahrt in der Dorfkirche, ist die vermutlich einzigste mittelalterliche, 'wundertätige' Reliquie, welche nahezu ununterbrochen seit der Reformation in einer ev. Kirche Schleswig-Holsteins ihren Platz hat. Ökumenische Pilgergruppen aus Schleswig-Holstein wallfahren zur Windberger Kirche, um vor dem Kreuz zu beten.

1 Die an den Jakobsweg angeschlossenen Dithmarscher Kirchen[Bearbeiten]

1491 begann die Geschichte der Siedlung "St. Annen" mit der Gründung einer Kapelle. Drei dithmarscher Bauernfamilien hatten gelobt, eine Kapelle zu bauen, wenn ihnen die Eindeichung eines neuen Kooges gelänge.


Die ältesten Teile der in Lunden stehenden St.-Laurentius-Kirche sind auf die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert, vermutlich sogar noch früher. Eindruckvoll ist der, in seiner Art einmalig erhaltene, Geschlechterfriedhof.
Auf einer hohen Wurt steht die St. Marienkirche in Hemme. Eindrucksvoll ist die reiche Innenausstattung und die durchgehend halbhohe Wandvertäfelung mit 121 Bildnissen biblischer Geschichten.

In Neuenkirchen steht die St. Jacobi-Kirche. Der gotische Backsteinbau wurde 1730 unter Verwendung der alten Mauern der in den Jahren 1704 und 1729 abgebrannten Vorgängerbauten neu errichtet.
Ein aus dem 14. Jahrhundert erhaltene silberne Abendmahlskelch mit den Wappen der Hodiemannen und den Todiemannen ist bis heute Gebrauch.
Die St. Andreaskirche, eines der Ur-Kirchspiele Dithmarschens, steht in Weddingstedt. Das in Feldsteinmauerwerk erbaute Gebäude stammt überwiegend aus dem 12. Jahrhundert. Der Rest des alten Turmes soll, laut dem Dithmarscher Chronisten "Neocorus" als Landesgefängniss von 1447 bis 1559 genutzt worden sein.


Die St. Jürgenkirche in Heide ist um 1435 als Kapelle erbaut worden und ging 1559 bei der Eroberung Dithmarschens durch dänische und holsteinische Truppen in Flammen auf[4].






Schlicht und einfach ist die Bauern-, Schutz- und Wehrkirche "St. Marien" in Hemmingstedt erbaut worden. Sie wurde 1323 erstmalig urkundlich erwähnt und beherbergt die älteste erhaltene protestatische Kanzel Dithmarschens aus dem Jahre 1560.







Die Meldorfer St. Johannis-Kirche wird zum ersten Male im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt.
Nach 1250 wurde, eben an der Stelle, wo heute der "Meldorfer Dom" steht - wie die Dithmarscher stolz ihre Stammkirche nennen - die Kirche neu erbaut. Einige Grundsteine sollen noch aus dieser Zeit stammen.
Auf dem Platz vor dem Dom, heute dient er als Markt- und Parkplatz, lag der mittelalterliche Friedhof. Dort fanden auch die Landesversammlungen der Dithmarscher statt.
Sehenswert sind die Gewölbefresken mit Szenen aus biblischen Geschichten. Sie entstanden um 1300.
Eine Urkunde vom 7. Mai 1495 berichtet über den Fund der Figur des gekreuzigten Jesus auf einem Acker zu Windbergen.
Zunächst war es, vermutlich ein Bildstock, in dem das Cruzifix angebetet wurde und dem man Wunder nachsagte.
Schließlich wurde eine Kapelle und später eine kleine Kirche errichtet.
Unter dem Altar der heutigen Kirche befindet sich ein alter ausgehöhlter Steinaltar. Unter diesem ist der Fundort zu sehen.
Bis heute steht die Figur, an einem barocken Holzkreuz befestigt, bei jedem Gottesdienst auf dem Altar.
1611 wurde die St. Michaeliskirche in St. Michaelisdonn selbstständig. Bis dahin gehörte sie zum Kirchspiel Marne. 1730 wurde die Saalkirche nach Westen hin erweitert.










Die heutige Eddelaker St. Marienkirche wurde 1740 erbaut. Aus dem Vorgängerbau stammen eine der ältesten Taufbecken (13. Jahrhundert), sowie ein spätgotisches Triumphkreuz (1520).










1679 wurde die Jakobuskirche in Brunsbüttel neu errichtet. Das alte Brunsbüttel mit seiner Kirche musste wegen der damaligen stetigen Verlagerung der Elbe aufgegeben werden.
Die Jakobuskirche brannte im jahr 1719 bis auf die Grundmauern nieder. Von der reichhaltigen mitelalterlichen Ausstattung konnte nichts gerettet werden. Der dänische König Friedrich IV stiftete den Barockaltar aus der Glückstädter Schlosskirche. Als Dank wurde in der Jakobuskirche eine Königsloge eingerichtet.
Sehenswert sind die drei Engelsfiguren an der Kirchendecke, welche in dem 1990er Jahren entdeckt wurden. Eine hält die dänische Flagge.

Der Dithmarscher Jakobsweg.

2 siehe auch[Bearbeiten]

3 Bildergalerie[Bearbeiten]

Die Kirche "Zum heiligen Kreuz" in Windbergen/ Kreis Dithmarschen
Das "Heilige Kreuz" zu Windbergen.
Die erste Pilgergruppe unter der Wanderführung von Wolfgang Mohr sowie des kath. Pilgerpfarrers Ulrich Krause (St. Ansgar-Pfarrei) und des ev. Pilgerpastors Dr. Dietrich Stein auf dem letzten Teilstück kurz vor Windbergen.
Umrundung des Altars.
Als ein Zeichen, das die Kirche zum Heiligen Kreuz zu Windbergen Wallfahrtskirche wurde, bekam eine Tonfigur eines segnenden mittelalterlichen Pilgermönches einen Platz neben dem "Heiligen Kreuz".


4 Kontaktdaten/ Hinweise[Bearbeiten]

[5]

  • Ev.-luth. Kirchengemeinde Windbergen-Gudendorf

Kirchstr. 1
25729 Windbergen

  • Dithmarschen Tourismus e.V.

Markt 10
25746 Heide

  • Jugendherberge am Pilgerweg in Heide

Poststr. 4
25746 Heide

- Setzen sie sich bitte immer rechtzeitig mit den Gemeindehäusern der Kirchengemeinden in Verbindung, wenn Sie dort übernachten möchten.
- Sie benötigen einen Pilgerpass (erhältlich bei der Deutschen Jakobus-Gesellschaft e.V., Tempelhofer Straße 21, 52068 Aachen), sowie ein Empfehlungsschreiben des örtlichen Pastors/ Pastorin.

5 Einzelnachweise/ Links zu Stichworten[Bearbeiten]

  1. s. dazu: "via-jutlandica.de: Der Jütländische Weg"
  2. s. dazu Auszug aus dem PlusPedia-Artikel: Kirche_zum_Heiligen_Kreuz_zu_Windbergen/_Kreis_Dithmarschen#.C3.9Cberlieferte_Historik "Kirche zum Heiligen Kreuz zu Windbergen/ Kreis Dithmarschen: Überlieferte Historik".
  3. "Deutsche St. Jakobus Gesellschaft e.V."
  4. s. auch: Auszug aus dem PlusPedia-Artikel Dithmarschen: Dithmarschen#J._Bremer:_Politische_Lage_Dithmarschens_im_ausgehenden_Mittelalter.2F.22Letzte_Fehde_1559.22_.28Eroberung_von_Dithmarschen.29 "Dithmarschen: J. Bremer: Politische Lage Dithmarschens im ausgehenden Mittelalter/ "Letzte Fehde 1559" (Eroberung von Dithmarschen)"
  5. Quelle: Flyer "Dithmarscher Jakobsweg", beziehbar über die Ev.-luth. Kirchengemeinde Windbergen-Gudendorf

6 Quellen[Bearbeiten]

7 Weblinks[Bearbeiten]