Exklusionismus

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Exklusionismus oder Exkludismus ist das Verhalten von Personen im Zusammenhang mit [Wiki]]s, die Artikel lieber gelöscht haben wollen anstatt sie zu behalten und auszubauen. Die einzelnen Personen werden auch oft als Exklusionisten, Exkludisten oder Deletionisten bezeichnet.

Die englischsprachige Wikipedia geht im Vergleich zur deutschen eher inklusionistisch vor. Ebenfalls scheut man dort weniger, sogenannte Stubs stehenzulassen, auch wenn sie nur vergleichsweise wenige Informationen enthalten. Die Relevanzkriterien sind teilweise lockerer: Zum Beispiel hat jede Folge einer bekannten US-Serie einen eigenen Artikel, ebenso wie sämtliche Seriencharaktere. Oft wird dies damit begründet, dass die weitaus größere Autorengemeinschaft der englischen Wikipedia über die ganze Welt verstreut sei: Durch ein Vielfaches an Autoren und Korrekturlesern könne man somit mehr Artikel pflegen und überwachen. Eigentlich sollte bei einem weltweiten Gemeinschaftsprojekt mit gleichen Zielen und gleicher Vorgehensweise bei allen Interwikis ziemlich gleich verfahren werden. Der typische Exklusionist ist jedoch häufig stolz darauf, dass dies zum Beispiel bei der deutschsprachigen Wikipedia anders ist. Exklusionismus findet sich auch in vielen Fachwikis, ist dort aber begründet und nachvollziehbar. So würde ein Chemielexikon nur dann eine Sportart beschreiben, wenn dies etwa für einen Kunstrasenplatz oder eine Kunststofflaufbahn einen Bezug zur Chemie hätte.

Ungerne gesehen werden von Exklusionisten besonders Artikel über Fiktives, Sportereignisse, Musikalben, Filme, Videospiele) und fast alles was bisher noch nicht unter die Relevanzkriterien fällt. Exklusionisten übersehen häufig, dass die Relevanzkriterien Einschlusskriterien sind, nutzen sie aber gerne als Ausschlusskriterium. Sie scheinen das Wiki mit einer Papierenzyklopädie zu verwechseln, auf der nur begrenzt Platz ist.

Exklusionisten möchten oft die Wikipedia vom Qualitätsansatz her in eine Reihe mit den klassischen Enzyklopädien stellen. Sie erkennen dabei nicht, dass ihr Verhalten auf Kosten der Aktualität und Vollständigkeit geht. Sie betrachten Relevanz isoliert bezogen auf einen bestimmten Artikel und ignorieren thematische Zusammenhänge. Hardliner löschen auch Textergänzungen in vorhandenen, seit langem als relevant anerkannten Artikeln und begründen das manchmal mit fehlenden Quellen. Einige setzen die Hürde bewusst hoch, in dem sie eine wissenschaftliche Recherche von dem Wikinutzer verlangen, und verhindern so das notwendige Füllen von Wissenslücken.

1 Kritik

Von Kritikern werden Exkludisten häufig unbegründet mit unzähligen Beleidigungen wie Blockwart, Löschhohlkopf , Löschtroll, Löschrandalierer, Wikizensianer, Deletionisten, Löschfetischisten, Lösch-Narzissten oder Löschnazis bezeichnet. Als besonders störend werden Benutzer empfunden, die sich durch wenig Artikelarbeit und vielen Löschanträge auszeichnen (Löschwahn) und die Wikipedia-Löschregeln ignorieren. Umgekehrt werden als besonders störend jene Inklusionisten empfunden, die lauter lächerliche und unbelegte Stubs anlegen und dann verlangen, daß die jemand anders in Form bringen, die Belege beibringen und die Relevanz prüfen soll. Löschanträge sind oft möglichst pauschal und gehen oft möglichst wenig auf den Artikel ein ähnlich denjenigen, die Artikel in die Wikipedia werfen, die von vornherein schwachsinnig sind. Besonders beliebt sind dabei Phrasen wie keine Quellen, Geschwurbel und Theoriefindung, Irrelevant, War SLA, Wikipedia ist kein(e) Werbeplattform/Wörterbuch/Firmenindex und Glaskugelei , aber auch: Platz ist doch genug da, Relevanzkriterien sind keine Ausschlußkriterien und das Geschäft hat zwar keine 1000 Mitarbeiter, aber immerhin 650 , 300 oder doch zumindest 120.

Löschtrolle sind auch oft der Meinung, dass Löschanträge dazu da sind, die Qualität der Wikipedia zu verbessern. Dafür ist zwar nach Meinung der edlen Inklusionisten die Qualitätssicherung gedacht, andererseits beschäftigen sich diejenigen, die immer am lautesten Zensur schreien, in der Regel am wenigsten am Verbessern von Artikeln . Löschanträge werden nach Meinung einiger der Qualitätssicherung vorgezogen. Als Löschantragsteller braucht man sich übrigens genausowenig zu qualifizieren wie für jede andere Tätigkeit in der Wikipedia. Zum Glück können auch IPs Löschanträge stellen, da aufgrund der großen Menge Schrotts, der in die Wikipedia eingestellt wird, die angemeldeten Benutzer häufig nicht nachkommen damit, diesen Schrott zur Löschung vorzuschlagen. Deswegen melden sich manche sogar extra ab und stellen Löschanträge als IP-Socken, um nicht unangenehm aufzufallen und vor Inklusionisten und Enzyklopädienichtverstehern zu schützen. Und andere melden sich auch extra ab, um Artikel in der Wikipedia zu löschen, weil sie glauben, dadurch Aufmerksamkeit für ein Rettungsportal zu erlangen, in welchem sie selber Admin sind.

2 Häufige Argumente der Exklusionisten

  • Klasse statt Masse
  • Qualität, Genauigkeit, Privatsphäre und Relevanz sind eng miteinander verwoben. Ohne Relevanzkriterien könne man durch das mögliche Fehlen von verlässlichen Quellen in Falschbehauptungen, Eigen-PR und Verleumdungen versunken sein.
  • Ein Umfeld mit Qualitätsanspruch zieht möglicherweise bessere Autoren an und hält weniger gute fern.
  • Irrelevant angesehene Themen könnten auf die empfundene Gesamtqualität der Wikipedia negative Auswirkungen haben und könnten die mühsam erarbeitete Seriosität der Unternehmung beschädigen.
  • Angst vor dem Verlust der Kontrolle: Ein unkontrolliertes Einstellen von Artikeln könnte zu komplexen, rechtlichen Konsequenzen führen, auch Konflikte mit dem Urheber- und Persönlichkeitsrecht sind möglich. Beispielsweise könnten zahlreiche Artikel über Privatpersonen entstehen, die sicherlich keinen eigenen Artikel über sich selbst haben möchten, den sie ständig nach Vandalismen untersuchen müssten und in der möglicherweise sogar der Abschnitt “Kritik” auftaucht.
  • Der vollständige Datenbank-Dump der englischen Wikipedia soll vielen Behauptungen nach sehr groß und das Operationsbudget der Wikimedia nicht unerschöpflich sein. Demnach soll das Speicherplatz-Argument schwach sein.
  • Relevanzkriterien sind auch gedacht als eine Möglichkeit, dass man sich gerade so viel Arbeit machen braucht, wie die Admins auch bewältigen können. Kontrolliert man demnach bei Wikipedia einen bestimmten Zeitabschnitt in den letzten Änderungen (dutzende pro Minute) und neuen Artikeln auf Vandalismus, Fakes, Werbung, Urherrechtsverletzungen, Verleumdungen und sonstigen Müll - kann man nachvollziehen, wohin es mit einem besonders großen Wikiprojekt gehen würde, wenn es überhaupt keine Relevanzkriterien mehr gäbe.
  • Eine ernsthafte Enzyklopädie braucht keine unzähligen Linux-Distributionen, Pokemons oder Startrek-Charaktere.

3 Siehe auch

4 Weblinks

5 Init-Quelle

Dieser Artikel entstammt aus der ehemaligen Enzyklopädie WikiBay. Die Seite leitet zwischendurch auf NewsPush um. Mittlerweile steht sie zum Verkauf oder wurde verkauft.