Hannes Wader

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Hannes Wader (* 23. Juni 1942 in Bielefeld-Gadderbaum) ist ein deutscher Liedermacher. Er gilt als bedeutender Vertreter der linksgerichteten Liedermacherbewegung des 20. Jahrhunderts, erzielte aber auch durch seine Neuinterpretationen von Schubert und von Volksliedern große Erfolge. 2017 wird er seine Karriere auf der Bühne beenden.

1 Leben

Wader wurde während des Zweiten Weltkriegs geboren und wuchs in der Nähe von Bielefeld auf. Sein Vater war als Soldat im Krieg und starb 1955. Viele Erfahrungen seiner Kindheit verarbeitete Hannes Wader später auch in seinen Liedern. In der Jugend spielte er im Mandolinenorchester und begann eine Lehre als Schaufensterdekorateur.

In den 60er Jahren ging er nach Berlin und studierte dort ein paar Semester Kunst. Schon bald kam er jedoch mit dem Kern der Berliner Liedermacherszene (Reinhard Mey) zusammen, und konzentrierte sich auf Auftritte in Studentenkneipen. Sein Auftritt auf einem Festival auf der Burg Waldeck Mitte der 60er Jahre verhalf ihm zum Durchbruch.

In den 70er Jahren tourte er allein und mit verschiedenen Ensembles (Lydie Auvray, Hans Hartmann, Reinhard Bärenz) durch Europa. Zu seinem bekanntesten Lied entwickelte sich "Heute hier, morgen dort" (im Original von Gary Bolstadt). In diese Zeit fiel jedoch auch seine Verhaftung durch die Polizei, als er der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin seine Wohnung für ein halbes Jahr überließ. In Österreich bekam er im Zuge dessen Auftrittsverbot. Seine Popularität wuchs jedoch im deutschsprachigen Raum und linksextremen Spektrum dadurch noch mehr.

Er zog 1973 in eine Mühle in Schleswig-Holstein, um dort ungestört komponieren und leben zu können. 1977 wurde er Mitglied der DKP. Außerdem trat er in der DDR auf. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verließ er die DKP wieder. Er hat einen Sohn und eine Tochter. Seine Ehe mit Susanne Tremper wurde 1980 geschieden, seit 1986 ist er in zweiter Ehe verheiratet. 1998 zog er nach Hessen und lebt bis heute dort.

2 Lieder

Waders Lieder gegen Krieg, soziale Unterdrückung und für mehr Menschenfreundlichkeit sind in ganz Deutschland bekannt. Er probierte sich in vielen Stilen und Genres, und spielte auch Konzerte mit Weggefährten (Klaus Hoffmann, Konstantin Wecker, Allan Tylor) in den letzten Jahren. Jedes Konzert beginnt er mit "Heute hier, morgen dort", nur durch eine Periode in den späten 80ern/Anfang der 90er unterbrochen, als das erste Lied eines Konzerts "Gut wieder hier zu sein" lautete. Er plant nach eigenen Angaben nicht, dies noch einmal zu ändern.

Eins seiner Vorbilder ist Bob Dylan. Er entwickelte nach amerikanischem Vorbild auch viele Lieder des Stils "Talking Blues", so zum Beispiel "Der Tankerkönig", "Langeweile" und "Der Büffel".

3 Auftritte

In der DDR:

  • 8. Festival des politischen Liedes (13.–20. Februar 1978)
  • 12. Festival des politischen Liedes (13.–21. Februar 1982)
  • 14. Festival des politischen Liedes (12.–19. Februar 1984)

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