Ulrich Kersten (Harvard)

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Profil.png Profil: Kersten, Ulrich
Beruf deutscher Jurist und Offizier
Persönliche Daten
10. Februar 1904
Hadersleben
27. September 1943
Ukraine


Datei:Ulrich Kersten.jpg
Drs. iur. Ulrich Kersten

Ulrich Kersten (* 10. Februar 1904 in Hadersleben; † 27. September 1943 bei Kiew) war ein deutscher Industriejurist und Wehrmachtsoffizier.

1 Leben[Bearbeiten]

Kersten kam als zweiter Sohn des Beamten im gehobenen Postdienst Karl Kersten und seiner Ehefrau Marie geb. Blasche zur Welt. Der Vater stammte aus Zuckau (Westpreußen), die Mutter aus Liegnitz (Schlesien). Karl Kersten fiel als Hauptmann d. Res. im Oktober 1914, sein älterer Sohn Hans-Christian siebzehnjährig als Leutnant im Mai 1917, beide an der Westfront. Marie Kersten heiratete 1922 Friedrich Jacobshagen, einen früheren Regimentskameraden ihres Ehemannes.

Ulrich Kersten kam als Vierzehnjähriger ins Kadettencorps und bestand 1922 das Abitur in der Kadettenanstalt Wahlstatt bei Liegnitz. Er wollte Offizier werden, gab diese Absicht aber nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg auf und studierte ab dem Wintersemester 1922/23 Jura in Breslau und Berlin.

Ab 1930 war Kersten Vorsitzender der Deutschen Studentenschaft. Später engagierte er sich in der Kriegsgräberfürsorge und in der Langemarck-Stiftung.

1.1 Industriejurist[Bearbeiten]

Kersten bestand im Mai 1926 die Erste und im September 1930 die Zweite (Große) Juristische Staatsprüfung. Im April 1930 wurde er an der Universität Breslau zum Dr. iur. utr. promoviert.[1] Von September 1931 bis Dezember 1932 studierte er mit einem Stipendium Internationales Recht an der Harvard University in Cambridge, Massachussetts, USA. Sie promovierte ihn im Juni 1932 zum Doctor scientiae juridicae.[2]

Zunächst als Gerichtsassessor in Freiberg/Schlesien tätig, trat Ulrich Kersten im Juli 1933 in die I. G. Farbenindustrie AG ein und war in deren Zentralfinanzverwaltung in Berlin tätig. Dort wurde er 1937 Prokurist und schließlich Direktor (Vorstand).[3][4]

1.2 Soldat[Bearbeiten]

Ulrich Kersten hatte schon in der Weimarer Republik an Übungen der Schwarzen Reichswehr teilgenommen und erhielt seine weitere militärische Ausbildung beim Wachregiment in Zossen und bei der Panzerjäger-Abteilung 30 in Lübeck. 1936 wurde er Leutnant d. R.. Im Zweiten Weltkrieg machte er den Frankreichfeldzug mit, wurde aber Anfang 1941 wegen seiner kriegswichtigen Stellung bei I. G. Farben uk-gestellt. Nach Beginn des Russlandfeldzugs wurde auf sein Drängen die Uk-Stellung aufgehoben. Im Januar 1942 wurde Kersten in den Demjansk-Kessel eingeflogen. Im Winter 1942/43 war er zu einem Bataillonsführerkurs in Berlin. Anschließend betrieb seine Firma erneut erfolgreich seine Uk-Stellung. Kersten erreichte aber, dass diese wieder aufgehoben wurde, und ging an die Ostfront zurück. Er fiel, inzwischen Major d. R. und Bataillonskommandeur, bei den Rückzugskämpfen im September 1943 südlich von Kiew.

1.3 Corpsstudent[Bearbeiten]

Seit 1923 Mitglied des Corps Silesia Breslau, bekleidete (und klammerte) er dreimal die Erste Charge, so auch bei seiner zweiten Reaktivierung zum Kösener Congress 1927, als der SC zu Breslau Vorort und Silesia das präsidierende Corps war. Kersten wurde am 8. Dezember 1933 Altherrenvorsitzender und am 7. Dezember 1935 Ehrencorpsbursch von Silesia. In der sog. Arierfrage vertrat er das Prinzip der corpsbrüderlichen Treue gegenüber jedem Corpsbruder, auch um den Preis der Suspension des Corps.

Nachdem der KSCV 1920 die Sportpflicht eingeführt hatte, widmete sich Kersten dieser Aufgabe.[5]

2 Familie[Bearbeiten]

Kersten heiratete im Dezember 1936 Ilse geb. Buchholtz, verw. Freifrau von Bock, die aus ihrer ersten Ehe einen Sohn mitbrachte, Wolf-Georg Freiherrn von Bock (* 1927). Ulrich und Ilse Kersten bekamen in Berlin drei gemeinsame Kinder, Hans-Christian (1938), Barbara-Felizitas (1939) und Klaus-Ulrich (1941).

Kerstens Stiefsohn Wolf-Georg Freiherr von Bock wurde nach einer Tätigkeit als Flakhelfer 1945 noch Soldat und fiel am 24. April 1945 siebzehnjährig bei Lüchow-Dannenberg.

Ulrich Kerstens Witwe Ilse Kersten lebte mit ihren drei Kindern nach dem Krieg zunächst in Lübeck, später in Düsseldorf. Sie starb am 20. September 1999 im Alter von 93 Jahren in Leverkusen.[6]

3 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dissertation Breslau: Das Deutsche Studentenrecht
  2. Dissertation Harvard: Sanctions of War Indemnities till 1914
  3. Peer Heinelt ‘PR-Päpste’. Die kontinuierlichen Karrieren von Carl Hundhausen, Albert Oeckl und Franz Ronneberger, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Manuskripte 37, Zugl.: Marburg, Univ., Diss., 2002, S. 95, 101
  4. Als mit der nationalsozialistischen Aktienrechtsreform 1937 das Führerprinzip in das deutsche Gesellschaftsrecht eingeführt wurde, war „Direktor“ fortan „Vorstand“.
  5. Merkbuch für Leibesübungen des HKSCV. Deutsche Corpszeitung 1930
  6. Mitteilung H.-Chr. Kersten, 29. März 2010

4 Weblinks[Bearbeiten]



5 Init-Quelle[Bearbeiten]

Entnommen aus der:

Erster Autor: Mehlauge angelegt am 02.04.2010 um 00:55,
Alle Autoren: Mehlauge, PDD, Kriddl, GT1976