Streichquartett op. 21 (Komposition von Paul Ben-Haim)

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Das Streichquartett op. 21 ist eine Komposition des jüdischen Komponisten Paul Ben-Haim aus dem Jahr 1937. Es ist das erste in Palästina entstandene Werk Ben-Haims und wurde bei Hörern und Musikern eines der populärsten in Israel entstandenen Kammermusikwerke.

1 Vorgeschichte und Entstehung[Bearbeiten]

  • Der 1897 in München geborene Paul Frankenburger studierte von 1915 bis 1920 an der Akademie der Tonkunst in München Klavier, Komposition und Dirigat. Er war danach Assistent von Bruno Walter und Hans Knappertsbusch und von 1924 bis 1931 er Kapellmeister in Augsburg. In Deutschland komponierte er über 80 Lieder im romantischen Stil von Franz Schubert, Johannes Brahms, Hugo Wolf und Gustav Mahler sowie Kammermusik und Chorwerke. [1]
  • Nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus wanderte er 1933 nach Palästina aus und nannte sich nun Paul Ben-Haim. Hier erkannte er für sich, dass sein an der deutschen Romantik orientierter Kompositionsstil in der neuen Zeit und Umgebung kaum angebracht und wohl auch wenig gefragt ist. So wurde seine Musik gänzlich anders als die von Paul Frankenburger: Während er in Deutschland Texte von Goethe, Eduard Mörike, Heinrich Heine, Joseph von Eichendorff oder Hugo von Hoffmannsthal vertont hatte, bildeten in Palästina sephardische Melodien, alttestamentarische Texte und Gedichte zeitgenössischer jüdischer Schriftsteller, wie Leah Goldberg, Chaim Nachman Bialik oder Saul Tschernichowski die Grundlage seiner Kompositionen. [2] [3] Die ersten vier Jahre in Palästina komponierte Ben-Haim allerdings gar nicht, sondern machte sich mit dem neuen kulturellen Umfeld vertraut und bemühte sich um finanzielle Absicherung. Er reiste viel durchs Land, gab Konzerte und kam mit den unterschiedlichsten musikalischen Traditionen in Kontakt. Die Gründung des Israel Philharmonic Orchestra im Jahr 1936 motivierte ihn dann vermutlich sich wieder der Komposition zu widmen.
  • Das Streichquartett op. 21 war dann sein erstes in Palästina entstandenes Werk. Es ist den als Violinist und Cellist beim kurz vorher gegründeten Israel Philharmonic Orchestra spielenden Brüdern Andreas und Joseph Weissgerber gewidmet.

2 Musik[Bearbeiten]

Notenbild 1: Ausschnitt aus dem 1. Satz von Paul Ben-Haims Streichquartett (op. 21)
Con moto sereno
Molto vivace
Largo e molto sostenuto
Rondo - Finale (Allegro commodo)

2.1 Con moto sereno[Bearbeiten]

  • Der 1. Satz beginnt mit einem achttaktigen, von der Viola vorgetragenen (siehe Notenbild 1) Thema in G-Dur, das über die Quarte zur Oktave und später bis zur Duodezime aufsteigt. Das Thema verwendet zu Anfang die kleine Septime f, aber bereits im vierten Takt alternativ dazu die große Septime fis. Mit dem Eintritt der 1. Violine werden f und fis dann sogar nebeneinander eingesetzt. So trifft der Modus Mixolydisch G auf die G-Durtonleiter. Die durch die Vermischung der Tonarten auftretenden Irritationen und auch Dissonanzen "brechen" dabei immer wieder den eigentlich idyllisch-pastoralen Charakter des Themas. Auch im zweiten Thema vermischt Ben-Haim die Tongeschlechter: Über einem ostinato des Cello und 16-Figuration der Viola wechselt das von der 2. Violine vorgetragene Thema zwischen einer über die Sekunde erreichten aufsteigenden Dur- und Mollterz.

2.2 Molto vivace[Bearbeiten]

2.3 Largo e molto sostenuto[Bearbeiten]

2.4 Rondo - Finale (Allegro commodo)[Bearbeiten]

3 Literatur[Bearbeiten]

  • Yoel Greenberg: Ben-Haim’s String Quartet, Op. 21 - A Programmatic Reading, Israel Studies in Musicology Online
  • Hadassah Guttmann: The Music of Paul Ben-Haim - A Performance Guide, Scarecrow Press, 1992
  • Jehoash Hirshberg: Paul Ben-Haim - His Life and Works, Israeli Music Institute, Jerusalem, 2005

4 Weblinks[Bearbeiten]

5 Video und Audio[Bearbeiten]

6 Andere Wikis[Bearbeiten]

7 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag zu Paul Ben-Haim im Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit auf www.lexm.uni-hamburg.de
  2. Yoel Greenberg: „Drawn Up out of a Mute Wellspring“ - The Revival of Paul Ben -Haim’s Early String Quintet (1919): in Israel Studies in Musicology Online, IX, 2011, S. 25 und 26
  3. Anm.: Paul Ben-Haim überreichte seinem Schüler Ben-Zion Orgad eine Verfügung, in der er darum bat, alle seine in Deutschland vor 1933 geschrieben Werke zu vernichten. (Gila Flam: Der Komponist Paul Ben-Haim und sein Weg von Deutschland in den Nahen Osten)
  4. Jehoash Hirshberg: Paul Ben-Haim - His Life and Works, Israeli Music Institute, Jerusalem, 2005, S. 30

8 Hinweis zur Verwendung[Bearbeiten]

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