Karsten Wiechmann

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Profil.png Profil: Wiechmann, Karsten
Persönliche Daten
2. Juli 1922
Bremen
2013


Karsten Wiechmann arbeitete im Zivilleben und bei der Wehrmacht lange als Koch
Karsten Wiechmann (* 2. Juli 1922 in Bremen; gest. 2013) war ein deutscher Koch, der im 2. Weltkrieg als Deserteur verurteilt wurde.

1 Vita

  • Er wuchs in einer Bremer Arbeiterfamilie auf.
  • Seine Kindheit und Jugend war von der NS-Propaganda und den eher linken Einstellungen in seinem Elternhaus geprägt.
  • Im Jahr 1937 begann er eine Kochlehre.
  • Als ihn einmal ein Hund schwer in das Bein biss, half ihm ein jüdischer Ladenbesitzer uneigennützig und verband das Bein. Später sollte er den jüdischen Ladenbesitzer an einem ganz anderen Ort überraschend wieder treffen.
  • Am 1. Januar 1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen. Er arbeitete dort in der Küche bei der Luftwaffe. Bald wurde seine Einheit an die Ostfront verlegt.
    Ab 1940 diente Karsten Wiechmann in der Wehrmacht
  • Wegen unerlaubtem Entfernen von der Truppe wurde er zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.
  • Er kam dann in das Lager VII in Esterwegen. Dort mussten die Gefangenen Zwangsarbeit im Moor leisten.
  • Später wurde er in das Wehrmachtsgefängnis Torgau an der Elbe verlegt.
  • Dann wurde er einem Bewährungsbataillon für Straftäter an der Ostfront zugeteilt. An der Ostfront erhielt er einen Beinschuss.
  • Später ergab er sich freiwillig den Sowjettruppen.
  • Als er in sowjetischer Gefangenschaft von einem Major in gutem Deutsch befragt wurde, wunderte er sich. Dann stellte es sich heraus, dass der Major der jüdische Ladenbesitzer war, der ihm im Jahr 1937 das Bein verbunden hatte. Später half ihm der jüdische Major, indem er dafür sorgte, dass Wiechmann von den Russen als Überläufer eingestuft wurde, was seine Gefangenschaft wesentlich erleichterte.
  • Bis 1948 war er dann in sowjetischer Gefangenschaft.
  • Er arbeitete wieder daheim in Bremen eine Weile als Koch und gründete eine Familie.
  • Er litt noch lange unter den traumatischen Erlebnissen der Kriegszeit und hatte u.a. Depressionen, Albträume und auch körperliche Beschwerden wegen Unterernährung, Gewaltanwendungen durch die Gefängnisaufseher und die kalte Witterung in Russland.
  • Jahrzehnte später wurde er von interessierten Bürgern des Emslandes zu einem Treffen früherer Häftlinge des Lagers Esterwegen eingeladen.
  • Die Jüdische Zeitung berichtete im Jahr 2014 ausführlich über sein Leben.[1]

2 Weblinks

3 Literatur

4 Einzelnachweise

  1. Peter Kalmbach: "Mein Junge, erkennst du mich denn nicht?" - Die Geschichte eines Verurteilten der NS-Justiz, der von einem jüdischen Flüchtling gerettet wurde; in Jüdische Zeitung Nr. 8/9 (102/103) - August/September 2014, S. 9

5 Andere Lexika

Wikipedia kennt dieses Lemma (Karsten Wiechmann) vermutlich nicht.