Jean Paul

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Profil.png Profil: Jean Paul
Namen Richter, Johann Paul Friedrich (wirklicher Name); Hasus, J. P. F. (Pseudonym)
Beruf Deutscher Schriftsteller
Persönliche Daten
21. März 1763
Wunsiedel
14. November 1825
Bayreuth


Jean Paul (* 21. März 1763 in Wunsiedel; † 14. November 1825 in Bayreuth; eigentlich Johann Paul Friedrich Richter) war ein deutscher Schriftsteller.

1 Leben[Bearbeiten]

Nach entbehrungsreicher Jugend studierte er ab 1781 Theologie und Philosophie, musste es aber aus finanziellen Gründen 1784 abbrechen. Danach war er als Hauslehrer auf Schloss Töpen bei Hof tätig.

1790 war er Gründer und bis 1794 Leiter der Elementarschule in Schwarzenbach.

Von 1798 bis 1800 lebte er in Weimar, wo er mit Herder Freundschaft schloss, während Goethe und Schiller ihm reserviert begegneten. Ab 1804 lebte er zurückgezogen in Bayreuth.

2 Werk[Bearbeiten]

Seine von grotesker Phantasie und liebevollem Humor bestimmten Romane standen ausserhalb der literarischen Hauptströmungen seiner Zeit, obwohl alle Züge vorhanden sind, die ein romantisches Kunstwerk auszeichnen: musikalische Konzeption, Lyrik, Traum, Reflexion, Ironie und starke Kontraste.

Auch seine philosophischen, religiösen, politischen und sozialen Schriften hoben sich in ihrer Grundeinstellung und Darstellungsform deutlich ab von der zeitgenössischen Klassik sowie vom romantischen Ich-Prinzip Fichtes und der Brüder Schlegel, auch von Kants Philosophie.

In der realistischen Milieuschilderung und der subtilen psychologischen Gestaltung nahm Jean Paul typische Elemente der Dichtung des 19. Jahrhunderts bereits vorweg.

Aus dem umfangreichen Gesamtwerk blieben lebendig vor allem die Erzählung "Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wuz in Auenthal. Eine Art Idylle" (1793), in der er erstmals die kleinbürgerliche Welt als (fragwürdige) Idylle, den Rückzug in die Innerlichkeit in einer sozial engen Welt gestaltete, das Romanfragmen "Die unsichtbare Logik. Eine Biographie" (1793), in dem sich empfindsame Elemente mit satirischer Entlarvung der Wirklichkeit verbinden, sowie der humoristische Roman "Blumen-, Frucht- und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs" (1796/97).

In dem Bildungsroman "Titan" (1800-1803) setzte Jean Paul sich kritisch mit dem bürgerlichen "Genie" und der höfischen Bildung der Weimarer Klassik auseinander.

Das Romanfragment "Flegeljahre. Ein Biographie" (1804/05) bildet den Übergang zum Spätwerk der Bayreuther Zeit, in dem er den Gegensatz von Idealität und Realität ironisch-satirisch darstellte.

Eine Theorie des Humors und des humoristischen Erzählens entwickelte Jean Paul in seiner "Vorschule der Ästhetik" (1804), während er in "Levana oder Erziehungslehre" (1807) seine Überlegungen zu einer Pädagogik der Selbstständigkeit niederlegte.

3 Siehe auch[Bearbeiten]

4 Andere Lexika[Bearbeiten]