Flucht aus Ostpreußen

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Ostpreußischer Flüchtlingstreck (1945)
Treck mit Flüchtlingen und Wehrmachtssoldaten im Raum Braunsberg (Ostpreußen), Februar/März 1945
Flüchtlingstreck in Danzig (Februar 1945)
Danzig, Februar 1945: Warnung an Soldaten sich den Flüchtlingstrecks anzuschließen
Ankunft von Flüchtlingen aus Ostpreußen in Meldorf (1945)

In der Flucht aus Ostpreußen versuchte sich die deutsche Bevölkerung ab Januar 1945 aus Ostpreußen beziehungsweise dem Memelland vor der vorrückenden Roten Armee zu retten, nachdem dies vorher bei Strafe untersagt war.

Das Massaker von Nemmersdorf, verübt während die Rote Armee im Oktober 1944 erstmals im Zweiten Weltkrieg nach Ostpreußen vorstieß, wurde entsprechend von der NS-Propaganda dargestellt, um den Willen zum Durchhalten zu stärken. Die Nationalsozialisten, insbesondere Gauleiter Erich Koch, verboten lange Zeit eine reguläre Evakuierung.

Ab Mitte Januar griffen die 2. und 3. Weißrussische Front an, die Schlacht um Ostpreußen war eröffnet. Der Abzug aus Ostpreußen setzte am 20. Januar viel zu spät ein und verlief vielfach ungeordnet, da sich Organisationsstrukturen schon kampfbedingt auflösten. Erst nachdem die im Ort ansässigen fanatischen Nationalsozialisten geflohen waren, konnten andere ohne Furcht vor Repressalien dasselbe tun. Dadurch wurde ein Großteil der Zivilbevölkerung unmittelbar in die Kampfhandlungen der vorrückenden Ostfront verwickelt. Dies war besonders ungewohnt, nachdem die abgelegene Exklave Ostpreußen bis Anfang 1944 weitgehend vom Krieg verschont geblieben war und als relativ sicher galt, insbesondere vor den Luftangriffen, denen Westdeutsche seit Jahren ständig ausgesetzt waren. Königsberg wurde jedoch schon im Sommer 1944 ausgebombt.

Ein Teil der Bevölkerung konnte sich über das Land mit Flüchtlingstrecks nach Westen retten, aber nachdem die Rote Armee im Laufe der Schlacht um Ostpreußen am 26. Januar bei Elbing das Frische Haff erreicht hatte, war der Landweg abgeschnitten. Tausende ertranken bei der Flucht über das Eis zur vermeintlich rettenden Frische Nehrung, die weiter nach Danzig und den Fährhafen Gotenhafen führte. Ein kleiner Teil wurde über den Ostseehafen Pillau evakuiert.

Insgesamt forderte die Flucht unter Kriegsbedingungen im eisigen Winter sehr viele Tote. Es wird geschätzt, dass von den bei Kriegsende ca. 2,4 Millionen Bewohnern Ostpreußens ca. 300.000 auf der Flucht ums Leben gekommen sind. Unter den Tausenden Menschen, die bei der Versenkung der „Wilhelm Gustloff“, der „General von Steuben“ und der „Goya“ im Frühjahr 1945 ums Leben kamen, befanden sich auch viele Flüchtlinge aus Ostpreußen.

Andererseits sollen angeblich zwei Millionen die Flucht nach Westen geschafft haben und nur 193.000 vor Ort verblieben sein. Diese und die Rückkehrer nach Kriegsende wurden in den Folgejahren Opfer der Vertreibung. Opferzahlen und Umstände sind bis heute nicht genau geklärt. So sollen 1950 noch 164.000 Deutsche in ehemaligen Ostpreußen registriert gewesen sein.[1]

Über die Flucht aus Ostpreußen berichtet hat u. a. Marion Gräfin Dönhoff. Der Fernsehfilm Die Flucht stellte einen typischen Treck mit Pferden und Wagen dar, geführt von einer jungen Adligen, nach Dönhoffs Vorbild.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] 1 Siehe auch

[Bearbeiten] 2 Literatur

  •  Alfred-Maurice de Zayas: Die deutschen Vertriebenen. Keine Täter – sondern Opfer. Hintergründe, Tatsachen, Folgen.. Ares-Verlag, Graz 2006, ISBN 3-902475-15-3.
  •  Christopher Duffy: Red Storm on the Reich. The Soviet March on Germany, 1945. Da Capo Press, 1993.
  •  David M. Glantz: The Soviet‐German War 1941–45: Myths and Realities: A Survey Essay. 2001.
  •  William I. Hitchcock: The Struggle for Europe: The Turbulent History of a Divided Continent, 1945-2002. 2003, ISBN 0-385-49798-9.
  •  Elizabeth B. Walter: Barefoot in the Rubble. 1997, ISBN 0-9657793-0-0.
  •  Erika Morgenstern: Überleben war schwerer als Sterben. Herbig, 2004, ISBN 3-7766-2380-2.
  •  Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (Hrsg.): Treibgut des Krieges – Zeugnisse von Flucht und Vertreibung der Deutschen (Zeitzeugenberichte über Flucht, Vertreibung, Wolfskinder). Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Kassel, Kassel 2008.

[Bearbeiten] 3 Weblinks

[Bearbeiten] 4 Einzelnachweise

  1. Richard Overy, The Penguin Historical Atlas of the Third Reich, Penguin Books, London, UK, 1996, p.111 [1]

[Bearbeiten] 5 Init-Quelle

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