Baal t'fillah oder „Der practische Vorbeter“ (Musiksammlung von Abraham Baer)

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Baal t'fillah oder „Der practische Vorbeter“ ist eine Sammlung religiöser jüdischer Gesänge des deutschen Kantors Abraham Baer aus dem Jahr 1871.
Deckblatt von Baal t'fillah oder „Der practische Vorbeter“ in der Ausgabe von 1883

1 Details[Bearbeiten]

  • Der vollständige Titel der Sammlung lautet:
Baal t'fillah oder „Der practische Vorbeter“ - vollständige Sammlung der gottesdienstlichen Gesänge und Recitative der Jsraeliten nach polnischen, deutschen (aschk'nasischen) und portugiesischen (sephardischen) Weisen nebst allen den Gottesdienst betreffenden rituellen Vorschriften und Gebräuchen (Dinim u-minhagim)
  • Die beim Verlag J. Kauffmann in Frankfurt am Main erschiene Sammlung enthält über 1500 Melodien aus dem deutschen, polnischen und sephardischen Raum, und gliedert sich in vier Teile:
    • Über 300 Wochentagsgesänge
    • Circa 400 Sabbatgesänge
    • Über 200 Gesänge für die drei Feste
    • Circa 550 Gesänge für das Neujahrs- und Versöhnungsfest
  • Im Anhang gibt Baer Erklärungen und Erläuterungen zur Liturgie, dem Lesen der Tora, rituellen Vorschriften und Gebräuchen, den Vorschriften über Verlobungs- und Ehepaten und eine Tabelle für die Leseabschnitte nach dem dreijährigen Zyklus.
  • Baer hat für seine Sammlung zahlreiche Manuskripte liturgischer Manuskripte aus dem 18. und 19. Jahrhundert gesichtet [1] und viele Melodien von Salomon Sulzer, Samuel Naumbourg und Louis Lewandowsky übernommen. [2]
  • Eine zweite, erweiterte Ausgabe erschien 1883.
  • Die Sammlung war bis in die 1930er-Jahre in Europa sehr verbreitet, Es erschienen folgenden Auflagen: Göthenburg 1877, Frankfurt a..M 1871, 1883 und 1900, Nürnberg 1930.
  • Nach 1945 wurde Baal t'fillah oder Der practische Vorbeter eine wichtige Basis der Kantorenausbildung in den USA und Israel. [3] In den USA war die Sammlung in Konservativen Gemeinden und Reformgemeinden beliebt. Sie wurde ebenson vom Cantors Institute des Jewish Theological Seminary of America wie der School of Sacred Music des Hebrew Union College verwandt. [4]
  • Die Sammlung wurde aber nicht nur von Kantoren verwandt. So illustrierte die Jewish Encyclopedia von 1906 zahlreiche Artikel mit Musikbeispielen aus Baers Sammlung und räumte ihr damit den Status von definitiven Versionen aschkhenasischer Musik ein. [5] Die Encyclopaedia Judaica bezeichnet die Sammlung u.a. als "basic manual for European cantors". [6]
  • Der Musikwissenschaftler Abraham Zevi Idelsohn siedelt den Wert von Baers Sammlung für die historische Forschung - obwohl er den quantitativen Umfang durchaus würdigt- als eher gering an, da Baer nie angibt, wo er echte musikalische Tradition niederschreibt und wo er selber kompositorisch eingreift. [7]

2 Siehe auch[Bearbeiten]

3 Links und Quellen[Bearbeiten]

3.1 Weblinks[Bearbeiten]

3.2 Literatur[Bearbeiten]

  • Edwin Seroussi: Music - The "Jew" of Jewish Studies; im Journal Jewish Studies, Vol. 49, The World Union of Jewish Studies, Jerusalem, 2009, Seite 19 und 20
  • Irene Heskes: Passport to Jewish Music - Its History, Traditions, and Culture, Greenwood Press, 1994, Seite 49
  • Darryl Lyman: Great Jews in Music, J. David Publishers, 1986, Seite 255

3.3 Audio[Bearbeiten]

3.4 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Irene Heskes: Passport to Jewish Music - Its History, Traditions, and Culture, Greenwood Press, 1994, S. 49
  2. Encyclopaedia Judaica, Band II (Ba-Blo), 2. Aufl., Keter Publishing House Ltd., 2007, S. 52
  3. Irene Heskes: Passport to Jewish Music - Its History, Traditions, and Culture, Greenwood Press, 1994, S. 49
  4. Edwin Seroussi: Music - The "Jew" of Jewish Studies; im Journal Jewish Studies, Vol. 49, The World Union of Jewish Studies, Jerusalem, 2009, S. 19 und 20
  5. Edwin Seroussi: Music - The "Jew" of Jewish Studies; im Journal Jewish Studies, Vol. 49, The World Union of Jewish Studies, Jerusalem, 2009, S. 19 und 20
  6. Encyclopaedia Judaica, Band II (Ba-Blo), 2. Aufl., Keter Publishing House Ltd., 2007, S. 52
  7. Idelsohn schreibt u.a.: "It was not his aim to give strictly traditional tunes, but rather to offer a great number of variations for every text, be the tunes modern or traditional compositions. (...) Yet, for historical inverstigations, Baer`s collection is of minor value, because he never indicates what is real tradition and what ist innovation." (Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929, S. 339 und 340 )

4 Hinweis zur Verwendung[Bearbeiten]

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5 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Baal t'fillah oder „Der practische Vorbeter“ (Musiksammlung von Abraham Baer)) vermutlich nicht.