Irene Heskes

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Profil.png Profil: Heskes, Irene
Persönliche Daten
15. Juni 1923
New York
14. Oktober 1999
New York


Irene Heskes, geb. Newman, (* 15. Juni 1923 in New York; gest. 14. Oktober 1999 in New York) war eine jüdische Musikerin und Musikwissenschaftlerin.
Die jüdische Musikerin und Musikwissenschaftlerin Irene Heskes am Klavier.

1 Vita[Bearbeiten]

  • Sie wurde in Brooklyn geboren. An der Universität von New York und an der Juilliard School studierte sie ab Geschichte, Musik, Klavier und Gesang. 1943 graduierte sie an der Universität von New York summa cum laude. Ab 1943 studierte sie an der Columbia University Musik.
  • Am 18. Mai 1946 heiratete sie Jacob Heskes. 1949 wurde die gemeinsame Tochter Deborah Aviva geboren, und 1953 der Sohn Walter Morris.
  • Nach ihrer Heirat gab sie in jüdischen Schulen von New York Musikunterricht, trat auch als Pianistin, Sopranistin und Chorleiterin auf und hielt Vorträge. [1]
  • Am Jewish Theological Seminary in New York lernte sie ab 1947 jüdischen Gesang, und erhielt 1963 ein Diplom als Kantor. Einer ihrer Lehrer dort war Max Wohlberg. Später vertiefte sie ihre Kenntnisse in Jüdischer Musik noch am Hebrew Union College in New York. Ihr Mentor dort war der bekannte jüdische Musikwissenschaftler Eric Werner.
  • An der Eastman School of Music in Harvard studierte sie Musikerziehung.
  • Da man in den 1960er-Jahren als Frau in jüdischen Gemeinden noch nicht Kantor werden konnte, wandte sie sich der musikwissenschaftlichen Forschung zu.
  • Sie arbeitete dann von 1964 bis 1967 für das Theodor Herzl Institut der Jewish Agency. 1967 schrieb sie zusammen mit Arthur Wolfson das Buch The Historic Contribution of Russian Jewry to Jewish Music.
  • Von 1968 bis 1980 war sie Direktorin des National Jewish Music Council, und außerdem Consultant der American Jewish Historical Society sowie vieler Bibliotheken und akademischen Institutionen.
  • 1980 gründete sie das American Yiddish Theater Music Restoration and Revival Project, welches jiddische Theatermusik sammelte und kategorisierte. [2]

2 Bedeutung ihres Werkes[Bearbeiten]

Das Buch Passport to Jewish Music - Its History, Traditions and Culture von Irene Heskes ist nach Music Reference Services Quarterly eine "erschöpfende Untersuchung zur Geschichte, Form und Bedeutung jüdischer Musiktradition".
  • Irene Heskes gilt als exzellente Kennerin Jüdischer Musik. Sie schrieb zu diesem Themengebiet mehrere Bücher wie z.B. The Cantorial Art (1966), Ernest Bloch - Creative Spirit (1976), The Music of Abraham Goldfaden - Father of the Yiddish Theater (1990), The Ressource Book of Jewish Music (1985), The Society for Jewish Music in St. Petersburg (1998) oder Passport to Jewish Music - Its History, Traditions and Culture (1994), die inzwischen als unverzichtbare Standardliteratur gelten. Besonders ihr Buch The Ressource Book of Jewish Music gilt als wichtigstes bibliografisches Referenzwerk zum Thema. [3] Daneben verfasste sie viele Artikel für musikwissenschaftliche und andere Zeitschriften und u.a. auch für die Encyclopedia Judaica und das Handbook of Holocaust Literature.
  • Im Jahr 1992 gab sie, basierend auf Material der Library of Congress, den Katalog Yiddish American Popular Songs 1895–1950 heraus, der über 3.000 jiddische Lieder enthält, und in dem sie auch den historischen und musikalischen Hintergrund der Lieder darstellt. [4] Jürgen Gottschalk schreibt über die Bedeutung dieser Sammlung u.a.:
"Für die Kenntnis über die nordamerikanischen jüdischen Notendrucke (Yiddish Sheet Music) unerlässlich ist eine monumentale Arbeit wieder von Irene Heskes, welche etwa 3000 derartiger Drucke verzeichnet und in chronologische Folge äußerst lesenswerte Jahreserläuterungen für jedes Emissionsjahr gibt. Volkslieder und volksliedhaftes Liedgut, meist aus der Komponistenfeder ostjüdischer Emigranten, bilden einen großen Teil des hier versammelten Materials." [5]
  • Music Reference Services Quarterly schrieb über ihr Buch Passport to Jewish Music - Its History, Traditions and Culture u.a.:
"Diese Publikation löst das Versprechen ihres Titels in überwältigender Weise ein, und stellt eine erschöpfende Untersuchung zur Geschichte, Form und Bedeutung jüdischer Musiktradition dar. (...) Sie ist wissenschaftlichen Biblioteken, Musiksammlungen sowie Studenten der Judaistik und jüdischen Religion wärmstens zu empfehlen." [6]
  • Die Musikwissenschaftlerin Kay Kaufman Shelemay dagegen kritisierte an Heskes Forschungen und Publikationen, dass sie z.B. die Sacred Bridge-These des jüdischen Musikwissenschaftlers Eric Werner, in der dieser einen engen Zusammenhang/Wechselwirkung zwischen der altisraelischen und frühchristlichen liturgischen Musik konstatiert, weiter verteidige, und dabei auf wichtige Kritikpunkte an diese These, wie sie z.B. von Peter Jeffery vorgebracht wurden, nicht eingehe. Außerdem sei ihr Blick auf Jüdische Musik zu stark rückwärtsgewandt, und auf große Kantoren und Komponisten sowie die liturgische Musik fixiert. Die dynamische Musikszene Israels und der USA im 20. Jahrhundert beachte sie zu wenig. [7]

3 Literatur[Bearbeiten]

Das Jewish Theological Seminary in New York, an dem Irene Heskes ab 1947 jüdischen Gesang erlernte und an dem sie 1963 ein Diplom als Kantor erwarb auf einer israelischen Briefmarke aus dem Jahr 1986.
  • Encyclopedia Judaica, Band IX / Her - Int, 2. Aufl., Keter Publishing House Ltd., 2007, Seite 74

4 Weblinks[Bearbeiten]

4.1 Videos[Bearbeiten]

5 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Irene Heskes Collection
  2. Allan Kozinn: Irene Heskes, 76, a Historian Of Music in the Yiddish Theater; in der New York Times vom 19. Oktober 1999
  3. Jürgen Gottschalk: Über den bibliografischen Teil einer Buchausstellung zum Thema "Jüdische Volksmusik"; in Karl-Erich Grözinger (Hrsg.): Klesmer, Klassik, jiddisches Lied - Jüdische Musikkultur in Osteuropa, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2004, S. 197
  4. Jascha Nemtsov: Der Zionismus in der Musik - Jüdische Musik und nationale Idee, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2009, S. 132
  5. Jürgen Gottschalk: Über den bibliografischen Teil einer Buchausstellung zum Thema "Jüdische Volksmusik"; in Karl-Erich Grözinger (Hrsg.): Klesmer, Klassik, jiddisches Lied - Jüdische Musikkultur in Osteuropa, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2004, S. 197
  6. Eigene Übersetzung nach dem Original: "This work fulfills overwhelming the promise of its title, being an exhaustive examination of the history, form and meaning of Jewish musical traditions. (...) This book is highly recommended for academic libraries, for collections of music, religion and Jewish studies."; in Music Reference Services Quarterly, Volume 3, Issue 4, 1995
  7. Kay Kaufman Shelemay schreibt dazu im Original: "As just one example, Heskes's defense of the late Eric Werner's "sacred bridge" hypothesis in "Builders of Sacred Bridges: Scholars and Studies in Jewish Music" (pp. 23-34), is not persuasive, omitting a major reconsideration of Werner's work by chant scholar Peter Jeffery, "Werner's The Sacred Bridge, Volume 2: A Review Essay," The Jewish Quarterly Review, Volume 77, No. 4 (April 1987): 283-98. In general, Heskes's view of Jewish music is one that looks largely to the past, devoting its attention to liturgical music ("the first of all music" [p. 46]) and to great cantors and composers. The dynamic musical worlds of present-day Israel and America are acknowledged as central in the late twentieth century (p. 83), yet remain in the background."; in Kay Kaufman Shelemay in American Jewish History, Vol. 84, Nr. 1, März 1996, S. 53-56

6 Hinweis zur Verwendung[Bearbeiten]

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7 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Irene Heskes) vermutlich nicht.