Novalis

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Novalis (Begriffsklärung) aufgeführt.
Profil.png Profil: Novalis
Namen Hardenberg, Georg Philipp Friedrich Freiherr von
Beruf Deutscher Dichter der Frühromantik
Persönliche Daten
2. Mai 1772
Oberwiederstedt
25. März 1801
Weißenfels


Novalis (* 2. Mai 1772 auf Schloss Oberwiederstedt; † 25. März 1801 in Weißenfels), eigentlich Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, war ein deutscher Schriftsteller der Frühromantik, Philosoph und im bürgerlichen Beruf Bergbauingenieur. Novalis war der bedeutendste Lyriker und Prosadichter der Frühromantik - entscheidend beeinflusst durch den deutschen Idealismus.

1 Leben[Bearbeiten]

Von 1790 bis 1794 studierte er in Jena, Leipzig und Wittenberg. Er war befreundet mit Schiller, den Brüdern Schlegel und L. Tieck. 1795 verlobte er sich mit der 13jährigen Sophie von Kühn, die zwei Jahre später starb. Im Anschluss wandte er sich der Mystik zu und erstrebte eine "progressive Universalpoesie", in der Traum und Wirklichkeit sich verbinden.

Wie die "Geistlichen Lieder" (1802; u. a. "Wenn alle untreu werden", "Wenn ich ihn nur habe") sind auch die "Hymnen an die Nacht" (1800) ein Zyklus, bestehend aus 6 sich steigernden Gedichten, in denen der Eros ins Mystisch-Religiöse erhöht, die Nacht als Reich der Poesie verherrlicht und subjektive Todesüberwindung mit der Auferstehung Christi in Parallele gesetzt wird.

Die aphoristischen "Fragmente" (ein Teil unter dem Titel "Blütenstaub" 1798 in der Zeitschrift "Athenäum" gedruckt) sind Zeugnis eines "magischen Idealismus", der im Gegensatz zu Fichte das Ich nicht als Vernunft, sondern als Gemüt versteht, in dem Endlichkeit und Unendlichkeit als Einheit gefasst werden. Kurt Waselowsky schreibt dazu:

"Der Mensch, und vor allem der dichterische Mensch, steht auch für Novalis im Mittelpunkt des kosmos, aber nicht als das absolute Ich Fichtes, sondern als der geheimnisvolle Schnittpunkt von Natur und Geist, in dem beide Bereiche zur Ruhe und Harmonie gelangen, in dem die zentripetale Kraft des Geistes die zentrifugalen Kraft der Dinge die Waage hält." [1]

Nur der Dichter, desssen Werden im fragmentarischen Bildungsroman "Heinrich von Ofterdingen" (1802) dargestellt wird, ist fähig, das Universum in stufenweiser Erkenntnis zu durchdringen. Er gewinnt die blaue Blume, das Symbol der Romantik.

2 Weitere Werke[Bearbeiten]

  • Die Christenheit oder Europa, entstanden 1799, gedruckt 1826
  • Die Lehrlinge zu Sais (Romanfragment), 1802

3 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einleitung von Kurt Waselowsky; in Novalis: Hymnen an die Nacht - Heinrich von Ofterdingen, Goldmanns Gelbe Taschenbücher, Band 507, Wilhelm Goldmann Verlag, München, 1964, Seite 6

4 Andere Lexika[Bearbeiten]